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Alles ist agil! Agile Methoden im Quick Check

29.05.2018
GULP Redaktion – Monika Riedl
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Regelmäßig nehmen wir in unseren Quick Checks den Projektmarkt für einen bestimmten Skill unter die Lupe. Dieses Mal fällt die Wahl nicht auf einen bestimmten Skill an sich, sondern eher auf eine bestimmte Arbeitsweise. Die Rede ist von agilen Projektmanagementmethoden wie Scrum oder Kanban. Bereits 2015 führten wir eine ähnliche Analyse zu agilen Methoden durch und stellten damals fest: „Agil“ kommt. Ob und wie gut es mittlerweile angekommen ist, lesen Sie in diesem Artikel.

Als Datenbasis dienten uns dabei der GULP Trend Analyzer, der GULP Projektmarktindex sowie der GULP Stundensatzkalkulator. Bei der Analyse berücksichtigten wir agile Software Development Ansätze wie

  • Scrum
  • Test Driven Development (TDD)
  • Feature Driven Development (FDD)
  • Behavior Driven Development (BDD)
  • Dynamic Systems Development Method (DSDM)
  • Lean Software und
  • Kanban.

Agile Methoden – Key Facts

 

  • Der Begriff Scrum kommt eigentlich aus der Sportwelt, genauer genommen dem Rugby. Dort steht der Begriff für das „angeordnete Gedränge“.
  • Populär wurden agile Methoden erstmals 1999 mit dem Buch „Extreme Programming“ von Kent Beck et. al. Erste Vorreiter gab es jedoch schon seit den 1990er-Jahren.
  • Mit dem agilen Manifest wurden 2001 die Prinzipien des agilen Arbeitens festgelegt.
  • Die Arbeitsweisen wurden ursprünglich in der Software-Entwicklung angewendet, mittlerweile hält das Konzept auch Einzug beim Projektmanagement in weiteren Bereichen, zum Beispiel Marketing oder Engineering.

Der Projektmarkt für Scrum, Kanban & Co.

Schon 2015 prognostizierten wir: Das wird das Jahr der agilen Methoden. Damals tauchte bereits in jeder zehnten Projektanfrage, die über GULP an die bei uns registrierten Freiberufler herausging, einer der relevanten Begriffe auf. In den letzten zwölf Monaten ist dieser Anteil weiter gestiegen und liegt mittlerweile bei 14,6 Prozent. Das kann sich sehen lassen, denn somit spielt Agilität in einer Liga mit der Evergreen-Programmiersprache Java oder der Nachfrage nach SAP-Experten. In absoluten Zahlen bedeutet das, dass in den letzten zwölf Monaten 33.616 Projektanfragen an insgesamt 13.013 Freelancer herausgingen.

Veranstaltungstipp

Homo Agilis – ist Agilität Kopfsache? | GULP ProMaDays 2018

Agilität ist in aller Munde, wird überall hoch gelobt und oft bereits implementiert. Doch es reicht nicht, die Methoden einzelnen Teams einfach überzustülpen. Jedem einzelnen Mitarbeiter muss es möglich sein zu verstehen, auf welchen Werten die Methoden basieren. Nur dann kann er sich dem Wertewandel stellen und die neuen Methoden erfolgreich anwenden. Hochkarätige Sprecher zeigen bei den ProMaDays 2018 am 14. und 16. Juni in Hamburg, welche Auswirkungen der Umstieg auf agile Methoden und New Work auf den "Faktor Mensch" hat.

Wird die Welt agil? Entwicklung des Projektmarkts

Trend: Nachfrage agile Projekte in den letzten zwölf Monaten

Die Nachfrage nach agilen Projektmanagern, Scrum Mastern, agile Coaches oder einfach nur als Mitarbeiter in einem agilen Team hatte zwar in den letzten zwölf Monaten ihre Höhen und Tiefen, dennoch geht die Trendlinie deutlich nach oben. Im Oktober 2017 war der Bedarf am niedrigsten und lag bei einem Anteil an allen Projektanfragen von 11,6 Prozent. Im April 2018 ist die Nachfrage bis dato am höchsten: in 17,4 Prozent aller Projektanfragen wird das Thema Agilität erwähnt.

Trend: Nachfrage agile Projekte in den letzten drei Jahren

Ein Blick auf die letzten drei Jahre bestätigt diese Entwicklung. Bereits seit 2015 geht die Kurve steil nach oben – die Prognose aus der damaligen Marktstudie traf also voll zu.

Wird in agilen Projekten besser bezahlt?

 

Trotz des aktuellen Booms beim Thema Agilität und der oben gezeigten steigenden Nachfrage, gibt es kaum Unterschiede zwischen Projekten mit agilen Aspekten und der Grundgesamtheit. Beide liegen für die letzten zwölf Monate hinsichtlich des Stundensatzes auf etwa gleicher Höhe.

 

Auch bei der Stundensatzverteilung gibt es wenig Unterschiede zwischen agilen Projekten und dem Gesamtdurchschnitt. Die Kurve ist etwas spitzer und im Vergleich zur Gesamtheit sind etwas weniger Stundensatzforderungen unter 60 Euro in den Profilen eingetragen, dafür etwas mehr zwischen 80 und 90 Euro. Die Mehrheit (82,4 Prozent) der Freelancer, an die Projektanfragen zum Thema Agilität verschickt wurden, fordert einen Stundensatz zwischen 70 und 100 Euro.

Wo gibt es die meisten Projekte für Scrum Master, agile Projektmanager & Co.?

Wie so oft hat der Großraum München in Sachen Projektanfragen die Nase vor. Fast jede fünfte wird für das Postleitzahl-Gebiet 8 verschickt. An zweiter Stelle folgt wieder das Frankfurter (Main) Bankenzentrum mit der Postleitzahl-Region 6. Die neuen Bundesländer und Berlin (Postleitzahl-Region 1) liegen auf Platz drei. Hier macht sich vermutlich die Berliner Start-up-Szene bemerkbar. Denn gerade bei der schnellen Entwicklung von neuen Produkten „aus dem Nichts“ und ohne bereits festgefahrene klassischen Prozesse kommen die Vorteile von agilen Arbeitsweisen voll zum Tragen.

Doch leider scheint genau bei solchen Unternehmen am wenigsten zu holen zu sein. Denn bei der regionalen Aufteilung der geforderten Stundensätze liegt die Postleitzahlen-Region 1 mit durchschnittlich 77,94 Euro auf dem vorletzten Rang. Noch weniger gibt es nur noch im Osten der Republik (Postleitzahl-Region 0). Spitzenreiter in Sachen Stundensatz im gesamten deutschsprachigen Raum ist natürlicherweise die Schweiz mit umgerechnet 100,91 Euro. In Deutschland liegt der Großraum Frankfurt am Main (Postleitzahl-Region 6) mit 82,44 Euro vorne. Der Nachfragen-Spitzenreiter München liegt im vorderen Mittelfeld auf Platz vier.

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