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Pressemitteilung 19. Oktober 2000
 
Die rote Karte für die Green Card
Eine Umfrage zeigt: Freiberufler und Projektanbieter im IT-Bereich sehen die Initiative sehr skeptisch
 

Einige Monate nachdem die Green Card 20.000 ausländische IT-Spezialisten nach Deutschland holen sollte, sind gerade mal 2.300 Bewerber eingestellt worden. Das meldete jetzt die Süddeutsche Zeitung. "Wir haben schon lange gewusst, dass die Green Card eine große Bluffnummer der Politiker ist", sagt Karl Trageiser, Geschäftsführer der GULP Information Services GmbH.

Trageiser weiß, wovon er spricht. Denn GULP hat unter anderem mit einer umfassenden Datenbank der IT-Freiberufler die Marktführung auf diesem Gebiet übernommen. Auch eine groß angelegte Umfrage von GULP zeigt: Die umstrittene Green Card-Initiative der Bundesregierung trifft nicht die Bedürfnisse des IT-Standortes Deutschland. Die befragten Anbieter von IT- Projekten und IT-Freiberufler zeigen der Green Card nämlich die rote Karte.

Zwar sind kompetente EDV-Dienstleister gefragt wie nie zuvor, doch die Branche sieht die Green Card nicht als Wunderwaffe gegen den Fachkräftemangel. Dem Vorbild USA folgend sollen IT-Professionals aus Osteuropa und Südostasien für die Dauer von fünf Jahren das notwendige Know-how nach Deutschland bringen.

17.000 IT-Freiberufler und 600 Anbieter von IT-Projekten sehen das jedoch ganz anders. 5.000 Antworten aus der GULP Umfrage zeigen: Die Green Card trifft nicht die Bedürfnisse der Branche. 68 Prozent der Freelancer und 72 Prozent der Projektanbieter halten die Initiative für eine schlechte Idee. An dieser ablehnenden Haltung ändert sich auch dann nur wenig, wenn man nur Antworten von Freiberuflern und Projektanbietern herausgreift, die bereits in Projekten mit IT-Spezialisten aus Osteuropa oder Indien zusammengearbeitet haben.

Besonders bemerkenswert ist, dass auch die Projektanbieter, die von der neuen Regelung profitieren sollen, die Green Card ablehnen. Hier fürchten die Unternehmen vor allem die sprachlichen Barrieren. Der dadurch eintretende Zeitverzug in der Umsetzung akuter IT Projekte könnte weder durch fachliche Qualifikation noch durch hohe Motivation kompensiert werden, ergibt die GULP Umfrage weiter.

Die deutsche IT-Branche erwartet sich von der Initiative keine Lösung der akuten Arbeitsmarktproblematik. Das ist aber nur eine Seite der Medaille. Hinzu kommt, dass einsatzwillige IT-Profis aus Indien oder Osteuropa fast ebenso schwer zu finden sind wie IT-Spezialisten auf dem EU-Arbeitsmarkt. Diesen Schluss legen zumindest die bisherigen Anfragen aus dem EU-Ausland nahe. "Das belegt eindeutig: Die wirklichen Stützen des IT-Standortes Deutschland sind seine Freiberufler" betont Trageiser.

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