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Die aktuelle Analyse der GULP Information Services zur Nachfrage
des Betriebssystems MVS / OS/390 im IT-Projektmarkt zeigt ein überraschendes
Ergebnis: Das Großrechner-Betriebssystem drängt auf den
ersten Platz und verweist damit Windows NT und Unix auf die Ränge.
GULP Information Services GmbH, das Portal für IT-Projekte,
untersuchte Anfang Juni die Entwicklung der Projektanfragen für
das Betriebssystem MVS. Die Analyse beruht auf der statistischen
Auswertung von 17.235 Projektangeboten, die seit Mai 2000 über
den GULP-Server an IT-Freiberufler zugestellt wurden.
Der
Markt: Die monatlichen Projektanfragen
Bereits im Dezember 2000 zeichnete sich ein starkes Plus
in den Projektanfragen für MVS ab, das sich seitdem fortsetzt:
Im Mai 2001 ist MVS in beinahe 15 Prozent genannt - das ist der
höchste Wert, den das Betriebssystem je erzielen konnte.
Ganz anders präsentiert sich die Situation für Unix
und Windows NT. Noch nie waren Spezialisten aus diesen Bereichen
weniger gefragt, die Projektanfragen gehen seit Anfang 2001 merklich
nach unten: Unix erreicht im Mai mit nur 12,9 Prozent aller Projektanfragen
einen absoluten Tiefstand; Windows NT befindet sich mit derzeit
14,6 Prozent im untersten Bereich seiner normalen Schwankungsbreite.
Das
Geld: Die Stundensätze
MVS-Experten gehören seit jeher zu den "Besserverdienern"
der IT-Branche. Das belegt die Analyse aus dem GULP Stundensatz
Kalkulator, bei dem 35.540 Projektanfragen seit Dezember 1998 ausgewertet
wurden: Der durchschnittliche Stundensatz der MVS-Spezialisten liegt
bei DM 155 und damit gut 10 DM höher als das marktübliche
Durchschnittshonorar aller bei GULP eingetragenen IT-Freiberufler.
Zum Vergleich: Das Stundensatzniveau von Unix liegt bei DM 147.
Windows NT steht mit einem Mittelwert von DM 133 noch schlechter
da.
Das
Lebensalter: Die Altersstruktur
Ein MVS-Experte ist mit rund 42 Jahren durchschnittlich
6 Jahre älter als seine Kollegen aus den Bereichen Unix oder
Windows NT, deren Durchschnittsalter bei 36,3 bzw. 36,0 Jahren liegt
- was wiederum genau dem Durchschnittsalter aller bei GULP eingetragenen
Freiberufler entspricht.
Bestätigung
des Trends durch Meinungsumfrage
Für die 145 Befragten einer Online-Umfrage von GULP
im Dezember 2000 dürfte diese positive Entwicklung von MVS
keine Überraschung sein. Auf die Frage, ob Mainframe/MVS auch
in absehbarer Zeit eine feste Größe im IT-Projektmarkt
bleibe, antworteten zwei Drittel der Befragten mit einem klaren
Ja. Lediglich ein Fünftel der 145 Befragten bezweifelten die
Chancen und schickten den "Mainframe-Dino" in den verdienten
Ruhestand. Auf keinen Trend festlegen wollten sich 14 Prozent der
Befragten.
Fazit
Die Zahlen sprechen für eine derzeit gute Marktsituation
für MVS. Die Auswertung der Verteilung der Projektnachfragen
nach Ländern und Postleit-zahlgebieten legt jedoch nahe, dass
dieser Höhenflug mit aus einer ungewöhnlich hohen Nachfrage
der Bankhäuser resultiert: Rund ein Viertel der Projektanfragen
stammt aus dem PLZ-Gebiet 6. Eine mögliche Ursache: Waren Kapazitäten
in den Projekten der Jahr 2000-Umstellung und Euro-Einführung
gebunden, werden jetzt wieder MVS-Projekte realisiert.
Die Werte für Unix und Windows NT befinden sich im unteren
Bereich ihrer normalen Schwankungsbreite - ein Indiz für
die Existenz einer IT-Krise? Auch die Zurückhaltung mit großen
IT-Projekten vor der Sommerpause könnte ein Grund für
das schlechte Abschneiden dieser beiden Betriebssysteme sein.
Dass Windows NT-Experten aufgrund des Einsatzes von Windows 2000
weniger gefragt sein könnten, lässt sich nicht bestätigen:
Für Windows 2000 gingen die prozentualen monatlichen Projektanfragen
ebenfalls nach unten.
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