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Gleiche Arbeit, gleicher Lohn? Weit gefehlt! GULP, marktführende
Projektbörse für IT-Freiberufler, untersuchte das umfangreiche
Zahlenmaterial von 22.000 Profilen freiberuflicher IT-Experten,
850 Projektanbietern und 35.000 Projektanfragen nach verschiedenen
Kriterien und Trends in der zeitlichen Entwicklung. Die Stundensatzanalyse
überrascht mit einem recht differenzierten Bild.
Stundensätze
- Wunsch und Realität
Welchen Stundensatz fordert ein Freiberufler und wie viel DM
bekommt er dann tatsächlich? Der mittlere Stundensatz im
IT-Projektmarkt liegt bei DM 137 - nur ein leichter Anstieg um
DM 3 im Vergleich zum August des Vorjahres. Freiberufler mit Stundensatzforderungen
zwischen DM 130 und DM 150 erhalten auch die meisten Projektangebote.
Im Gegensatz zu den Honorarwünschen unter DM 130, die seltener
von Projektanbietern kontaktiert werden und deren Gesamtzahl zudem
kontinuierlich abnimmt, übersteigen die Anfragen im Bereich
zwischen DM 150 und DM 170 deutlich die Anzahl der verfügbaren
IT-Freiberufler.
Das marktwirtschaftliche Prinzip greift also auch im IT-Markt:
Spezialisten mit langjähriger Berufserfahrung und aktuellem
Fach-Know-how sind gefragt und können dementsprechend auch
einen höheren Stundenlohn verlangen.
Stundensätze
nach Ländern und Regionen
Die Analyse der GULP Datenbank ergibt signifikante regionale
Unterschiede bei den Stundensätzen im deutschsprachigen Raum:
Die Schweiz führt sowohl bei den geforderten als auch bei
den tatsächlichen Stundensätzen. Österreichische
Freelancer verlangen zwar mehr Geld als ihre deutschen Kollegen,
die Projektanbieter zahlen hier jedoch im Vergleich die niedrigsten
Stundensätze. In Österreich und der Schweiz liegen die
Wunschstundensätze durchgängig über den gebotenen
Honoraren.
In Deutschland ergibt sich die umgekehrte Konstellation. Betrachtet
man die Stundensätze nach Postleitzahlgebieten, zeigt sich
ein deutliches West-Ost Gefälle. In den Neuen Bundesländern
und Berlin sind unterdurchschnittliche Stundensätze üblich.
Die höchsten Sätze gibt es dagegen in Frankfurt/Main
mit DM 148 bei den Honorarforderungen und DM 151 bei den Stundensatzangeboten,
gefolgt von Hamburg und Bremen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen.
München und die anderen Postleitzahlenbereiche liegen im
Branchen-Durchschnitt.
Angebot und Nachfrage sind in diesem Fall jedoch nicht die alleinige
Erklärung für die Höhe der Stundensätze: Während
in den PLZ-Gebieten 6 und 7 wirklich ein Überangebot an offenen
Positionen vorherrscht, finden sich in den anderen Gebieten keine
signifikanten Unterschiede im Verhältnis der IT-Freiberufler
zu offenen Projekten. Die Differenzen bewegen sich hier in der
Größenordnung um etwa ein Prozent.
Stundensätze
nach Lebensalter und Berufserfahrung
Die Zahlen sprechen für sich: Stundensätze und Projektnachfragen
steigen proportional zum Alter und damit zur Berufserfahrung:
Das gewünschte Einstiegshonorar der "Youngster"
unter 20 Jahren liegt bei einem Durchschnitt von DM 97. Trotz
des niedrigen Stundenlohns erhält diese Altersgruppe kaum
Projektanfragen zugestellt.
Das Durchschnittsalter der bei GULP eingetragenen 22.000 Freiberufler
liegt bei 36,4 Jahren. Diese Altersgruppe erhält dementsprechend
auch die meisten Projektangebote. IT-Freiberufler über 40
Jahren können sich sogar über einen Nachfrageüberhang
freuen; die IT-Experten im Alter von 50 bis 54 stellen mit DM
150 die höchsten Honorarforderungen. Erst die "alten
Hasen" über 55 verlangen wieder einen günstigeren
Stundensatz.
Stundensätze
nach Position
IT-Freiberufler mit den entsprechenden Kenntnissen verdienen
mit einem Durchschnittssatz von DM 151 als Projektleiter und mit
DM 150 als IT-Berater am besten. Während bei den Software-Entwicklern
die Stundensätze seit August 2000 konstant bei DM 123 liegen,
konnten Experten aus dem Bereich der Qualitätssicherung mit
einem Plus von DM 7 auf ebenfalls DM 123 die größte
Honorarsteigerung verbuchen.
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