"Telearbeit" war lange das Trendthema der Arbeitsorganisation.
Wie sieht die Situation heute aus? Das fragte GULP - das Internetportal
für IT-Projekte - IT-Freiberufler und Projektanbieter in einer
Online Umfrage. "Die Mehrheit der Freiberufler sprach sich
für Telearbeit aus und würde dafür sogar geringere
Stundensätze in Kauf nehmen", resümiert Karl Trageiser,
Geschäftsführer von GULP, die Ergebnisse.
Dennoch sei der Anteil der Telearbeit im IT-Projektgeschäft
immer noch recht klein. Sowohl die Freiberufler als auch die Projektanbieter
schätzen den Anteil der Telearbeit in der freiberuflichen IT-Branche
auf 14 Prozent. Im Umfrageergebnis zeigte sich jedoch, dass bereits
jeder dritte IT-Freiberufler als Telearbeiter bei einem Projekt
mitgewirkt hat. Hier wird offensichtlich, dass Telearbeit noch immer
ein sehr dehnbarer Begriff ist, der auch kurzzeitige Einsätze
mit einschließt. Der Wunsch nach Telearbeit ist im Gegensatz
zu den tatsächlichen Möglichkeiten seitens der Freelancer
mit 86 Prozent sehr groß.
Doch die Unternehmen zögern. Nur 17 Prozent würden einem
Teleworker den Vorzug geben. Den Hauptgrund für den langsamen
Vormarsch von Telearbeit sehen weder die Freelancer noch die Projektanbieter
in Sicherheitsrisiken. "Die Gründe für den Einsatz
vor Ort benennen rund die Hälfte der Projektanbieter vielmehr
mit Kommunikations- und Abstimmungsproblemen", weiß Trageiser.
Seiner Meinung nach liegt diesem Zögern allerdings auch die
fehlende Bereitschaft der Projektleiter zugrunde, neue Führungsstile
wie das reine Management nach Zielen, zuzulassen.
GULP fragte auch, ob Telearbeit zu höherer Motivation bei
der Projektarbeit führe. Dem stimmten 61 Prozent der IT-Freiberufler
zu. 49 Prozent der Projektanbieter waren ebenfalls dieser Meinung.
Die Kostenersparnis macht die Telearbeit bei dem überwiegenden
Teil aller Befragten zu einem interessanten Aspekt. Schließlich
würden neben geringeren Aufwendungen für Anfahrt oder
Übernachtung am Einsatzort auch 58 Prozent der Freiberufler
in diesem Fall einen geringeren Stundensatz in Kauf nehmen.
Gut zwei Drittel der Befragten sind sich einig, dass der Anteil
von Telearbeitsplätzen im Projektgeschäft in den kommenden
fünf Jahren zunehmen wird. "Zusammenfassend lässt
sich feststellen, dass Telearbeit die große Zukunft noch vor
sich hat", ist sich Trageiser sicher.
2.434 Zeichen |