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In diesen Trendbranchen spielt die Musik

GULP Arbeitsleben-Studie 2021

25.02.2022
Gerd Meyring – freiberuflicher Autor
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Mehr als 57 Prozent aller Befragten benennen in der aktuellen GULP Arbeitsleben Studie 2021 die IT als wichtigste aktuelle und künftige Trendbranche – und zwar unabhängig davon, ob sie festangestellt, in Arbeitnehmerüberlassung oder freiberuflich tätig sind. Auf Platz zwei folgt mit 40,9 Prozent der Antworten die Software-Entwicklung. Auch dies erstaunt nicht, angesichts des fortschreitenden Digitalisierungstrends und des Fachkräftemangels im Bereich IT.

Über die GULP Arbeitsleben Studie

Seit 2013 liefern GULP Studien einen Überblick über Stundensätze, Projekte und Auslastung von freien Mitarbeitenden der IT- und Engineering-Branche. An der aktuellen Arbeitsleben Studie nahmen im Zeitraum von Juni 2021 bis Januar 2022 insgesamt 781 Unternehmer:innen sowie freie und festangestellte Mitarbeitende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz teil. Sie gaben Auskunft über Überstunden und Verdienst, Arbeitsleben, Zufriedenheit, Anforderungen an Unternehmen und Expert:innen sowie Trends.

 

Zu allen Ergebnissen

Auf den Plätzen drei und vier jedoch wird es spannend. Anders als in einer Industrienation wie Deutschland zu erwarten, räumen IT-Spezialist:innen nicht der Automobil- und Elektronikindustrie oder dem Maschinenbau die Bedeutung als dritt- und viertwichtigste Trendbranchen ein, sondern den Branchen Energie (37,4 Prozent), gefolgt von Medizin mit 33,8 Prozent der Antworten. Nach zwei Jahren Corona-Pandemie und vor dem Hintergrund des von der neuen Bundesregierung avisierten Ausbaus erneuerbarer Energien und der Wende in der Klimapolitik kommt dies aber wohl nicht ganz von ungefähr.

Auf Rang fünf folgt im Ranking die Beratungsbranche – allerdings mit großem Abstand. Nur 26,3 Prozent der für die GULP Arbeitsleben Studie 2021 Befragten halten die Beratung für eine Trendbranche.

Balkendiagramm: Freie und festangestellte Experten halten die Branchen IT, Software, Energie, Medizin sowie Beratung für am aussichtsreichsten

Wahrnehmung der Trendbranchen hängt von der Beschäftigungsform ab

Die Wahrnehmung der wichtigsten Trendbranchen spiegelt sich auch in der Auswahl der Sektoren wieder, in denen IT-Spezialistinnen und -Spezialisten in den kommenden zwei Jahren die größten Chancen sehen und die sie Kollegen daher als Sektoren für den Berufsstart oder eine berufliche Neuorientierung nahelegen würden. Sechs von zehn aller festangestellten und 58 Prozent aller in Arbeitnehmerüberlassung tätigen IT-Profis sowie 55,3 Prozent der Freiberufler:innen empfehlen zuallererst die IT. Die zweitbesten Chancen sehen Freelancer:innen in der Softwareentwicklung vor der Energie und Beratung auf den Plätzen drei und vier. Rang fünf im Vergleich der für den Berufsstart attraktivsten Branchen belegt bei ihnen die Medizin.

Diese halten auch 42,1 Prozent der festangestellten Arbeitnehmer:innen für besonders vielversprechend. Daher räumen sie der Branche den zweiten Platz ein, knapp gefolgt von der Energie mit 41,7 Prozent der Antworten. Die Softwareentwicklung würden mit 40,8 Prozent etwas weniger der teilnehmenden Festangestellten als Branche empfehlen, in der junge Talente den Berufsstart wagen sollten. Der Sektor belegt in dieser Gruppe den vierten Platz vor der chemischen und pharmazeutischen Industrie auf Rang fünf mit 28,0 Prozent der Nennungen.

Chemie und Pharma hält dagegen mehr als jeder zweite (52 Prozent) in Arbeitnehmerüberlassung tätige Profi in den kommenden Jahren für besonders aussichtsreich. Damit belegt die Branche in dieser Gruppe den zweiten Platz vor der Softwareentwicklung und Energie, die mit 44 Prozent auf dem dritten Rang landen. Etwas mehr als jede:r dritte teilnehmende IT-Spezialist:in in dieser Gruppe empfiehlt, in der Medizin oder der Elektrotechnik beruflich Fuß zu fassen. Beide Branchen belegen mit 36 Prozent der Nennungen den vierten Platz vor der Telekommunikation mit 28 Prozent Zustimmung.

Säulendiagramm: Das sind die Top 5 Branchen nach Beschäftigungsform

In diesen Branchen entwickeln sich Technologien künftig am dynamischsten

Die befragten Expert:innen nehmen in der Corona-Pandemie und zu Beginn der von der Bundesregierung angekündigten Klimawende Sektoren wie die Energiewirtschaft, das Gesundheitswesen und die Medizintechnik ebenso wie IT und Softwareentwicklung nicht nur als chancenreiche Branchen wahr. Sie erwarten auch, dass sich Technologien in diesen Anwendungsfeldern in den kommenden Jahren besonders rasant entwickeln werden. Dabei halten sie die Wende hin zu nachhaltigeren Wirtschafts- und Lebensweisen mitunter für den größeren Technologietreiber als die Digitalisierung.

Der Bereich Umwelt nimmt mit 28,8 Prozent der Nennungen nur den zweiten Platz ein. Für Expert:innen in Festanstellung (29,9 Prozent) sowie in Arbeitnehmerüberlassung (34,0 Prozent) steht der Bereich jedoch an erster Stelle. Für Freelancer:innen wird die mit Abstand größte technologische Dynamik in der IT stattfinden: Das geben 38,7 Prozent der Freiberufler:innen an.

Auf Rang drei im Vergleich der technologisch dynamischsten Sektoren liegt in der Gesamtbetrachtung die Medizin mit 22,6  Prozent aller Nennungen. Bei den festangestellten IT-Profis schneidet die Medizin mit 26,7 Prozent der Antworten jedoch einen Rang besser ab. Nur jeder vierte (25,7 Prozent) von ihnen erwartet die größte technologische Entwicklung dagegen in der IT. Sie belegt damit bei den festangestellten Arbeitnehmer:innen nur den dritten Platz.

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People matter – Unternehmen investieren am meisten in die Digitalisierung ihrer Beziehungen zu Kunden und Mitarbeitern

Um für IT-Profis alle beruflich wichtigen aktuellen Entwicklungen darstellen zu können, fragte die GULP Arbeitsleben Studie 2021 auch, in welchen Anwendungsfeldern der Digitalisierung Unternehmen derzeit am meisten investieren. Klare Antwort: „People matter“ – es kommt ihnen auf die Beziehungen zu Menschen an. Egal, ob es dabei um die eigenen Mitarbeitenden oder Kundinnen und Kunden geht.

Zwar gibt jedes zweite befragte Unternehmen den größten Teil seines IT-Budgets entweder für die Digitalisierung von Prozessen oder die Neu- und Weiterentwicklung von Geschäftsmodellen aus. Mehr als jede dritte Organisation investiert jedoch am meisten in die Gewinnung neuer Kunden (36,1 Prozent) und die Pflege der Beziehungen zu Bestandskunden (34,4 Prozent). In ihr Branding als Arbeitgeber, die Zufriedenheit ihrer Mitarbeiter und die Gewinnung neuer Kollegen investieren zusammengenommen sogar 45,9 Prozent der Unternehmen das meiste Geld. Bei der Entwicklung ihrer Marke als Arbeitgeber und Anbieter von Produkten und Dienstleistungen sowie der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle dürften Unternehmen die Nachhaltigkeit ihrer Prozesse und Produkte als ebenso bedeutsam wahrnehmen wie die für die GULP Arbeitsleben Studie 2021 befragten IT-Expert:innen.

Unternehmen investieren derzeit hauptsächlich in die Digitalisierung von Prozessen, die Entwicklung von Geschäftsmodellen und die Neukundenakquise

Geld ist nicht alles – In Trendbranchen verdienen IT-Profis nicht unbedingt die größten Einkommen

Bei aller Klarheit, mit der die GULP Arbeitsleben Studie 2021 zeigt, dass IT, Medizin und Energie derzeit die für die befragten Spezialist:innen in vielerlei Hinsicht spannendsten Branchen sind, fällt doch ein Ergebnis der Untersuchung auf: Trendbranchen sind nicht die Sektoren, in denen festangestellte Arbeitnehmer:innen und Freelancer:innen das größte Einkommen beziehen oder die höchsten Stundensätze abrechnen können.

Balkendiagramm: In diesen Branchen gibt es den höchsten Stundensatz

Sowohl Festangestellte als auch Freiberufler:innen verdienen in der Beratung am besten. Arbeitnehmende in Festanstellung erzielen dort mit durchschnittlich 78.928 Euro das größte Brutto-Jahreseinkommen, Freelancer:innen können mit im Schnitt 161,43 Euro den höchsten Stundensatz abrechnen – gefolgt von der Versicherungsbranche und der Industrie, die mit durchschnittlichen Stundensätzen von 111,27 Euro beziehungsweise 110,36 Euro fast gleichauf liegen. Auf den Plätzen vier und fünf der Branchen, in denen Freiberufler:innen am besten verdienen, liegen die Medizin mit einem durchschnittlichen Stundensatz von 101,71 Euro und die Telekommunikation mit 101 Euro. Über alle Branchen hinweg konnten freie IT-Spezialist:innen 2021 im Schnitt einen Stundensatz von 98,37 Euro berechnen.

Dass das Brutto-Jahreseinkommen mit durchschnittlich rund 52.000 Euro deutlich unter der vorherigen Studie liegt, ist für Vertreter:innen bestimmter Branchen kein Grund zu Beunruhigung. Die Aufschlüsselung nach Branchen bestärkt die Hypothese, dass sich das gesunkene durchschnittliche Jahresbrutto durch die Erweiterung des Teilnehmerkreises erklären lässt. Für Umfrage wurden dieses Mal nicht nur IT- und Engineering-Experten befragt, sondern sie stand auch für Teilnehmer:innen aus allen Branchen und Tätigkeitsbereichen offen.

Balkendiagramm: Am besten verdienen Festangestellte in Deutschland in der Beratung, Telekommunikation sowie im Bereich Transport und Verkehr

Festangestellte verdienen am besten in der Beratung mit durchschnittlich 78.928,57 Euro, gefolgt von der Telekommunikation mit durchschnittlich 74.033 Euro brutto im Jahr und dem Bereich Transport und Verkehr mit einem Bruttojahreseinkommen von durchschnittlich 64.675 Euro.

Platz vier belegen Banken und Finanzdienstleister. Sie zahlen festangestellten Expert:innen im Schnitt 63.900 Euro brutto im Jahr. Auf Rang fünf landet die Softwarebranche mit einem durchschnittlichen Bruttojahreseinkommen von 59.500 Euro.

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