Wie viel Geld bekomme ich für mein Wissen?

Die GULP Analyse-Tools für Freiberufler in IT und Engineering

(Dezember 2011)

 

Freiberufler in IT und Engineering stehen vor großen beruflichen Herausforderungen. Sie müssen sichergehen, dass sie über Qualifikationen verfügen, die von Unternehmen nachgefragt werden. Das beste Know-how bringt nichts, wenn es nicht zu Projekteinsätzen führt. Außerdem sollten Freelancer wissen, welche Stundensätze sie verlangen sollten. Ist es zu wenig, reicht das Geld vielleicht nicht zur Überbrückung projektfreier Zeiten. Fordern sie zu viel, bekommen günstigere Kollegen den Zuschlag.

Kurz: Was sind die marktüblichen Preise für einen Skill? Welche Skills werden wie häufig nachgefragt? Welche sind die Top Ten Freiberufler in einem Bereich? Das sind die Fragen, die sich Selbstständige in IT und Engineering mit den drei GULP Tools beantworten können, die wir hier vorstellen. Wir erläutern am Beispiel des Skills C#, wie so eine individuelle Marktanalyse aussehen kann. Die GULP Tools sind kostenlos und können von jedem jederzeit benutzt werden.

Frage 1: Werden selbstständige C#-Entwickler überhaupt von Unternehmen gebraucht?

Die Nachfrage nach einem Skill analysiert der GULP Trend Analyzer. Dieses Tool beleuchtet Trends und Chancen im IT-/Engineering-Markt. Jeder kann seine individuelle Analyse erstellen: einfach Qualifikation(-en) eingeben und der Trend Analyzer liefert die Daten in Echtzeit. Freiberufler, die verschiedene interessante Skills eingeben und miteinander vergleichen, lernen den Markt besser kennen und können schnell auf Trends reagieren, die anderen noch gar nicht bewusst sind, z.B. mit Schulungen in Bereichen, die plötzlich verstärkt nachgefragt werden.

Bei der Suche nach C# im Trend Analyzer erscheint folgende Grafik (monatlicher Anteil an Projektanfragen, in denen nach C# gesucht wurde):

Monatlicher Anteil an Projektanfragen, in denen nach C# gesucht wurde

Im Oktober 2011 wurde in 5,7 Prozent aller Projektanfragen, die über die GULP Server an Freiberufler zugestellt wurden, nach C# gesucht. Die Kurve verrät: Der Trend geht eindeutig nach oben. Zusätzlich zeigt die Tabelle unterhalb der Grafik:

onatlicher Anteil an Projektanfragen, in denen nach C# gesucht wurde

In den letzten zwölf Monaten (der Zeitraum ist frei wählbar) wurde in 4,2 Prozent der Projekte nach C# gesucht – das waren insgesamt 965 Projekte, die über 6.346 Projektanfragen 2.712 Freiberuflern angeboten wurden. Zum Vergleich: Auf das beliebte Java entfiel in den letzten 12 Monaten ein Projektanteil von 15,6 Prozent, auf ABAP 5,0 Prozent. Ein Projektanbieter sendet eine Projektanfrage häufig an mehrere Freiberufler gleichzeitig, dadurch hat er eine größere Chance, sein Projekt zu besetzen (Freiberufler ist doch nicht verfügbar, hat kein Interesse …).

Weiter unten auf der Ergebnisseite zeigt der Trend Analyzer außerdem z.B., in welcher Region C# am häufigsten nachgefragt wird (PLZ-Gebiet 8 rund um München und Ingolstadt) und wie alt die kontaktierten Freiberufler sind (im Schnitt 42,9 Jahre).

Frage 2: Wie hoch sind die Stundensätze im Bereich C#?

Der GULP Stundensatz Kalkulator ermittelt die branchenüblichen Stundensätze. Als Datenbasis werden beim Stundensatz Kalkulator die Profile der Freiberufler herangezogen, die C# in ihrem fachlichen Schwerpunkt eingetragen haben, also in die „Überschrift“ ihres GULP Profils. Ausgewertet wird dann der Stundensatz, den die so ausgewählten Freiberufler in ihr GULP Profil eingetragen haben. Der tatsächliche Stundensatz hängt natürlich von vielen Faktoren ab (z.B. Projektlaufzeit, Verhandlungsgeschick, Konkurrenz, Kenntnisstand...), die hier nicht berücksichtigt werden können. Dennoch: Der Stundensatz Kalkulator hilft, den Stundensatz am Markt und an der Konkurrenz auszurichten. IT-/Engineering-Freiberufler erhalten Richtwerte zum durchschnittlichen Honorar je fachlichem Schwerpunkt, Position, Berufserfahrung und PLZ-Gebiet des Einsatzortes.

Für unser Beispiel C#:

Softwareentwickler, die C# im fachlichen Schwerpunkt eingetragen haben

Softwareentwickler, die C# im fachlichen Schwerpunkt eingetragen haben, fordern im Schnitt einen Stundensatz von 64 Euro. Alle Softwareentwickler stehen derzeit bei 70 Euro, also 6 Euro mehr.

Softwareentwickler, die C# im fachlichen Schwerpunkt eingetragen haben

Höhere Stundensätze (68 Euro) ergibt die Suche nach „Projektleiter“ und C#, das heißt, es bringt im Schnitt 4 Euro mehr, sich zum Projektleiter weiterzuentwickeln. Bei den Freiberuflern in allen Bereichen bringt die Zusatzqualifikation Projektleiter im Schnitt um 11 Euro höhere Stundensätze – für C# also keine allzu aussichtsreiche Option.

Welche Freiberufler-Profile oberhalb und welche unterhalb des C#-Entwickler-Durchschnitts liegen, zeigen die Ergebnis-Beispiele im GULP Stundensatz Kalkulator. Hier können Freiberufler sich Skills herauspicken, die möglicherweise höhere Honorare bringen, und die Suche damit erneut starten. Oder vice versa: Qualifikationen herausfinden, die es sich nicht zu lernen lohnt. (Wenn der Stundensatz nicht öffentlich einsehbar ist, wird hier eine 0 angezeigt. Der Freiberufler kann das selbst auswählen, der Stundensatz ist außerdem kein Pflichtfeld.)

Softwareentwickler, die C# im fachlichen Schwerpunkt eingetragen haben

Weiter unten auf der Ergebnisseite zeigt das Tool zum Beispiel, wie sich die C#-Stundensätze entwickelt haben (in den letzten zwölf Monaten um 5 Euro gestiegen!) oder wie sich die Stundensätze verteilen (36,8 Prozent verlangen zwischen 60 und 70 Euro). Der Skill C# liegt also offensichtlich etwas unterhalb des Stundensatz-Durchschnitts – Tendenz aber steigend. Zusätzlich dürfte durch die hohe (und steigende) Anzahl der Projektanfragen in diesem Bereich die Auslastung der Freiberufler recht gut sein.

Frage 3: Wie nah komme ich den Top Ten in meinem Bereich?

Der GULP IT-Projektmarktindex misst seit 1998 kontinuierlich die über den GULP Server zugestellten Projektangebote. Der daraus gewonnene Index ist ein Gradmesser für die Angebots- und Nachfragesituation am IT-/Engineering-Projektmarkt. Der Stundensatz eines IT-/Engineering-Freiberuflers bestimmt sich natürlich durch Angebot und Nachfrage. Einiges hängt davon ab, wie viele Selbstständige einer einzigen Projektanfrage gegenüber stehen - oder anders herum. Der GULP IT-Projektmarktindex hilft Freiberuflern, ihre eigene Position besser abzuschätzen und zu erkennen, wie nah sie den Top Ten in ihrem Bereich kommen (oder vielleicht sogar selbst dabei sind?).

Besonders interessant sind für diese Zwecke im GULP IT-Projektmarktindex die Auflistungen unter dem Punkt Top Qualifikationen, für unser Beispiel die Top 10 der Programmiersprachen:

GULP IT-Projektmarktindex: die Top 10 der Programmiersprachen

Hier wird noch mal deutlich, dass die Nachfrage nach C# steigt (im Gegensatz zu Java z.B.). Ein Klick auf die Zahl in der Spalte "Verfügbare Freiberufler" führt uns zu einer Top-Ten-Liste: Das sind diejenigen zehn Freiberufler mit der Qualifikation "C#", die im letzten Monat die meisten Projektanfragen erhalten haben.

zehn Freiberufler mit der Qualifikation "C#", die im letzten Monat die meisten Projektanfragen erhalten haben

Die (anonymen) Profile dieser Selbstständigen können Sie sich mit einem Klick auf den fachlichen Schwerpunkt ansehen. (Wenn der Stundensatz nicht öffentlich einsehbar ist, wird er hier nicht angezeigt.) Und wenn Sie sie mit Ihrem eigenen vergleichen, fällt Ihnen bestimmt noch die eine oder andere Sache auf, die Sie so ähnlich in Ihr Profil übernehmen könnten. Meist ist auf den ersten Blick erkennbar, warum diese Profile so viele Anfragen erhalten haben. Sehen Sie sich an, wie die Top Ten ihre Projekterfahrung beschrieben haben, über welche zusätzlichen Qualifikationen sie verfügen, in welchen Feldern und Kategorien die relevanten Skills erwähnt sind, wie oft die wichtigsten Schlagwörter und Synonyme im Profil vorkommen. Und übernehmen Sie, was Ihnen gefällt und Ihren Erfahrungen entspricht, in Ihr eigenes Profil.

Mehr Informationen zum Thema bei GULP:

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Kommentare zu diesem Artikel:

"super! (Dezember 2011)"

"Stundensatz hängt von der Projektdauer ab. Deswegen sind SQL Spezialisten besser bezahlt als Anwendungsentwickler, oder? (Dezember 2011)"

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