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Lebenslanges Lernen für Freelancer – so geht’s einfach

19.06.2019
David Göhler – Freiberuflicher Autor
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Lebenslanges Lernen – klingt ein wenig wie Höchststrafe für Schulverweigerer, ist aber das Beste, was einem passieren kann, wenn man nicht immer das Gleiche arbeiten möchte. Und die Welt dreht sich so schnell, dass es für Freelancer unabdingbar ist, sich ständig weiterzubilden. Schließlich holen sich Unternehmen sie ja gerade deshalb in ihre Projekte, weil sie einen weiten Horizont und viel Know-how haben. Freelancer sind in sehr unterschiedliche Projekte eingebunden, kennen innovative Lösungen und die neueste Technik – so die Idealvorstellung. Damit Sie diesen Ansprüchen genügen können, ist Weiterbildung absolute Pflicht – und das nicht nur einmal in fünf Jahren, sondern ständig. Außerdem bieten sich für Freelancer durch den in Deutschland anhaltenden Fachkräftemangel viele Chancen, sich für Bereiche weiterzubilden und zu qualifizieren, in denen gerade ein besonders hoher Bedarf besteht.

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Spielerisch und locker Know-how aufbauen

Meetups sind klasse, wenn man sich ungezwungen zu einem bestimmten Thema mit anderen austauschen möchte. (Quelle: Screenshot von www.meetup.com)

Die Zeiten, in denen man ein Seminar gebucht hat und dann der Unterricht nur von vorne kommt, sind schon länger vorbei. Natürlich gibt es diese Form der Weiterbildung noch, aber sie verliert an Bedeutung. Die Lernpsychologie zeigt auch, dass es sich viel leichter lernt, wenn man selbst anpacken, sich einbringen und mitmachen kann. Das ist der Kern des Wortes „begreifen“: Wer selbst etwas anfasst und herumdreht und aus vielen Winkeln betrachtet, versteht es viel besser, als wenn er es in einem Video sieht. 
Ein Einstieg und besonders locker sind Meetups. Hierbei treffen sich Gleichgesinnte und tauschen sich über Themen aus oder stellen ihre Projekte vor. Das geschieht im kleinen Rahmen und bietet viele Möglichkeiten, mit Fragen sein Wissen zu erweitern. Um sie zu finden, kann man Plattformen wie www.meetup.com kostenlos nutzen und seine Interessen definieren, um eine Liste mit aktuellen Veranstaltungen in seiner Region einzusehen.

Wem das zu locker und unkonkret ist, sollte sich nach Lab Days umschauen. Das sind Veranstaltungen von Universitäten und Forschungseinrichtungen, in denen die Projektgruppen ihre Ergebnisse und Forschungen vorstellen. Oft dauern sie einen halben Tag oder starten am späten Nachmittag. Bei manchen Open Lab Days kann man auch selbst experimentieren und natürlich viele Fragen stellen. Hierbei bekommt man auch einen guten Eindruck, wo die Forschung aktuell steht und welche Herausforderungen gerade zu nehmen sind.
Noch größer und manchmal auch chaotischer sind Barcamps. Sie dauern meist ein oder zwei Tage, stehen unter einem Motto und haben oft kein Programm. Was während des Camps passiert, entscheiden die Teilnehmer beim Start selbst. So kann ein Barcamp aus Diskussionen, Präsentationen, Workshops, Hands-on-Sessions und vielem mehr bestehen. Manche Veranstalter geben ihren Barcamps aber auch ein konkretes Programm. Ob das für einen selbst passt, lässt sich nur in einem Versuch herausfinden.
Wer gerne praktisch und intensiv loslegen möchte, sollte sich Hackathons anschauen. Hier finden sich oft interdisziplinäre Gruppen aus Programmierern, Designern, Entwicklern oder auch Textern zusammen, um gemeinsam konkret etwas zu entwickeln. Das können reine Software-Projekte, aber auch Hardware-Entwicklungen sein. Manchmal sind Hackathons auch Wettbewerbe, bei denen Gruppen antreten. Hier gibt es etliche Spielarten. 
 

Online-Startpunkte zur Weiterbildung

Für die Weiterbildung muss man sich aber nicht immer aus seiner Komfortzone begeben. Auch die Online- und Selbstlernangebote sind mittlerweile sehr vielfältig. 
Für viele moderne Programmiersprachen gibt es interaktive Lernumgebungen, in denen man sich die nötigen Kenntnisse spielerisch und zu selbst gewählten Zeiträumen und Zeiten aneignen kann. Beispiele sind die „Go“-Tour oder der Swift Playground, eine App fürs iPad, um Swift zu lernen. Mittlerweile gibt es sogar Plattformen wie katacoda, die im Webbrowser interaktive Umgebungen für eine Vielzahl von Techniken bereitstellen, damit man nicht erst ein Betriebssystem und eine Anwendung aufsetzen muss, um mit dem Lernen starten zu können. Hierbei geht es oft gar nicht nur um Programmiersprachen, sondern darum, Anwendungen wie Git, Docker oder Tensorflow beherrschen zu lernen.

katacoda im Einsatz: Hier eine Session zur Versionsverwaltung Git (Quelle: Screenshot von www.katacoda.com)

Webinare sind ein guter Online-Startpunkt, um sich zu Beginn mit einem Thema auseinanderzusetzen. Oft sind es Live-Präsentationen, bei guten Webinaren sieht man auch den Sprecher, kann interaktiv Fragen stellen und an Umfragen teilnehmen oder sogar per Ton mitdiskutieren. In der Regel erhält man hinterher den Live-Mitschnitt zum Download. Wer im Internet nach englischen Webinaren sucht, wird sicher fündig. 
Mehr Tiefe erhält man allerdings nur bei Online-Kursen, die aus vielen Lerneinheiten bestehen und die man zu beliebigen Zeiten selbst starten und durcharbeiten kann. Neben der reinen Wissensvermittlung per Video und Text bekommen die Teilnehmer Aufgaben und müssen diese lösen. Diese Kurse sind in der Regel kostenpflichtig. Gute Einstiegspunkte sind hierzu udacity.com (nur Englisch) und udemy.com (viele deutsche Kurse und teilweise sehr günstig). 

News aus der Weiterbildungsszene

Gerade im Bereich der Weiterbildung gibt es aktuell viel Bewegung und neue Entwicklungen. Wer noch auf der Suche nach der idealen Form für den eigenen Wissensaufbau ist, kann sich auf einer Messe wie der Learntec in Karlsruhe ausführlich informieren. Die Messe findet immer im Januar statt (nächster Termin: 28. – 30. Januar 2020) und zeigt die neuesten Trends beim Thema Weiterbildung. Da auch alle wichtigen Anbieter vertreten sind, kann man sich auch als Freelancer einen guten Überblick verschaffen.

Fazit

Heutzutage ist es online mit relativ geringem Zeit- und Kostenaufwand möglich, sich effizient, aber auch spielerisch weiterzubilden und dabei möglichst viel aus der knappen Zeit herauszuholen. Den notwendigen Austausch mit Gleichgesinnten erlauben dabei viele Plattformen. Das einzige, was noch fehlt ist: Den inneren Schweinehund besiegen und starten!

Lesermeinungen zum Artikel

5 von 5 Sternen | Insgesamt 1 Bewertung und 1 Kommentar

  • weitere interessante Angebote

    Gunther Thielemann am 21.06.2019 um 08.27 Uhr

    Vielen Dank für die interessanten Hinweise. Für mich sind auch die Online Kurse des Hasso-Plattner-Instituts eine gute Anlaufstelle
    ( https://open.hpi.de ). Der Stoff ist didaktisch gut aufbereitet. Die Vorlesungen (Video, Präsentationen) stehen zum Download zur Verfügung. Zum Austausch mit anderen Teilnehmern und den Referenten gibt es für jeden Kurs ein Forum.

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