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Entscheidung: Freelancer oder festangestellt in der IT - welchen Weg einschlagen?
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Berufung statt Beruf – als IT-Freelancer durchstarten

Vor- und Nachteile der Selbstständigkeit

21.08.2020
Monika Riedl – GULP Redaktion
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Wer kurz vor Abschluss seines IT-Studiums oder der Ausbildung ist, steht oft vor der Frage: Wie steige ich ins Berufsleben ein? Festangestellt mit sicherem Job und viele Sicherheiten oder lieber selbstbestimmt als Freelancer mit attraktiven Verdienstmöglichkeiten? Werfen Sie mit uns einen Blick auf die Optionen.

Freelancer-Markt floriert – trotz allem

Unabhängig sein – das ist es, was IT-Freelancer an ihrem Leben als Freiberufler bzw. Selbstständige zu schätzen wissen. Und auch die Auftragslage ist weiterhin gut. Durch den digitalen Wandel, nicht zuletzt befeuert durch die Corona-Krise, setzen immer mehr Unternehmen auf das Know-how hoch spezialisierter externer Experten, die sie projektspezifisch einsetzen. 

Die Branchen der Unternehmen, die Freelancer einsetzen, sind breit gefächert. Banken und Finanzinstitute, Industrie, Automotive, IT sowie Handel und Konsumgüter sind aktuell jedoch ganz weit vorne. Am häufigsten werden freie Softwareentwickler, Projektmanager und Berater gesucht. 

Für und Wider der Selbstständigkeit: Freiheit vs. Sicherheit

Trotz guter Auftragslage will die Entscheidung, als Freelancer zu arbeiten, gut überlegt sein, denn der Weg zurück in die Festanstellung ist nicht immer leicht. Beim Abwägen von Pro und Kontra spielen auch ganz persönliche Faktoren eine Rolle. Viele schätzen es, ihre Zeit frei einteilen und entscheiden zu können, in welchen Projekten sie tätig sein wollen. Freelancer sind grundsätzlich flexibler und können sich durch die unterschiedlichen Projekte schneller fachspezifisches Know-how aufbauen. Zudem gibt es die Möglichkeit, in vielen verschiedenen Branchen und Unternehmen zu arbeiten und diese kennenzulernen. Dabei stehen die Chancen gut, berufliche Kontakte zu knüpfen. Gerade mit wachsender Erfahrung sind auch die finanziellen Entwicklungsmöglichkeiten besser als in einer Festanstellung. 

Diese an sich positive Freiheit erfordert auf der anderen Seite mehr Selbstdisziplin und Selbstorganisation als ein regulärer Bürojob mit fixen Arbeitszeiten. Auch in Sachen finanzieller Absicherung ist viel Eigeninitiative gefragt. Wer zudem ein sehr hohes Sicherheitsbedürfnis hat und viel Wert auf den regelmäßigen und zuverlässigen Gehaltseingang legt, für den ist eine Position in Festanstellung häufig sinnvoller. 

  • GULP ist seit über 20 Jahren ein führendes Projektportal sowie Personalagentur. 
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Welche Skills müssen Freelancer mitbringen?

Eine große fachliche Affinität und Leidenschaft für die Materie sind natürlich Grundvoraussetzungen, um als IT-Freelancer tätig zu werden. Zudem ist eine gehörige Portion an Dienstleister-Mentalität vonnöten. Denn der Kunde erwartet gute Beratung, zeitnahe Antworten und eine schnelle Bearbeitung von Aufträgen. Auch sehr gute Englischkenntnisse in Wort und Schrift gehören bei der Projektarbeit mittlerweile zum Standard. Zeitliche und örtliche Flexibilität erleichtern die Projektakquise enorm, vor allem demjenigen, der nicht in den IT-Ballungszentren München und Frankfurt am Main wohnt. 

Freiberufler werden – das müssen Sie beachten

Der eigentliche Schritt in die Selbstständigkeit ist meist kleiner als erwartet. Häufig bauen sich Freelancer neben ihrer hauptberuflichen Tätigkeit in einem Unternehmen ihre eigene Existenz auf. Hier sollte jedoch der Arbeitgeber einverstanden sein, denn gerade, wenn der Mitarbeiter durch die Nebentätigkeit im Hauptberuf nicht voll leistungsfähig ist oder wenn er im direkten Wettbewerb zu seinem Arbeitgeber steht, hat dieser ein Wort mitzureden. 

Für den hauptberuflichen Start als Freelancer ist im Vergleich zu anderen Berufen ein relativ geringes Startkapital notwendig, denn die Betriebsausstattung ist überschaubar. Dennoch gilt es, bei der Gründung ein paar wichtige Dinge zu beachten. Vertraut machen sollten sich Freiberufler mit Themen wie Honorarkalkulation, Geschäftspositionierung, Rechtsform, Steuern, Buchhaltung und der Vertragsgestaltung. Unbedingt sollten Freelancer wissen, was es mit der Scheinselbstständigkeit auf sich hat und wie diese vermieden werden kann. Auch das Thema Absicherung sollten zukünftige Freelancer gleich am Anfang in ihre Berechnungen mit einbeziehen. Denn die Kosten für Altersvorsorge, Kranken-, Pflege- und Unfallversicherung sowie die Absicherung der Familie sind nicht zu unterschätzen. 

Wer nicht nur die Solo-Selbstständigkeit, sondern den Start eines eigenen Unternehmens mit Mitarbeitern anstrebt, kommt um einen Businessplan nicht herum. Darin sollte die Entwicklung in den nächsten Jahren festgezurrt und so die Zielperspektive inklusive der Meilensteine vorgegeben werden. 

Nicht nur für Unternehmensgründer ist die Unterstützung eines Gründungsberaters empfehlenswert. Er hilft bei allen Fragen und berät auch bei der Beantragung des Gründungszuschusses. Auch auf Informationsportalen wie der GULP Knowledge Base gibt es viel nützliches Wissen für Freelancer in Sachen Gründung, Recht und Steuern sowie Informationen über Trends und Entwicklungen der IT-Branche. 

Weiterlesen: Alles, was Sie zum Start in die Selbstständigkeit wissen müssen, haben wir in unserer Themenwelt "Freiberufler werden" für Sie zusammengestellt.

Auf Kundenfang – so akquirieren Freelancer Kunden

Das erste große Projekt ist an Land gezogen und bald abgeschlossen – wie an Folgeaufträge kommen? In puncto Akquise vertrauen viele Freelancer auf ihr eigenes Kontaktnetzwerk sowie auf Personaldienstleister bzw. Online-Portale. Gerade wer noch kein großes Netzwerk hat, sollte sich dort sichtbar machen, wo auch die Kunden nach freiberuflichen Experten suchen: auf Vermittlungsplattformen oder Business- Netzwerken wie XING und LinkedIn. Auch der richtige Auftritt ist entscheidend. Ein Profil sollte beispielsweise auf den ersten Blick zeigen, in welchen Bereichen der Freelancer Spezialist ist, und die richtigen Schlagworte enthalten. Dabei gilt oft: Weniger ist mehr. Wer zeigt, dass er in einem speziellen Bereich Expertise besitzt, wirkt glaubwürdiger als jemand, der von A wie Apps bis Z wie Zertifizierter Projektmanager eine allzu breite Palette an Know-how anbietet. 

 

Hinweis:

Der von der GULP Redaktion verfasste Beitrag ist bereits im Ratgeber „Traumjob IT“ von e-fellows.net erschienen.

Lesermeinungen zum Artikel

2,3 von 5 Sternen | Insgesamt 3 Bewertungen und 1 Kommentar

  • Wer nicht wagt, der nicht gewinnt

    Bastian am 27.08.2020 um 17.42 Uhr

    Ich bin derzeit ebenfalls dabei, meine ersten Schritte als IT-Freelancer im Bereich der Web-Entwicklung zu gehen. Vorher habe ich mehrere Jahre bei verschiedenen Unternehmen als Software-Entwickler gearbeitet, um mir ein solides Fundament an Praxiserfahrung aufzubauen. Im Nebengewerbe konnte ich während dieser Zeit risikolos bereits Erfahrungen damit sammeln, was alles an Bürokratie (Gewerbeanmeldung, Steuererklärung, Finanzamt, Umsatzsteuervoranmeldung, Zusammenfassende Meldung, etc.) auf mich zukommt.

    Ich denke: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Falls es mit der Selbstständigkeit innerhalb von ein paar Monaten nicht klappt, kann man als gefragter Software-Entwickler doch meist problemlos eine neue Festanstellung finden.

    Wer mich auf meinem Weg in die Selbstständigkeit begleiten möchte, kann das übrigens auf meinem Blog tun: https://www.digitalpush.net/

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