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Studie: Freelancer verlieren durch Gesetzgebung zur Scheinselbstständigkeit Aufträge und Einkommen

Neue Studie des Bundesverbands für selbständige Wissensarbeit und der Hochschule Ludwigshafen

10.12.2020
Gerd Meyring – Freiberuflicher Autor
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„Ich tue alles, dass wir mit Bildung, Forschung und Innovation diese nächsten zehn Jahre zu den wirklich goldenen 20er-Jahren des 21. Jahrhunderts machen“, versprach Bundesbildungs- und Forschungsministerin, Anja Karliczek im Januar 2020 auf einem Unternehmerkongress. Tut die ehemalige Bankangestellte das wirklich? 

Immerhin 86 Prozent der deutschen Freelancer bezweifeln das. Ihrer Ansicht nach schadet die aktuell geltende Gesetzgebung zur Einordnung freier Mitarbeiter als Scheinselbstständige der Innovationsfähigkeit deutscher Unternehmen in kritischem bis sehr kritischem Maße. Fast ebenso viele freie IT-Profis und Ingenieure glauben, die Gesetzeslage beschränke die internationale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen in kritischem bis sehr kritischem Maß. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, für die der Bundesverband für selbständige Wissensarbeit gemeinsam mit dem Institut für Management und Innovation der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft in Ludwigshafen im Sommer 2020 über 1.450 Freelancer und ihre Auftraggeber befragte.

Grafik: Aktuelle Gesetzgebung zum Einsatz (solo-)selbstständiger Wissensarbeiter gefährdet laut Freelancern die deutsche Innovationsfähigkeit

Die Selbstständigen haben allen Grund, am Versprechen der Bildungsministerin zu zweifeln. Denn den Abbau von Bürokratie oder die Schaffung einer transparenteren und rechtssichereren Regelung der Scheinselbstständigkeit erwähnt Karliczek in ihrer Rede mit keinem Wort.

Auftraggeber verlieren durch die aktuelle Gesetzgebung ihre Flexibilität

Dabei kassiert die Deutsche Rentenversicherung Bund bei Auftraggebern freier IT-Profis und Ingenieure Sozialversicherungsbeiträge in beträchtlicher Höhe nach, wenn sie in einem Statusfeststellungsverfahren zu dem Schluss kommt, bei dem freien Mitarbeiter handele es sich um einen Scheinselbstständigen. Um dieses Risiko zu minimieren, müssen Unternehmer bei der Beauftragung von Freelancern einen erheblichen Complianceaufwand treiben. „Die Durchführung von Projekten wird dadurch in vielen Fällen verlangsamt“, berichtet Adél Holdampf-Wendel, Bereichsleiterin Arbeitsrecht und Arbeit 4.0 beim Digitalverband Bitkom. Außerdem ließen die Gesetzeslage und die Compliance-Vorgaben die Umsetzung agiler Methoden nicht mehr in Reinform zu. Das kostet Unternehmen Flexibilität und Reaktionsschnelligkeit. Genau diese zeichnen in der Digitalisierung jedoch ihre Innovationskraft aus. 

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Unternehmen reduzieren die Zusammenarbeit mit Freelancern

Das hat, wie die Studie des Bundesverbandes für selbständige Wissensarbeit zeigt, auch für Freelancer weitreichende Folgen. Zwei von drei freien Experten berichten, dass Auftraggeber immer seltener mit Freelancern zusammenarbeiten. Jeder dritte Selbstständige gab in der Umfrage sogar an, seine Auftraggeber würden nun komplett auf den Einsatz freier Experten verzichten. Jedem fünften Freelancer wurden mit Verweis auf die aktuelle Rechtslage bereits Aufträge gekündigt. Immerhin 14 Prozent der Befragten mussten deshalb Einkommenseinbußen hinnehmen.

Grafik: Entwicklung der Aufträge für (solo-)selbstständige Wissensarbeiter in den letzten 5 Jahren

Aktuelle Gesetzgebung verursacht Freelancern hohe Kosten

Zugleich verursacht die aktuelle Gesetzgebung auch freien IT-Experten und Ingenieuren selbst zusätzliche Kosten. Da die Auftraggeber von fast 85 Prozent der befragten Freelancer die juristischen Standards für die Zusammenarbeit mit den freien Experten verschärfen oder neue Vorgaben einführen, benötigt jeder vierte Selbstständige selbst rechtliche Beratung. Jeder dritte musste Mitarbeiter einstellen, eigene Arbeitsmittel anschaffen, Büroräume anmieten oder sein Einzelunternehmen in eine Kapitalgesellschaft umwandeln, um nachweisen zu können, dass er unternehmerisch und nicht scheinselbstständig tätig ist. 

Grafik: Freelancern sind im Rahmen ihrer selbstständigen Tätigkeit Aufwendungen durch das Thema Scheinselbstständigkeit entstanden

Freelancer wollen als Unternehmer anerkannt werden

Neun von zehn Freelancern halten es vor diesem Hintergrund für unerlässlich, die aktuelle Gesetzeslage zu überarbeiten. Sieben von zehn Befragten fordern den Gesetzgeber zudem dazu auf, transparentere Verfahren bei Statusfeststellungsverfahren durch die Rentenversicherung zu schaffen. Die Kriterien, nach denen der Sozialversicherungsträger prüft, müssen dabei an die Besonderheiten der Zusammenarbeit zwischen Soloselbstständigen und ihren Auftraggebern angepasst werden, fordern Freelancer. Immerhin 84 Prozent der Umfrageteilnehmer sprechen sich zudem dafür aus, alternative Formen der Altersvorsorge als Kriterium einer unternehmerischen Tätigkeit anzuerkennen.

Grafik: Maßnahmen, um mehr Rechtssicherheit in Sachen Scheinselbstständigkeit beim Einsatz selbstständiger Wissensarbeiter zu erhalten.

Freie IT-Experten und Ingenieure brauchen keinen Schutz vor Ausbeutung

Hier drückt sich das Selbstverständnis der befragten Wissensarbeiter als unternehmerisch tätige Experten aus, die so hohe Tagessätze abrechnen können, dass sie den vom Gesetzgeber oft zitierten Schutz vor Ausbeutung ihrer Arbeitskraft nicht benötigen. Immerhin 98 Prozent der Umfrageteilnehmer rechnen für ihre Arbeit über 400 Euro pro Tag ab. Mit 27 Prozent der Befragten ist gut jeder vierte Umfrageteilnehmer in der IT, als  Ingenieur oder in verwandten Aufgabengebieten tätig.

Grafik: Durchschnittlicher Tagessatz von (solo-)selbstständigen Wissensarbeitern

Weiterlesen

Die vollständige Studie finden Sie auf http://www.freelancer-studie.de/studie-2020.html.

Lesermeinungen zum Artikel

3 von 5 Sternen | Insgesamt 2 Bewertungen und 11 Kommentare

  • Träge Kollegen

    Christoph am 17.12.2020 um 18.49 Uhr

    So wie ich das sehe, waren die Auslöser für die Verschärfung bzw. Scheinselbständigkeitsdebatte manche Kollegen die über viele Jahre 5-10 und mehr sich bei einem (1) Kunden eingenistet haben.
    Verlängerung jedes Jahr, interne Behandlung wie ein Angestellter. Das waren und sind alles andere wie Unternehmer und haben die Situation heute verschuldet!!

  • Sinnhaftigkeit des Artikels

    Mike am 11.12.2020 um 17.15 Uhr

    Ich verstehe nicht ganz den Sinn bzw. die Zielgruppe dieses Artikels. Die Inhalte sind eigentlich bekannt. Mich würde interessieren wer jetzt was unternimmt um diese Situation zu ändern. Mein Vater hatte diese Diskussionen um die Scheinselbständigkeit schon 1975 führen müssen!

    Antwort von der GULP Redaktion

    Hallo Mike, danke für Ihren Kommentar. Die Sinnhaftigkeit des Artikels ergibt sich in dem Newswert, dass es eine weitere Studie zu diesem Thema mit aktuellen Zahlen gibt.

    Schöne Grüße
    Ihre GULP Redaktion

  • Administrativer Overhead und unterdrücken von finanzieller Freiheit

    Freelancer aus Leidenschaft am 11.12.2020 um 12.41 Uhr

    Ich würde es definitiv begrüßen hierzu mehr Klarheit zu bekommen und vor allem aus Kundensicht. Ich bin Freelancer aus Leidenschaft. Ich berate beim Kunden freiberuflich nicht weil der zu viel Geld über hat, sondern weil er mit der Gehaltsstruktur jemanden wie mich nicht im Unternehmen binden kann und im Bewerbungsprozess ablehnt (verrückte Welt).

    Leider werden wir die hier angesprochen sind in einem Topf mit den Selbständigen geworfen, die von Unternehmen gezwungen wurden sich als Ich-AG selbstständig zu machen und in folge dessen im Preis massiv gedrückt werden. Dafür wurde diese Regelung eingeführt, dies zu unterbinden und damit dafür keinen Markt zu bieten. Jedoch ist da nicht so viel zu holen wie bei uns. Daher ist es doch offensichtlich, dass es hier nicht um Schutz geht wenn einem Freelancer der 100k+ im Jahr verdient vorgeworfen wird er könne nicht für sich sorgen und das Unternehmen habe eine Strafe und Sozialabgaben nachzuzahlen, da hier "eindeutig" gegen gesetzliche Regelungen verstoßen werden. Es geht doch nur darum noch mehr Geld rauszuholen und das sogar noch "rechtens". Wer sich für die Selbstständigkeit und das freiberufliche Arbeiten in unserem Bereich entscheidet, macht dies um mehr zu verdienen als in einem Angestelltenverhältnis. Das wird in der Deutschen Gesellschaft immer vertadelt. Daher sind Menschen die mehr Geld verdienen als die Masse per se schlecht und werden abgestemplet. Hier hat sich seit Jahre nichts geändert und das wird auch weiter dazu führen, dass seits der Regierung keine Führsprecher entstehen.

  • Das ist doch alles so Gewollt ;)

    VSD am 11.12.2020 um 12.12 Uhr

    erst waren Renten (vor allem die Pensionen der Beamten) das gelobte Land (jeder wollte am Überfluß teilhaben, den andere für ihn schaffen), dann waren plötzlich weniger Einzahler da als Auszahler (also 'Nachbestellen' bei den wenigen noch Verdienenden die noch nicht abgezockt werden), schließlich hat man angefangen mit Steuern nachzujustieren (was in meinen jungen Jahren noch als großes NO-GO! galt und heute selbstverständlich durchgewunken wird), und bald sind wir dann soweit, daß die Renten und Pensionen komplett steuerfinanziert sind ... daß wir mit der RVA noch diskutieren über die (anteilig) sehr wenigen (vogel)Freiberufler ist doch nur noch Kosmetik bis wir alle dieses Pleitesystem über unsere Steuern finanzieren - wenn unsere Politiker den Mumm hätten offen darüber zu reden (ein Widerspruch in sich) würden sie gleich komplett auf steuerfinanziert umstellen (Überalterung) und wir könnten uns diesen 'Todesgesang eines sterbenden Köngis-Schwanes' sparen - in ein paar Jahren ist es eh soweit, dann kann's mir Käse mit Salat sein, ob ich dieses Pleitesystem über Rentenbeiträge oder über Steuern mitfinanziere ... wartet mal ab was noch kommt, wenn wir jetzt für unsere solidarischen EU-Nachbarn mitzahlen sollen - Corona-Paniker haben ja schon die Grundlagen gelegt für die kommende Gesamthaftung - dann finanziere ich echte kommunistische Systeme, nicht solche Anfänger wie in unserer Regierung ;)

  • Grundversicherung für alle

    Burger am 11.12.2020 um 11.37 Uhr

    Die Gewerkschaften und SPD verstehen offenbar nicht, in welch hohem Maße die Selbstständigen und der Mittelstand Steuern zahlen, mit denen dann Geschenke an die Arbeiter verteilt werden. Wenn ich 10.000 Euro Umsatz habe, kommen da ja gleich 19% für den Staat drauf, das sind schon mal 1900 Euro direkt am Monatsende. Dann zahle ich noch Einkommenssteuer und kann außer Reisekosten und Computer kaum etwas absetzen. Also noch ca. 2500 EK-Steuer (Familie mit Kind). Damit zahle ich als Selbstständiger natürlich ein Vielfaches in die öffentlichen Kassen ein, als ich es als ähnlicher Angestellter tun würde.

    Bei einem Thema könnte man entgegen kommen: alle (auch Beamte) zahlen in eine Grundversicherung ein, die verhindert, dass man im Alter oder wg. jahrelanger Krankheit dem Staat zur Last fällt.

  • Schuld ist nur die Politik

    Günter Eyl am 11.12.2020 um 11.26 Uhr

    das Problem ließe sich einfach lösen, wenn einfach alle in die Rentenversicherung einzahlen würden, so wie in Österreich. Aber die Politik hat ja kein Interesse daran. Die haben ja innerhalb kürzester Zeit einen Rentenanspruch, den ein "normal Arbeitender" nie erreichen wird. Auch andere Lobbyverbände (Beamte, Ärzte, etc.) werden dies in Zukunft verhindern. Und was heißt hier überhaupt "privat vorsorgen". Wie soll das funktionieren bei der derzeitigen Zinssituation. Man kann die junge Generation nur bedauern. Ich bin im Rentenalter und bedauere, dass ich nur die Mindestbeiträge in die Rentenversicherung eingezahlt habe.

  • Aufprall und Silodenken bei Politikern, aber auch in den Kommentaren

    Michaela am 11.12.2020 um 11.06 Uhr

    Ich selbst habe mich jahrelang bei der SPD für dieses Thema eingesetzt und bin darum letztes Jahr ausgetreten. Es war mir einfach zu anstrengend zwischen diesen beiden Welten zu vermittlen. Ein faires Rentensystem, das Altersarmut verhindert ist ein klarer Standortvorteil. Dazu muss dann aber auch jeder einzahlen, auch Beamte, Rechtsanwälte etc. Ich würde dem deutschen Staat mehr vertrauen als einem privaten Unternehmen, was die aktuellen Skandale bekräftigen. Man muss nur schauen, wie sich die Allianz in Bezug auf die Betriebsausfallversicherung verhalten hat. Wirecard galt als sichere Bank, von der Deutschen Bank nicht zu reden...
    Wir sollten alle die richtige Haltung in Bezug auf Offenheit, Respekt und Wohlwollen auf beiden Seiten mitbringen. Dann könnten wir das derzeit wirkliche Key Impediment der deutschen Digitalwirtschaft abräumen.
    Wir würden dann eine robuste Zukunftsfähigkeit erhalten, die eine Investition ins Rentensystem rechtfertigen würde. Das unterscheidet die Rente von einem Schneeballsystem, dieses hat keinen werthaltigen Teil für den eingezahlt wird. Für die Rente steht die Zukunftsprognose der deutschen Wirtschaft. Diese halte ich im Kern für sehr wettbewerbsfähig.

  • Anonymer Knowledge Base Leser am 11.12.2020 um 10.50 Uhr

    Die schlechte Regulierung ist z.T. unsachgemäß "aus Versehen", weil Selbstständige nicht Teil der Regierungsprozesse sind, und daher auch keinen Eingangskanal in die Entscheidungen haben.

    Aber z.T. ist durch alle Parteien, mit ganz besonderem Schwerpunkt der SPD, diese schlechte Behandlung auch politisch gewollt.

    "Corona-Hilfen": Der VGSD schrieb dazu "Umerziehungslager für Selbstständige", und das scheint mir politisch so gewollt. Die SPD kann ideologisch nur mit Arbeitnehmern (gut) und Arbeitgebern (notwendiges Übel, also gut) umgehen. Ein "dazwischen" oder "unabhängig" gibt es in deren Welt nicht.

    Das allerbeste war der sogenannte Ministerpräseident Weil (SPD) indem erforderte wir sollten mal Arbeitslosenversicherung zahlen und ann wären wir wieder ok. Wer jetzt Arbeitslosenversicherung freiwillig hate, bekam in der Coronakrise trotzdem nichts! Das gilt dann nur für Angestellte.

    Auch die Grünen sind nicht auf " unserer Seite", sie fordern ebenfalls die Rentenversicherungspflicht.

    Auch die FDP versteht nichts von "unserer" Realität, und denkt dass alle in Büros mit Vorzimmer und großem Firmenwagen sitzen.

    Die Linken meinen es wolhl lieb und nett, aber würden deren Vorstellungen umgesetzt, könnten wir alle hier den Laden zumachen.

    Es ist ein System der Apartheid in der Arbeitswelt.

  • @Michael

    GK am 11.12.2020 um 09.48 Uhr

    Super Vergleich mit dem "Schneeballsystem = illegal".

    Die DRV schafft es jetzt schon nicht annähernd soviel "fair" als Rente zu garantieren, wie man einzahlt. Gerade selbstständige die erst in höherem Alter dazu genötigt werden, sind später die Verlierer. Und selbst Arbeitnehmer die ihr Leben lang geschuftet haben, sind zum Teil trotzdem heutzutage schon auf Hartz IV angewiesen!

    Jeder halbwegs gescheite Anlage oder Versicherungsberater rät einem dazu neben der DRV privat vorzusorgen. Und indirekt tut es sogar die DRV selbst mit Ihren Info-Schreiben! Wozu noch zur DRV gezwungen werden, wenn "das alte System" jetzt schon am Ende ist? Der Staat muss private Vorsorge jeglicher Art (in angemessenem Umfang) genau so anerkennen wie Einzahlungen in die DRV! Für Arbeitnehmer und Selbstständige! Es ist nur eine Frage der Zeit bis die DRV kollabiert. Diesen kollateralschaden sollte der Staat lieber geplant in Kauf nehmen und das "Sterben" der Deutschen, staatlichen Rente in eine Plan-Insolvenz führen mit Zuschuss über Steuergelder (Zuschüsse die es soweit ich weiß ohnehin schon gibt zur Subventionierung).

    Das Schneeball-System Deute Rentenversicherung ist am Ende!

  • Was hat das mit dem AÜG zu tun?

    UW am 11.12.2020 um 08.48 Uhr

    Mir ist nach Lesen der Studie, sowie Prüfung des Gesetzestextes zum AÜG (2017) und einiger Zusammenfassungen dazu von spezialisierten Rechtsanwälten nicht klar, was das mit dem AÜG zu tun hat.

    Da wird ganz klar immer nur von Arbeitnehmern geredet.

    Die Studie ist selbst etwas unscharf gestaltet, weil sie da die grundsätzlich wegen (gewollter?!) Unschärfe einschlägigen Paragrafen des SGB mit hineinmischt.

    Rechtlich dürfte das AÜG keine Auswirkungen auf den Einsatz von Freelancern haben, faktisch hat es aber wohl zu einer Menge FUD (fear, uncertainty+doubt) bei den Unternehmen geführt.

    Das hat viel mit der Qualität der Rechtsberatung in den Unternehmen zu tun bzw. mit der Risikovermeidung einzelner Vorstände.

    Ich würde aber Sätze wie "Ihrer Ansicht nach schadet die seit der Novelle des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (AÜG) 2017 geltende Gesetzgebung zur Einordnung freier Mitarbeiter als Scheinselbstständige..." gerne trennschärfer formuliert sehen.

    Antwort von der GULP Redaktion

    Hallo UW, vielen Dank für Ihren Hinweis. Sie haben Recht: Die Rechtsunsicherheit entsteht nicht nur durch das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz und die von Ihnen genannte Formulierung ist etwas unglücklich gewählt. Wir haben daher den Text entsprechend angepasst.

    Mit freundlichen Grüßen
    Ihre GULP Redaktion

  • Meine Prognose: Es wird sich niemals ändern

    Michael am 11.12.2020 um 05.41 Uhr

    Die BRD hat aufgrund ihres Rentensystems ein extremes Problem, das sich in den nächsten 10-15 Jahren massiv verschlimmern wird. Das ist reine Mathematik und Logik.

    Aus diesem Grund, versucht die Politik jeden, der nicht bei drei auf den Bäumen ist, in das gesetzliche Rentensystem zu pressen - welches in der freien Wirtschaft übrigens verboten wäre. (Wikipedia: Schneeballsystem = illegal)

    Mehr muss man nicht wissen, um zu verstehen, das sich das Problem noch verschlimmern wird. Sie werden versuchen JEDEN Selbständigen, nicht nur die Freelancer, in ihr zum Scheitern verurteiltes System zu holen.

    "Soziale Marktwirtschaft" und "Freiheit" ? Meiner Meinung nach nur noch inhaltsleere Begriffe, um die wirklichen Tatsachen schön zu framen.

    Wir sind auf dem besten Weg vom bisherigen "Kommunismus light" zu "reinrassigem Kommunismus". Wer als Angestellter arbeitet, zahlt ja schon heute defacto 60-70% Steuern und Zwangsabgaben. Ab welchem Prozentsatz darf man eigentlich von Sklaverei sprechen ?

    Von der absolut wirtschaftsfeindlichen "grünen" Politik, die uns mit hoher Wahrscheinlichkeit ab 2021 erwartet, will ich erst gar nicht anfangen.

    Die Medien, die dieses Land im festen Würgegriff haben, tun ihr Übriges dazu bei, die Masse an der Nase herumzuführen.

    Es ist wie in der Softwareentwicklung - ein von Anfang an schlecht designtes System, muss irgendwann komplett ersetzt werden oder benötigt extremes Refactoring.

    Und mal ganz ehrlich - wer glaubt bei solch unfähigen Politikern an einen echten Neuanfang? Das ist lächerlich.






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