a Randstad company
Login
© Adobe Stock / Sikov

Einkauf, HR oder IT?

Welche Abteilungen suchen am häufigsten externe Experten?

01.08.2018
GULP Redaktion – Maria Poursaiadi
Artikel teilen:

Heutzutage sind IT- und Engineering-Experten in Unternehmen sehr gefragt: Ob Modernisierungsmaßnahmen, ob Produktentwicklung, Veränderungs- oder Digitalisierungsprojekte. Der Bedarf zieht sich durch die verschiedensten Abteilungen. Die Anfragen werden nicht immer zentral über die Personalabteilung geregelt. Die Initiative übernehmen an der Stelle auch oft die jeweiligen Leiter oder Projektverantwortlichen. Unsere Redaktion wollte daher im Rahmen der anstehenden GULP Fachtagung für Einkauf und Personalbeschaffung wissen, woher die Aufträge tatsächlich kommen. Wer tritt mit den IT- oder Engineering-Experten in Kontakt? Sind dies nach wie vor Einkäufer? Spielt die Personalabteilung vielleicht mittlerweile eine wichtigere Rolle? Oder sieht das Bild ganz anders aus? Und wer ist die erste Adresse, wenn Freelancer selbst auf Kundenakquise gehen?

Deswegen haben wir eine Leserbefragung durchgeführt. Hier stellen wir Ihnen unsere Ergebnisse vor.

Direkter Projektjob vom Kunden – wer beauftragt?

Grob unterteilt gibt es zwei Wege ins Projekt: durch einen Direktauftrag des Kunden oder über Umwege, weil das Projektangebot auf einem Online-Portal gefunden wurde, ein Personaldienstleister anfragt oder eine anderweitige Option vorliegt. Uns interessierte, welche Abteilung die IT- und Engineering-Freelancer beauftragt, wenn die Unternehmen selbst die Initiative übernehmen.

Einkauf und HR sind diejenigen Abteilungen, die per Funktion für die Beschaffung von passenden internen und externen Fachkräften zuständig sind. Was die Beauftragung von IT-Experten betrifft, hat jedoch die IT-Abteilung die Nase mit 27 Prozent vorn. Mit ganzen 5 Prozent Abstand kommt dann erst die Einkaufsabteilung, der die anderen Fachabteilungen auf den Fersen sind. Die Personalabteilung spielt in Sachen Externenbeauftragung mit 5 Prozent eher eine nachgelagerte Rolle. Unter „Sonstiges“ wurde außerdem die Projektleitung genannt. 

Projektakquise durch IT-Freelancer – wer wird angesprochen?

Und umgekehrt? Wenn IT- und Engineering-Experten selbst aktiv suchen? Auf wen gehen sie zu?

Auch hier sind die Fachabteilungen Hauptanlaufstelle. Mit 36,4 Prozent führen die IT-Abteilungen die Tabelle deutlich an. Mit rund 27 Prozent folgen die anderen Fachabteilungen. Personal- und Einkaufsabteilungen kommen hier zusammen nicht über 12 Prozent und sind daher eher selten Ansprechpartner für suchende Freelancer.

Während des Projekts – wer arbeitet enger mit IT-Freelancer zusammen?

Im Laufe eines Projekts stehen externe Spezialisten ebenfalls mit verschiedenen Verantwortlichen in Kontakt. Ob bezüglich des Projektvertrags oder -ausführung, administrativer Fragen oder sonstiger Betreuung. Doch mit wem haben die Freelancer am meisten zu tun? Hier ließ die Redaktion eine Mehrfachnennung zu, da im Laufe eines Projekts unterschiedliche Kontakte zustande kommen können und keine strikte Auswahl notwendig ist.

Hier ändert sich zwar nichts an der grundsätzlichen Reihenfolge, doch verdichtet sich das Feld der Ansprechpartner deutlich. Nach wie vor rangiert die IT-Abteilung an vorderster Stelle, was auch in der Natur von Digitalisierungsprojekten liegt. Auch die anderen Fachabteilungen spielen eine wichtige Rolle – weil gerade Transformationen und Modernisierungen bei ihnen vorgenommen werden. Interessant: Der Einkauf und die Geschäftsführung sind zu gleichen Teilen Ansprechpartner während eines Projekts. Die Personalabteilung spielt auch in dieser Gewichtung bei externen Spezialisten eher eine untergeordnete Rolle.

Herausforderungen bei der Expertensuche

Den passenden Spezialisten finden, ist stets eine schwierige Aufgabe. Neben Skillprofil, Erfahrung und Branchen- oder Produktkenntnisse spielen oftmals auch Verfügbarkeit und Preis eine große Rolle. Doch was meinen die Experten wohl selbst, vor welchen Herausforderungen die Unternehmen in Zukunft stehen werden, wenn es um die Expertensuche geht?

Hier ergibt sich ein wenig überraschendes Bild. Dauerbrenner ist der allgemeine Fachkräftemangel (67,5 Prozent). Es gibt zu wenige Experten im Vergleich zur Nachfrage und zu wenig Nachwuchs. Weiterhin sehen viele Freelancer das Thema Scheinselbstständigkeit als ein Problem (58,8 Prozent). Die weiterhin bestehende Rechtsunsicherheit bei Werk- und Dienstverträgen hält viele Unternehmen immer noch auf Trab. Interessanterweise haben sich 42,5 Prozent der Umfrageteilnehmer außerdem für die mangelnde Agilität der Unternehmen entschieden. Die fehlenden technischen und prozessualen Möglichkeiten, agile Projekte einzuführen, machen viele Aufträge gerade für IT-Experten, die im Hinblick auf technologische Entwicklung meist an vorderster Front stehen, unattraktiv. Weitere Herausforderungen, die unter „Sonstiges“ aufgezählt wurden, waren: mangelndes fachliches Know-how sowie eine mangelnde eigene Bedarfseinschätzung der Verantwortlichen. Ein weiteres Problem, so die Experten, ist die fehlende Bereitschaft der Unternehmen, Remote-Arbeit zuzulassen.

Veranstaltungstipp

Sind Sie Einkäufer oder Personaler und möchten sich über aktuelle Themen zum Einkauf von Personaldienstleistungen informieren? Dann besuchen Sie unsere GULP Fachtagung.

Lesermeinungen zum Artikel

Es wurden noch keine Bewertung abgegeben.

Ihre Meinung zum Artikel

Bitte verwenden Sie keine Links in Ihrem Kommentar.

Ihr Kommentar wird zunächst geprüft. Möchten Sie informiert werden, wenn er veröffentlicht wurde?
Bitte tragen Sie dazu Ihre E-Mail-Adresse ein:
Wir konnten Ihre Bewertung leider nicht speichern. Bitte geben Sie zuerst Ihr Feedback ab.
Lieber Leser, vielen Dank für Ihr Feedback.
Ihre Bewertung für den Artikel wurde gespeichert. Wir prüfen Ihren Kommentar bezüglich Netiquette und Datenschutzrichtlinien und veröffentlichen ihn danach in Kürze. Sie werden von uns per E-Mail darüber benachrichtigt.
Ihre GULP Redaktion.

Ähnliche Artikel