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Einige Monate nachdem die Green Card 20.000 ausländische IT-Spezialisten
nach Deutschland holen sollte, sind gerade mal 2.300 Bewerber eingestellt
worden. Das meldete jetzt die Süddeutsche Zeitung. "Wir haben schon
lange gewusst, dass die Green Card eine große Bluffnummer der Politiker
ist", sagt Karl Trageiser, Geschäftsführer der GULP Information
Services GmbH.
Trageiser weiß, wovon er spricht. Denn GULP hat unter anderem mit
einer umfassenden Datenbank der IT-Freiberufler die Marktführung
auf diesem Gebiet übernommen. Auch eine groß angelegte Umfrage von
GULP zeigt: Die umstrittene Green Card-Initiative der Bundesregierung
trifft nicht die Bedürfnisse des IT-Standortes Deutschland. Die
befragten Anbieter von IT- Projekten und IT-Freiberufler zeigen
der Green Card nämlich die rote Karte.
Zwar sind kompetente EDV-Dienstleister gefragt wie nie zuvor, doch
die Branche sieht die Green Card nicht als Wunderwaffe gegen den
Fachkräftemangel. Dem Vorbild USA folgend sollen IT-Professionals
aus Osteuropa und Südostasien für die Dauer von fünf Jahren das
notwendige Know-how nach Deutschland bringen.
17.000 IT-Freiberufler und 600 Anbieter von IT-Projekten sehen
das jedoch ganz anders. 5.000 Antworten aus der GULP Umfrage zeigen:
Die Green Card trifft nicht die Bedürfnisse der Branche. 68 Prozent
der Freelancer und 72 Prozent der Projektanbieter halten die Initiative
für eine schlechte Idee. An dieser ablehnenden Haltung ändert sich
auch dann nur wenig, wenn man nur Antworten von Freiberuflern und
Projektanbietern herausgreift, die bereits in Projekten mit IT-Spezialisten
aus Osteuropa oder Indien zusammengearbeitet haben.
Besonders bemerkenswert ist, dass auch die Projektanbieter, die
von der neuen Regelung profitieren sollen, die Green Card ablehnen.
Hier fürchten die Unternehmen vor allem die sprachlichen Barrieren.
Der dadurch eintretende Zeitverzug in der Umsetzung akuter IT Projekte
könnte weder durch fachliche Qualifikation noch durch hohe Motivation
kompensiert werden, ergibt die GULP Umfrage weiter.
Die deutsche IT-Branche erwartet sich von der Initiative keine
Lösung der akuten Arbeitsmarktproblematik. Das ist aber nur eine
Seite der Medaille. Hinzu kommt, dass einsatzwillige IT-Profis aus
Indien oder Osteuropa fast ebenso schwer zu finden sind wie IT-Spezialisten
auf dem EU-Arbeitsmarkt. Diesen Schluss legen zumindest die bisherigen
Anfragen aus dem EU-Ausland nahe. "Das belegt eindeutig: Die wirklichen
Stützen des IT-Standortes Deutschland sind seine Freiberufler" betont
Trageiser.
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