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Corona-Krise: Wie geht es finanziell weiter?

Ratgeber zu Staatshilfen und Zuschüssen für Freelancer, Selbstständige und Kleinunternehmer

25.03.2020
Christian Lenz
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Abgesehen von der aktuell vorrangigen Sorge von Kleinunternehmern, Selbstständigen und Freiberuflern um ihre Gesundheit dürften sich deren Gedanken in der momentanen Lage vor allem um die Frage drehen, wie es mit ihrem Unternehmen bzw. ihrer Selbstständigkeit angesichts der Krise wirtschaftlich weitergeht.

Gerade Kleinunternehmer, Selbstständige und Freelancer werden angesichts der durch Corona notwendig gewordenen Maßnahmen in ihrem unternehmerischen Dasein bedroht. Aufträge werden gekündigt, storniert oder gar nicht erst ausgelöst, die eigenen Kinder müssen betreut und versorgt werden, da Schulen und KiTas bundesweit geschlossen sind und in vielen Bundesländern gelten Ausgangsbeschränkungen sowie das bundesweite Kontaktverbot.

Zur Abfederung der hieraus resultierenden Folgen haben Bundes- und Landesregierungen sehr schnell angekündigt, die Klein- und Kleinstunternehmen mit verschiedenen Hilfsprogrammen absichern zu wollen.

50 Milliarden Euro Soforthilfen von Vater Staat

Die Bundesregierung hat Staatshilfen in Höhe von bis zu 50 Milliarden Euro für den Bereich der Solo-Selbstständigen sowie Klein- und Kleinstunternehmer beschlossen. Diese sollen zu einem Viertel als direkte Transferleistung des Bundes an durch die Krise in wirtschaftliche Not geratene Einzelunternehmer gehen.

Drei Viertel dieses Hilfspaketes soll als Darlehen ausgeschüttet werden, wobei alle eingehenden Anträge zunächst schnell und unbürokratisch bewilligt werden und eine Prüfung der tatsächlichen Bedürftigkeit erst im Nachgang erfolgen soll.

Abhängig von der Zahl ihrer Beschäftigten können Unternehmen, Freiberufler und Selbstständige eine Einmalzahlung von bis zu 15.000 Euro (bei bis zu zehn Beschäftigten) für drei Monate erhalten, die – abgesehen von einer möglichen Überkompensation – nicht zurückzuzahlen ist! Bei bis zu fünf Beschäftigten ist immerhin ein nicht zurückzuzahlender Zuschuss in Höhe von 9.000 Euro für drei Monate möglich.

Voraussetzung für eine solche Finanzspritze ist lediglich, dass das beantragende Unternehmen nicht bereits vor März 2020 in wirtschaftlichen Schwierigkeiten gewesen sein darf. Die Antragstellung, Bearbeitung der Anträge sowie die Auszahlung der Mittel wird durch die Bundesländer/Kommunen erfolgen.

Auch Bundesländer greifen den Freelancern unter die Arme

Darüber hinaus hat fast jedes Bundesland weitere Maßnahmen in petto. Einen vollständigen Überblick sowie Links zu den Informationsseiten der Länder finden Sie auf den Seiten des BMWi unter dem Punkt “Soforthilfe für Solo-Selbstständige und Kleinstbetriebe”.

So bietet beispielsweise der Freistaat Bayern für die Angehörigen freier Berufe und gewerbliche Unternehmen mit bis zu 250 Beschäftigten, die über eine Betriebs- oder Arbeitsstätte in Bayern verfügen, die Möglichkeit, finanzielle Soforthilfe in Anspruch zu nehmen. Auch diese muss nicht zurückgezahlt werden, ist aber mit der Voraussetzung verbunden, dass sie der Überbrückung eines akuten Liquiditätsengpasses dienen muss. Es muss also die Notwendigkeit für diese Mittel bestehen, um laufende Verpflichtungen zu erfüllen. Die bayerische Soforthilfe kann (je nach Anzahl Beschäftigter) zwischen 5.000 und 30.000 Euro betragen.

Schutzschild des BMWi

Des Weitern haben die Bundesministerien für Finanzen und Wirtschaft den „Schutzschild für Beschäftigte und Unternehmen“ geschmiedet. Dieser besteht aus vier Säulen, beispielsweise steuerlichen Erleichterungen, um die Liquidität zu erhöhen, sowie KfW-Kredite in unbegrenzter Höhe. Letztere können einfach über die jeweiligen Hausbanken beantragt werden.

Da Einzel- und Kleinunternehmer im Regelfall nicht über eine Arbeitslosenversicherung verfügen, hat die Bundesregierung Maßnahmen beschlossen, um diesen Unternehmern den Zugang zu Sozialleistungen nach dem SGB II zu vereinfachen. Für die Dauer von sechs Monaten greift eine vereinfachte Vermögensprüfung und die Kosten für Unterkunft und Heizung werden in dieser Zeit in tatsächlicher Höhe anerkannt.

Somit ist für Kleinunternehmer, Selbständige und Freelancer der Verbleib in der eigenen Wohnung gesichert und die Ausübung der selbständigen Tätigkeit muss – wie auch schon bisher – nicht aufgrund Leistungsbezuges aufgegeben werden.

Ob diese Maßnahmen wirklich ausreichen und vor allem speziell auf die Bedürfnisse von IT- und Engineering-Freelancern passen, wird die nähere Zukunft zeigen. 

 

 

Christian Lenz arbeitet als Syndikusrechtsanwalt bei der GULP Information Services GmbH

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Lesermeinungen zum Artikel

2,8 von 5 Sternen | Insgesamt 6 Bewertungen und 2 Kommentare

  • Keine Hausbank - keine Beihilfen

    Richard am 25.03.2020 um 20.14 Uhr

    Ich habe in den letzten 10 Jahren gut verdient. Habe nie Geld gebraucht oder geliehen. Mal von dem einen oder anderen PKW-Leasing abgesehen. Muss nichts und musste nie investieren. Ich habe zwar eine Angestellte aber mit der bin ich auch verheiratet. Seit mehren Jahren habe ich keine Hausbank. Meine Konten, privat wie geschäftlich, liegen bei zwei unterschiedlichen Direktbanken. Jetzt brauche ich aber leider eine Liquiditätshilfe. Und habe die Direktbaken darauf angesprochen. Die wollen mit der Verwaltung der Beihilfen nichts zu tun haben und verweisen auf die Banken der Länder. Ich lebe in Niedersachsen, dort gibt es die NBank. Die sagt zu mir: "Beihilfen, kein Problem. Wird über ihre Hausbank abgewickelt. Ich: Ich habe keine Hausbank. NBank: Sie brauchen eine Hausbank. Hier, bitteschön, eine Liste der möglichen Institute..." Also klappere ich seit mehreren Tagen alle möglichen 'Hausbanken' ab. Ohne Erfolg. Die Antworten schwanken zwischen 'F*** dich', ' Hmm, schwierig. Wir kennen uns ja gar nicht' und 'Kein Problem. Eröffnen Sie einfach ein Konto. Ich muss Sie aber darauf hinweisen, das der Vorgang - jetzt wo wir so unterbesetzt sind -ein paar Wochen dauern kann.' Und jetzt?

  • Klar 10 Mitarbeiter kosten sicher unter 15.000 € im Monat ...

    Meins am 25.03.2020 um 19.22 Uhr

    Der Staat ist ein Lügner ... er stellt keine mehrere 100 Milliarden zur Verfügung. Kredite sind nicht zur Verfügung stellen zumal das Banken übernehmen und kein Staat. Meister Söder der bekannter Massen bei den ersten Fällen bei Webasto in München und Starnberg wegen selbstgefälliger Überheblichkeit keinen Grund sah aktiv zu werden und früh das Problem bekämpfen trägt die alleinige Verantwortung für alle jetzt entstehenden Verluste. Eigentlich sollte er diese weil er sie verursacht hat aus der privat Tasche bezahlen müssen. Dafür hat er aber leider den Arsch zu weit unten. Klar sind ja nur die Dummen Chinesen die das nicht im Griff haben kann in Deutschland nicht passieren. Logisch ... oder?
    Die Menschen haben Massive Verluste durch das totale Versagen der Verantwortlichen erlitten und sollen nun mit ein paar lausigen Krediten abgespeist werden. Ja Typisches vorgehen für Merkel Versager Regime. Ich hoffe sehr das für die nächste Wahl niemand vergisst das er den Verlust seines Vermögens den drei Reitern der Apokalypse (CDU, CSU, SPD) zu verdanken hat. Ist ja nicht so das nicht am Ausmaß der Problem in China nicht zu erkenne gewesen wäre das man Vorsicht walten lassen sollte. Der Pseudowissenschaftler vom Staatlichen RKI hat noch Hysterisch Protestiert als in China und Italien die Regionen abgeregelt wurden ... alles völlig unnötig. Jetzt geht ihm der Arsch so auf Grundeis das er alle auf den Virus testen will egal ob krank oder nicht. Ist ja wurscht ob man dann noch frei Laborkapazitäten hat um sich um die wirklich kranken zu kümmern. Bei Merkel, Seehofer, Span und Söder hat man gemessen an den Taten den Eindruck sie wollen die Krise auf das Maximal mögliche Desaster Eskalieren. Ich fordere einen sofortigen Rücktritt der gesamten Regierung zum wohle des Volkes sollten sie endlich mal tun was das einzig richtige ist ... zugeben das sie seit Jahrzehnten Versagt haben und zurücktreten.

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