a Randstad company
Login
© Fotolia/Wolfilser

Steuer-Update 2018

Teil 1: Neuerungen für alle Steuerpflichtigen

01.02.2018
Peter Rössler – Freiberuflicher Autor
Artikel teilen:

Für das vergangene und das aktuelle Steuerjahr hat sich im Steuerrecht so einiges getan. In dieser mehrteiligen Serie fassen wir die wichtigsten Änderungen für Private, Selbstständige/Freiberufler sowie Unternehmen zusammen. Im ersten Teil geht es um allgemeine Updates für alle Steuerpflichtigen.

Hinweis:
Diese Zusammenfassung stellt nur eine Auswahl dar und beansprucht keine Vollständigkeit. Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an Ihre(n) Steuerberater(in).

Freibeträge wurden erhöht

Der Grundfreibetrag sowie der Kinderfreibetrag werden für die Jahre 2017 und 2018 erhöht. Der Grundfreibetrag wurde für den Veranlagungszeitraum 2017 um 168 Euro auf 8.820 Euro angehoben. Für den Veranlagungszeitraum 2018 erfolgt eine weitere Erhöhung um 180 Euro auf sodann 9.000 Euro. In derselben Höhe und Weise wird der Unterhaltshöchstbetrag nach § 33a EStG heraufgesetzt.

  • Der Kinderfreibetrag wurde erhöht: Für das Kalenderjahr 2017 erfolgt für jedes Elternteil eine Erhöhung um jeweils 54 Euro auf je 2.358 Euro (insgesamt 4.716 Euro). Ab 2018 wird der Kinderfreibetrag nochmals für jeden Elternteil um 36 Euro auf 2.394 Euro heraufgesetzt (auf insgesamt 4.788 Euro).
  • Das Kindergeld wird in den Jahren 2017 und 2018 je Kind um jeweils 2 Euro monatlich erhöht, entsprechend auch das Kindergeld nach dem Bundeskindergeldgesetz (BKGG). Der Kinderzuschlag nach § 6a Abs. 2 BKGG wird ab dem 1.1.2017 um 10 Euro auf 170 Euro monatlich erhöht.
  • Zum Ausgleich der sogenannten kalten Progression werden die Eckwerte des Einkommensteuertarifs von 13.670 Euro auf zunächst 13.770 Euro (Veranlagungszeitraum 2017), sodann auf 13.997 Euro (Veranlagungszeitraum 2018) verschoben. Für den Spitzensteuersatz liegen sie statt 53.666 Euro bei 54.058 Euro (Veranlagungszeitraum 2017), dann bei 54.950 Euro (Veranlagungszeitraum 2018).

Abgabefristen für Steuererklärungen

Die allgemeine Frist zur Abgabe der Steuererklärung wurde ab 2018 um zwei Monate verlängert und beträgt künftig sieben Monate. Steuerpflichtige, die zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet sind und nicht durch einen Steuerberater vertreten werden, müssen ihre Erklärung bis 31.7.2019 abgeben. Für beratene Steuerpflichtige sind Erklärungen (vorbehaltlich einer Vorabanforderung § 149 Abs. 4 AO) bis zum letzten Tag des Monats Februar des Zweitfolgejahres abzugeben. Das heißt für 2018 am 28.2.2020.

Steuervergünstigungen für Vorsorgeaufwendungen und Besteuerung der Betriebsrenten

Die vertraglich vereinbarte Unverfallbarkeit einer Versorgungsanwartschaft ist künftig ausreichend, um in den Genuss der Steuerbefreiung für mitgenommene Versorgungsansprüche zu kommen.

Nach der Neuregelung in § 3 Nr. 55c Satz 2 a) EStG ist der Wechsel der Versorgungseinrichtung ohne gleichzeitigen Arbeitgeberwechsel (Portabilität von Versorgungszusagen zwischen verschiedenen Versorgungsträgern) nun uneingeschränkt steuerneutral möglich, wenn an den Arbeitnehmer anlässlich der Übertragung keine Auszahlung erfolgt.

Der steuerfreie Höchstbetrag ist um 4 Prozentpunkte auf nun 8 Prozent der allgemeinen Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung angehoben worden. Im Gegenzug fällt der starre Aufstockungsbetrag von 1.800 Euro weg, der zudem nur für Versorgungszusagen gilt, die nach dem 31.12.2004 erteilt wurden.

Scheidet ein Arbeitnehmer aus den Diensten des Arbeitgebers aus, kann er nunmehr einen Anspruch auf Abfindungszahlung steuerbegünstigt in den Auf- bzw. Ausbau einer betrieblichen Altersversorgung investieren.

Lesen Sie im bald erscheinenden zweiten Teil die wichtigsten Änderungen für Freiberufler/Selbstständige und Unternehmen.

Alle Steuertipps haben wir in unserem Steuer-Kompass für Sie zusammengestellt.

Das Steuer-Update stellte für Sie zusammen:

Peter Rössler

Rechtsanwalt

Fachanwalt für Steuerrecht

Lesermeinungen zum Artikel

1 von 5 Sternen | Insgesamt 13 Bewertungen und 1 Kommentar

  • Abgabefrist für 2017

    Anonymer Knowledge Base Leser am 25.03.2018 um 06.07 Uhr

    Sehr geehrter Herr Rössler,
    an anderer Stelle habe ich gelesen, dass die Verlängerung der Abgabefrist bis um 31.7. erst ab dem nächsten Jahr gilt. Stimmt das, und könnten Sie das klarstellen? Vielen Dank.

    Antwort von der GULP Redaktion

    Hallo Herr Tillmann,

    vielen Dank für Ihre Frage.
    Tatsächlich war die Formulierung in unserem Text etwas missverständlich, weswegen wir den Absatz gleich bearbeiten werden. Zu Ihrer Frage:
    Auf der Seite des Bundesfinanzministeriums steht: Für das Steuererklärungsjahr 2017 gilt noch die alte Abgabefrist zum 31.5. des Folgejahres, also der 31.5.2018. Ab dem Steuererklärungsjahr 2018 tritt die Verlängerung ein. Mithin können Sie Ihre Steuererklärung im Folgejahr bis zum 31.7.2019 einreichen.

    Beste Grüße
    Ihre GULP Redaktion

Weitere Kommentare anzeigen

Ihre Meinung zum Artikel

Bitte verwenden Sie keine Links in Ihrem Kommentar.

Ihr Kommentar wird zunächst geprüft. Möchten Sie informiert werden, wenn er veröffentlicht wurde?
Bitte tragen Sie dazu Ihre E-Mail-Adresse ein:
Wir konnten Ihre Bewertung leider nicht speichern. Bitte geben Sie zuerst Ihr Feedback ab. Bitte aktivieren Sie die Checkbox "Ich bin kein Roboter", um das Formular senden zu können. Die Captcha Überprüfung war ungültig. Bitte versuchen Sie es erneut.
Lieber Leser, vielen Dank für Ihr Feedback.
Ihre Bewertung für den Artikel wurde gespeichert. Wir prüfen Ihren Kommentar bezüglich Netiquette und Datenschutzrichtlinien und veröffentlichen ihn danach in Kürze. Sie werden von uns per E-Mail darüber benachrichtigt.
Ihre GULP Redaktion.