BI als lukratives Betätigungsfeld für Selbstständige

Für Spezialwissen in Business Intelligence wird auf dem Markt für IT-Projekte überdurchschnittlich viel gezahlt

(Oktober 2011)

 

Selbstständige Business-Intelligence-Experten sind etwas jünger als der Durchschnitt aller bei GULP eingetragenen Freelancer – und können daher im Schnitt auch etwas weniger Berufserfahrung vorweisen. Umso mehr Gewicht bekommt der Faktor, dass die BI-Spezialisten mit ihren Stundensatzforderungen 15 Euro über dem Durchschnitt liegen. Üblicherweise steigen die Honorare erst mit zunehmender Erfahrung an. Know-how im Bereich Business Intelligence hat demnach einen verhältnismäßig guten Marktwert, es ist ein lukratives Betätigungsfeld für IT-Freiberufler. Das ergab eine Marktstudie der IT-Personalagentur und Projektbörse GULP.

Durchschnittswerte Selbstständige
BI-Experten
Alle bei GULP
eingetragenen
Freiberufler
Stundensatzforderung 88 Euro 73 Euro
Alter 43 Jahre 44 Jahre
Berufserfahrung 18 Jahre 20 Jahre

Die Daten für diese Marktstudie lieferten die Profile der in die GULP Datenbank eingetragenen IT-Spezialisten, der GULP Trend Analyzer und die über www.gulp.de an Freelancer zugestellten Projektanfragen.

Stundensatzforderungen weit über dem Durchschnitt

Stundensatzforderungen der selbstständigen BI-Spezialisten

Die bei GULP eingetragenen selbstständigen BI-Experten fordern im Schnitt einen Stundensatz von 88 Euro. Das sind zum einen drei Euro mehr als vor einem Jahr, als wir diese Markstudie schon einmal durchgeführt haben. Zum anderen liegt die Forderung der Spezialisten für Business Intelligence stolze 15 Euro über dem Durchschnitt aller bei GULP eingetragenen IT-/Engineering-Selbstständigen. Ein gutes Fünftel der BI-Experten (21,3 Prozent) fordert Stundensätze ab 100 Euro aufwärts – aber nur 9,5 Prozent aller IT-Freiberufler halten da mit.

Nachfrage nach BI-Spezialisten hält sich konstant

GULP IT-Projektmarktindex seit Oktober 2009

Der GULP IT-Projektmarktindex, Gradmesser für die Angebots- und Nachfragesituation auf dem IT-Projektmarkt, hat im August das viertbeste Monatsergebnis dieses Jahres eingefahren: Mit 13.885 an IT-/Engineering-Freiberufler verschickten Projektanfragen beträgt das Plus gegenüber Juli 12 Prozent. In den letzten Wochen war allerdings eine leichte Entschleunigung des Wachstums beobachtbar. Die Erfahrung zeigt, dass Oktober und November tendenziell Monate mit starkem Bedarf sind – während die Nachfrage im Dezember meist abfällt. Es bleibt abzuwarten, was die weitere Entwicklung im Jahr 2011 bringt. 22 Prozent der Teilnehmer an einer GULP Trash Poll fürchten, dass die Nachfrage nach IT-Selbstständigen bis Jahresende sinken wird. Ein weiteres Drittel geht davon aus, dass sie stagniert. Der Rest (45 Prozent) bleibt optimistisch und rechnet mit einer weiteren Steigerung des Bedarfs.

Anteil der BI-Anfragen an allen Anfragen eines Monats

Der Anteil der Nachfrage nach BI-Experten an allen Projektanfragen über GULP hielt sich bis einschließlich August konstant auf einem für einen solchen Skill relativ hohen Niveau. Im August 2011 waren in 3,6 Prozent der verschickten Projektanfragen BI-Selbstständige gefragt. Im September allerdings sank der Nachfrageanteil auf 2,0 Prozent – das ist nach Januar der zweittiefste Stand des Jahres 2011. Zum Vergleich: In 4,9 Prozent der Anfragen waren im August Experten für das .NET Framework von Microsoft gefragt. An Java-Spezialisten besteht natürlich mehr Bedarf, sie kamen im August bei GULP auf einen Nachfrage-Anteil von 17,4 Prozent.

Etwas jünger und unerfahrener als der Durchschnitt

Alter der selbstständigen BI-Spezialisten

Selbstständige BI-Experten (43 Jahre) sind im Schnitt ein Jahr jünger als alle bei GULP eingetragenen IT-/Engineering-Freiberufler (44 Jahre). Deutlich wird das zum Beispiel, wenn man sich den Anteil der Unter-45-Jährigen ansieht: 61,8 Prozent der BI-Spezialisten sind jünger als 45 – aber nicht einmal die Hälfte (49,8 Prozent) aller IT-/Engineering-Selbstständigen.

Berufserfahrung der selbstständigen BI-Spezialisten

Bei der Berufserfahrung folgerichtig ein ähnliches Bild: Selbstständige BI-Spezialisten verfügen im Schnitt über zwei Jahre weniger Berufserfahrung (18 Jahre) als alle IT-/Engineering-Freiberufler (20 Jahre). Vor allem der Anteil der Spezialisten mit weniger als 15 Jahren Erfahrung ist im Business-Intelligence-Bereich groß: 39,1 Prozent blicken auf weniger als 15 Jahre Berufserfahrung in IT/EDV zurück. Bei allen bei GULP eingetragenen Selbstständigen beläuft sich der Anteil nur auf 25,9 Prozent.

In der Schweiz höhere Stundensätze

Anteil der selbstständigen BI-Spezialisten pro Region

Bei der Verteilung der BI-Spezialisten auf die einzelnen Regionen Deutschlands gibt es keine großen Unterschiede zum IT-Projektmarkt im Allgemeinen. Seit langem ist es so, dass in den Postleitzahlgebieten 6xx (Frankfurt am Main, Mannheim) und 8xx (München, Ingolstadt) die meisten IT-Freiberufler ansässig sind. Auch die meisten Projektanfragen kommen aus diesen beiden Regionen. Auffällig ist der hohe Anteil in der Schweiz: Etwa 4,5 Prozent der selbstständigen BI-Experten sind in der Schweiz ansässig.

IT-Freiberufler verlangen in Deutschland derzeit im Schnitt einen Stundensatz von 73 Euro, in Österreich liegt die Forderung aktuell bei 75 Euro. Die Schweizer IT-Freelancer fordern derzeit 90 Euro. Es ist also anzunehmen, dass auch im BI-Bereich in der Schweiz höhere Honorare auf der Tagesordnung stehen.

Die meisten Schweizer IT-Projekte werden übrigens in der Bank- und Finanz-Branche angeboten: 59,9 Prozent der bei GULP eingetragenen IT-Freelancer mit Wohnsitz Schweiz haben in ihrem Profil Stichworte wie Bank, Finanz, Kredit und ähnliches erwähnt – ein Hinweis darauf, dass sie in diesen Branchen tätig sind. In dieser Branche sind traditionell auch die Stundensätze höher als in anderen Bereichen.

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Kommentare zu diesem Artikel:

"BI ist ein weites Feld - spannend wäre zu wissen, wie eng BI mit SAP-Kompetenzen verbunden ist bzw. ob das die höheren Stundensätze erklären könnte (Oktober 2011)"

"vielen Dank für den Beitag (Oktober 2011)"

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