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Hausratversicherung und Homeoffice

Warum Freiberufler genau hinschauen müssen

08.03.2017
Oliver Mest – Freiberuflicher Autor
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Wer überwiegend von zu Hause aus arbeitet, der muss seine Ausrüstung, die Büroeinrichtung und die Arbeitsmittel gut versichern. Die Hausratversicherung eignet sich dafür in vielen Fällen – aber eben nicht immer.

1. Ist das Homeoffice über die Hausratversicherung geschützt?

Die meisten Hausratversicherungen sehen vor, dass ein Home-Office mitversichert werden kann, solange es nur über die Wohnung oder das Haus erreichbar ist, also keinen separaten Eingang hat. Falls das nicht der Fall ist, greift die Hausratversicherung nicht mehr – Sie benötigen eine eigene Inhaltsversicherung. Auch wenn Publikumsverkehr und/oder Mitarbeiter im Home-Office mitarbeiten, reicht die Haftpflichtversicherung nicht mehr aus – es wird separater Schutz benötigt.

2. Ist das Homeoffice ausreichend versichert?

Beim Vergleich der Hausratversicherungen werden in aller Regel pro Quadratmeter 650 bis 700 Euro als Versicherungssumme angesetzt – damit ist ein Einfamilienhaus mit 120 Quadratmetern mit bis zu 84.000 Euro abgesichert. Wird das Homeoffice mit über die Hausratversicherung geschützt, kann die Summe deutlich zu gering sein. Gerade technisches Equipment kann schon einen Wert im fünfstelligen Bereich „verschlingen“: Freiberufler sollten deshalb den Wert der Büroausstattung zusammen mit dem Wert der restlichen Einrichtung tatsächlich einmal überschlagen und die Summe individuell festsetzen – so ist ausreichender Schutz garantiert. Wichtig zu wissen: Warenmuster sind in der Regel nicht mit vom Versicherungsschutz umfasst – hier ist immer separater Schutz erforderlich.

3. Wie gut ist das Homeoffice versichert?

Es lohnt sich durchaus, einen Blick auf das Kleingedruckte zu werfen. Wichtig ist, dass zum Beispiel Schäden mitversichert sind, die auf grober Fahrlässigkeit Ihrerseits beruhen – etwa, weil das Fenster gekippt war, durch das Einbrecher dann ins Haus eingestiegen sind und (auch) das Homeoffice leergeräumt haben. Wer als Freiberufler viel unterwegs ist, sollte auch den Diebstahl von Hausrat aus dem Auto mit einer hohen Schadenssumme von einigen tausend Euro mitversichern. Als weitere Ergänzung ist eine sogenannte Außenversicherung erforderlich: Sie schützt Hausrat und damit bei einer Mitversicherung auch den aus dem Homeoffice, wenn der vorübergehend – zum Beispiel im Urlaub – mitgenommen wurde und dort gestohlen wird. Und auch Datenrettungskosten können sinnvoll sein, wenn etwa bei einem Brand ein Rechner verloren geht und die Daten von einem Experten wiederhergestellt werden müssen.

4. Was kostet der Schutz?

Pauschal lässt sich das kaum sagen – zu sehr hängt der Beitrag davon ab, wie groß die zu versichernde Wohnung ist, welche Versicherungssumme gebraucht wird und vor allem, wo sich die Wohnung befindet. Hier finden Sie einige Beispiele, die einmal die Spanne der möglichen Beiträge für eine Hausratversicherung mit Schutz des Homeoffices zeigt – und das Ergebnis macht vor allem eins klar: Der Vergleich lohnt sich, um den Anbieter mit dem günstigsten Preis-Leistungs-Verhältnis zu finden.

Wenn der Beitrag zu hoch wird, kommt oft das Modell einer Selbstbeteiligung ins Spiel, die in der Regel ein paar hundert Euro im Schadensfall ausmacht. Ob das sinnvoll ist, hängt natürlich auch von der Beitragsersparnis ab. Meist lohnt es sich aber kaum, für ein paar Euro weniger Jahresbeitrag im Schadensfall einen hohen Eigenanteil zahlen zu müssen.

 

 

Unser Gastautor Oliver Mest ist Jurist, Journalist und Versicherungsmakler. Als Chefredakteur des Vorsorgeportals www.optimal-absichern.de beschäftigt er sich zudem mit Versicherungs-, Vorsorge- und Finanzthemen, die er journalistisch kompakt und leicht verständlich vermittelt.

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