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Stellenanzeigen richtig verstehen: So entschlüsseln Sie die Codes

20.03.2018
GULP Redaktion
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In einer Stellenausschreibung formuliert der Arbeitgeber, welche Qualifikationen und Eigenschaften ein Bewerber im Optimalfall mitbringen sollte. Gleichzeitig bewirbt sich ein Unternehmen auf der Suche nach neuen Mitarbeitern auch beim Bewerber und nennt deshalb Vorzüge, mit denen es punkten will. In den letzten Jahren hat sich hierbei – ähnlich wie in Arbeitszeugnissen – eine Art Code entwickelt, welcher Auskunft über Aufgaben und Arbeitsklima geben kann. Wir erklären, wie beschriebene Anforderungen zu deuten sind, welche Qualifikationen wirklich wichtig sind und was die Stellenausschreibung über das Arbeitsklima im Unternehmen verrät.

Kleiner aber feiner Unterschied: Kann- und Muss-Anforderungen

Unternehmen formulieren mit ihren Stellenausschreibungen eine Art Wunschliste, welche Kenntnisse und Kompetenzen Bewerber im Idealfall mitbringen sollten. Wichtig dabei: Nicht alle genannten Anforderungen sind ein Muss. Qualifikationen, die ein Bewerber auf jeden Fall mitbringen sollte, werden eingeleitet mit Phrasen wie „Voraussetzungen sind …“, „Sie bringen mit …“ oder „… sind erforderlich“. Werden Anforderungen allerdings mit „idealerweise …“, „wünschenswert ist zudem …“ oder „zusätzlich freuen würden wir uns über …“ aufgezählt, können Bewerber davon ausgehen, dass ein Nicht-Erfüllen dieser Anforderungen kein K.-o.-Kriterium für eine Einstellung ist.

Auch in den Anforderungen an die Persönlichkeit des Bewerbers steckt viel mehr als nur reines Buzzword-Bingo. So sucht ein Unternehmen, das „Dynamik“ von seinen Bewerbern fordert, dass diese nicht nur selbst begeisterungsfähig sind, sondern auch ihre Kollegen mit Ideen und Enthusiasmus anstecken und mitreißen. „Flexibilität“ kann sich sowohl auf die Arbeitszeiten, als auch auf die Aufgaben selbst beziehen. Hier gilt es im Falle eines Bewerbungsgesprächs genauer nachzuhaken. Ist „Kreativität“ gefordert, so sucht der Arbeitgeber einen neuen Mitarbeiter, der eigene Ideen für Themen, Problemlösungen und Herangehensweisen hat. Er sollte selbstständig arbeiten und auch seine Kollegen von den eigenen Ideen überzeugen können. „Zuverlässigkeit“ ist ebenfalls eine oft geforderte Eigenschaft, die allerdings nicht besonders aussagekräftig ist. Denn jeder Arbeitgeber möchte auf seine Mitarbeiter zählen können.

Unternehmensprofil: Wie sich potenzielle Arbeitgeber präsentieren

Obwohl in der Beschreibung von Unternehmen und Arbeitsklima gerne bekannte Phrasen verwendet werden, die die meisten von uns schon oft gelesen haben, sind sie nicht ganz unwichtig, um sich als Bewerber einen ersten Eindruck vom potenziellen neuen Arbeitgeber zu machen. „Flache Hierarchien“ stehen für kurze Entscheidungswege und das schnelle Einbeziehen neuer Mitarbeiter in Entscheidungsprozesse. Das kann nicht jedes Unternehmen von sich behaupten und ist deshalb etwas Besonderes. Auch ein „junges Team“ ist ein Herausstellungsmerkmal. Es deutet darauf hin, dass die meisten Mitarbeiter wahrscheinlich kaum älter als 30 Jahre sind und lässt vermuten, dass Umgangston und Arbeitsatmosphäre entsprechend locker sind. Angebotene „Weiterbildungsmöglichkeiten“ sind ein Pluspunkt, den nicht jedes Unternehmen anbieten kann und der eine Stelle aber attraktiv macht. Denn die Anforderungen im Job ändern sich oft schneller als gedacht, sodass Weiterbildungen und Wissensvermittlung Arbeitnehmern helfen, immer auf dem Laufenden zu bleiben. Ein „angenehmes Arbeitsklima“ hingegen verspricht wenig: Denn welches Unternehmen würde mit einem unangenehmen Miteinander unter den Kollegen werben? Auch wenn sich dort ausschließlich „materielle“ Dinge wie das neueste iPhone als Firmenhandy oder ein Kickertisch verbergen, sollten Sie beim Wort "Benefits" eher skeptisch bleiben, vor allem wenn sie besonders herausgestellt werden. Dann ist fraglich, was das Unternehmen in Sachen Arbeitsklima und Weiterbildungsmöglichkeiten zu bieten hat.

Angaben zum Gehalt richtig einschätzen

Nicht in allen Stellenausschreibung werden auch Angaben zum Gehalt gemacht. Teilweise gibt es aber Hinweise, bei denen Bewerber aufhorchen sollten. So lässt die Formulierung „attraktives Gehalt“ zum Beispiel eher nicht auf eine großzügige Vergütung schließen, wohingegen die Aussage „überdurchschnittliches Gehalt“ auf einen relativ hohen Lohn schließen lässt. Dennoch sollte hier im Falle eines persönlichen Kennenlernens nachgefragt werden, auf welchen Durchschnitt sich die Angabe bezieht – den branchenüblichen oder auf den regionalen Gehaltsdurchschnitt.

Grundsätzlich gilt also: Stellenausschreibungen aufmerksam lesen und nicht nur darauf achten, ob Sie die Anforderungen erfüllen. Vielmehr sollten Sie Punkt für Punkt hinterfragen, was genau diese bedeuten und welches Bild Sie mit der Stellenausschreibung von dem Unternehmen bekommen. Nur wenn Ihr Eindruck überwiegend positiv ausfällt, sollten Sie auch eine Bewerbung für die offene Stelle abschicken.

Lesermeinungen zum Artikel

5 von 5 Sternen | Insgesamt 1 Bewertung und 1 Kommentar

  • Dimitri Svonkov am 07.06.2018 um 13.12 Uhr

    Der Artikel spricht mich an, ich fand ihn informativ und hilfreich.
    Danke.

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