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Zweimal im Jahr analysiert die Online-Freiberuflerbörse
GULP das umfassende Datenmaterial von über 29.000 eingetragenen
IT-Freelancern, 900 Projektanbietern und 34.000 jährlichen
Projektanfragen zum Thema Stundensätze. Die aktuelle Analyse,
die 76,5 Prozent des freiberuflichen IT-Marktes repräsentiert,
bringt teilweise überraschende Ergebnisse: So fordern IT-Freiberufler
in Deutschland noch immer einen geringeren Stundensatz als die Auftraggeber
bieten.
Forderung und Angebot
Die GULP-Auswertung analysiert die Stundensatzforderungen der IT-Freiberufler
und die Angebote in den Projektanfragen innerhalb eines Bereichs
von 30 bis 130 Euro. Hierbei treffen sich Angebot und Nachfrage
im Bereich von 70 bis 79 Euro. Mit 28,43 Prozent fordert die größte
Gruppe der Freelancer einen Stundensatz in dieser Höhe - und
erhält mit 33,68 Prozent der Projektanfragen auch die meisten
Angebote.
Das generelle Lohnniveau im IT-Projektmarkt steigt: 42,50 Prozent
der Freiberufler liegen mit ihren Honorarforderungen unter 70 Euro
(bei der Auswertung im Jahr 2000 waren es noch 53,89 Prozent), 47,25
Prozent zwischen 70 und 99 Euro (2000: 38,66 Prozent) und 10,25
Prozent zwischen 100 und über 130 Euro (2000: 7,45 Prozent).
Auch die Anzahl der Projektanfragen je Stundensatzkategorie entwickelt
sich dementsprechend und verlagert sich zugunsten höherer Stundensatzangebote.
Interessant sind auch die Extreme: Nur 0,89 Prozent der Freiberufler
fordern einen Stundensatz unter EUR 30. Dem stehen 2,4 Prozent gegenüber,
die ihren Stundensatz mit über EUR 130 angeben.
Länder und Regionen
In allen deutschsprachigen Ländern stiegen die Stundensatzforderungen
der Freiberufler seit der entsprechenden Auswertung im Jahr 2000:
In Deutschland um 7,46 Prozent, in Österreich um 5,56 Prozent
und in der Schweiz um 4,71 Prozent.
Verlangen IT-Freiberufler in Deutschland im Schnitt niedrigere
Honorare als in den Projektofferten angeboten werden (EUR 72 vs.
EUR 75), findet sich in Österreich ein ausgeglichenes Verhältnis
(EUR 76 vs. EUR 76). In der Schweiz jedoch liegen die Stundensatzforderungen
der Freiberufler mit durchschnittlich EUR 89 über den tatsächlich
angebotenen Honoraren von EUR 84.
Im deutschen Vergleich nach Postleitzahlgebieten zeigt die Analyse
nach wie vor ein Ost-West-Gefälle. In den Neuen Bundesländern
und Berlin (D0, D1 und Teile von D9) werden unterdurchschnittliche
Stundensätze gefordert und geboten, auch wenn hier der größte
Zuwachs zu verzeichnen war. Die höchsten Stundensätze
gibt es weiterhin in Hessen (D6), dicht gefolgt vom Postleitzahlengebiet
D2 mit Hamburg und Bremen. Die anderen Regionen samt dem "IT-Zentrum"
München in D8 liegen allesamt im Branchen-Durchschnitt.
Lebensalter und Berufserfahrung
Die angebotenen Stundensätze steigen proportional zu Lebensalter
und Berufserfahrung, bis der Freiberufler in den Fünfzigern
den Spitzensatz von EUR 79 erreicht.
Ältere IT-Freiberufler haben auch die besseren Marktchancen:
Auf die Altersgruppe der bis 34jährigen entfallen zwar 36,76
Prozent der Projektanfragen, doch gehört mit 53,28 Prozent
auch mehr als jeder zweite dieser Altersgruppe an. Schon die Mittdreißiger
und Vierzigjährigen können sich über einen Nachfrageüberhang
freuen. Diese Altersgruppe macht 41,47 Prozent der IT-Freiberufler
aus, erhält aber 53,43 Prozent der Projektanfragen. Auch Freelancer
über 50 haben noch gute Marktchancen: Auf 5,18 Prozent kommen
9,79 Prozent der Projektangebote.
Position
Wer im freiberuflichen IT-Projektmarkt die höchsten Stundensätze
erzielen will, der übernimmt am besten Positionen als Projektleiter
oder Berater, denn hier werden mit EUR 78 bzw. EUR 77 die höchsten
Honorare bezahlt.
Mit 67 Euro durchschnittlichem Stundensatz verdienen Software-Entwickler
und Trainer gleich 10 Euro weniger. Deren Honorarsätze liegen
aber noch vor denen der Qualitätssicherungsexperten (EUR 66)
und der Administratoren (EUR 62).
Allerdings können sich die Experten in Sachen Qualität
mit 11,86 Prozent über den höchsten Anstieg der Stundensätze
im Vergleich zum Vorjahr freuen.
Im Zeitvergleich über die letzten drei Jahre zeigt sich, dass
die Honorare der Trainer mit 31,37 Prozent den stärksten Aufwärtstrend
erzielen konnten.
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