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Das perfekte Profilfoto für Freelancer

29.09.2022
Joscha Faralisch – Freiberuflicher Autor
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Profil- und Bewerbungsfotos sagen natürlich nichts über die Qualifikation von Fachkräften aus. Trotzdem sind sie für über 80 Prozent der HR-Mitarbeiter:innen in Deutschland fester Bestandteil einer vollständigen Bewerbung. Auch für Freiberufler:innen wird ein aktuelles und professionelles Profilbild immer entscheidender. Denn es rundet den eigenen Online-Auftritt ab und kann sich dadurch positiv auf die Projektakquise auswirken.

Es gibt eine Vielzahl von Kriterien, die Einfluss darauf haben, ob ein:e Freelancer:in einen Auftrag erhält oder nicht. Ein Profilfoto sollte im Idealfall nicht darüber entscheiden – es kann aber einen entscheidenden Unterschied machen.
Das legt zumindest eine Studie nahe, die das Personalberatungsunternehmen Kienbaum in Kooperation mit dem Staufenbiel Institut herausgegeben hat. Bei einer Online-Befragung wurden insgesamt 297 Unternehmen gefragt, welche Faktoren entscheidend für einen erfolgreichen Recruiting-Prozess sind.

82 Prozent der Unternehmen erwarten ein Foto bei der Bewerbung

Bei der Frage nach der Bedeutung des Bewerbungsfotos kommt die Untersuchung zu einem eindeutigen Ergebnis: Für 82 Prozent der Befragten gehört ein Foto zu einer vollständigen Bewerbung einfach dazu. 9 Prozent gaben sogar an, dass das Bewerbungsbild ausschlaggebend für die Entscheidung sein könne, während 12 Prozent zumindest der Meinung sind, dass Bewerber:innen in jedem Fall in ein professionelles Foto investieren sollten. Bewerbungen ohne Fotos bevorzugen hingegen lediglich 10 Prozent der Befragten.

Diesen Gesamteindruck bestätigt auch eine Untersuchung des Unternehmens mindtake im Auftrag von StepStone Österreich, bei welcher die Auswahlkriterien von Personalverantwortlichen in Face-to-Face-Interviews und mittels Eyetracking analysiert wurden. Dabei wurde deutlich, dass der erste Blick der HR-Mitarbeiter:innen in den meisten Fällen auf das beigefügte Foto fällt. Bei der Frage nach der Priorisierung innerhalb des Lebenslaufs belegt das Foto außerdem den dritten Platz.

Bewerber:innen empfinden Bewerbungsfotos im Vergleich zu Unternehmen als weniger wichtig

Auf Seiten der Bewerber:innen selbst werden Bewerbungsfotos hingegen weniger stark gewichtet. So gaben in einer Umfrage der Online-Plattform Joblift von November 2021 immerhin 37 Prozent der Teilnehmer:innen an, Fotos für verzichtbar zu halten. In der Gruppe der Berufseinsteiger:innen waren mit 52 Prozent sogar über die Hälfte der Befragten dieser Meinung.

Verpflichtend sind Bewerbungsfotos natürlich ohnehin nicht. Im Gegenteil: Seit 2006 darf in Stellenausschreibungen in Deutschland kein Foto mehr verlangt werden.

Auch Freelancer:innen können von einem gelungenen Profilfoto profitieren

Die Ergebnisse der Studien von Kienbaum und mindtake zeigen jedoch: Die meisten Entscheider:innen in den HR-Abteilungen legen nach wie vor Wert darauf, dass Kandidat:innen ihrer Bewerbung ein Foto beifügen, um den Gesamteindruck abzurunden.

Diese Beobachtung gilt nicht nur für Bewerber:innen: Auch Freelancer:innen können davon profitieren, ihr Online-Profil mit einem aussagekräftigen Foto zu vervollständigen.

Denn ein Profilbild signalisiert, dass es sich um ein glaubwürdiges und aktives Profil handelt, weckt Vertrauen und erhöht den Wiedererkennungswert – was auch ein entscheidender Vorteil für zukünftige Projekte sein kann.

Das sollten Freelancer:innen bei ihrem Profilfoto beachten

Aber was macht ein gutes Profilbild eigentlich aus? Zunächst einmal sollte es sich um ein hochauflösendes Porträtfoto vor einem neutralen Hintergrund handeln. Das Bild sollten Sie so zuschneiden, dass das Gesicht gut darauf zu erkennen ist. Der Ausschnitt sollte also von ein wenig über den Scheitel bis zur oberen Hälfte der Brust gehen.

Wie Freelancer:innen sich darauf am besten präsentieren, hängt von ihrer jeweiligen Rolle und Branche ab: Wer in einem eher konservativen Berufsumfeld tätig ist, sollte auf ein klassisches Businessoutfit setzen – beispielsweise einen Blazer mit schlichter Bluse oder einen dunklen Anzug mit Krawatte. Wer hingegen in der Regel für Unternehmen ohne festgelegte Kleidungsordnung arbeitet, darf sich gerne auch für ein Business Casual Outfit entscheiden.

Eine gute Orientierung kann hierbei der eigene Berufsalltag bieten: Am besten wählen Sie als Freelancer:in für Ihr Profilfoto ein Outfit aus, das Sie auch zu einem ersten Meeting mit einem neuen Kunden tragen würden. So stellen Sie sicher, dass Sie sich in Ihrer beruflichen Position professionell und authentisch präsentieren. Und genau das ist schließlich das Ziel eines perfekten Profilfotos!

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Lesermeinungen zum Artikel

Insgesamt 3 Kommentare

  • henrilou8@yahoo.de

    Henri am 09.10.2022 um 14.18 Uhr

    Man kann wohl auch als GULP nicht ohne jede Mühe die Bewirtschaftung von Angestellten und Selbstständigen unter einen Hut bringen... In einem vollständigen Beitrag der beide Seiten abdeckt, müsste für die freelancer eher von der Einkaufsabteilung und dem betrieblichen Endkunden gesprochen werden. Dort hat der Jobbewerber & HR-Zirkus keine Bedeutung...

    Ich schätze sogar mal, dass die Fokussierung auf die menschliche Person des Freelancers inkl. Foto, und die Auffassung es handele sich um einen personal-ähnlichen "Bewerbungsprozess", gerade "Indizien" für eine Auslegung als Scheinselbstständiglkeit sein können (da jedes denkbare Detail zum Nachteil ausgelegt wird, sicher auch dieses...).

    Antwort von der GULP Redaktion

    Hallo Henri,

    danke für Ihren Kommentar. Wir haben uns an den Bewerbermarkt orientiert, weil es aktuell keine Atudien-Daten gibt, die den Einfluss eines Fotos auf die Freelancerauswahl betrachtet. Trotzdem wollten wir in unserem Beitrag nicht ungestützte Behauptungen aufstellen. Bitte entschuldigen Sie den argumentativen "Umweg".

    Ihre GULP Redaktion

  • Unterschied bei Bewerbungen nach UK oder UK-Vermittlungen

    Boris am 08.10.2022 um 13.27 Uhr

    Freelancer sind immer mehr von englischen Agenturen angesprochen und die Bewerbung geht dann komplett in Englisch. Auf der Insel und hinter dem Ozean gelten jedoch andere Regeln, als in DE: ein Bewerberfoto gilt als Diskriminierung und macht oft negativen Eindruck. Wie mir ein UK Vermittler erklärte: "Wenn du gut aussiehst, dann versuchst du mit dem Foto womöglich dich von der Masse durch dein Gesicht hervorzuheben. Und es ist diskriminierend. Es zählen nur die Skills."
    Jedoch hier gilt auch: es wird nicht so heiss gegessen, wie man kocht. Ich arbeite seit 12 Jahren in der Schweiz (davor 20 Jahre in DE) und habe viele Projekte in CH durch UK-Agenturen. -ignoriere jedoch diese Regel und packe mein eher freies Foto immer dazu. Eben kein Profibild, sondern mit eigenem Handy im Büro gemacht. Und es kommt immer sehr gut an.
    (Meine Projekte sind immer in der Industrie: Medizintechnik, Flugzeug, Militär, Eisenbahn - Branchen könnten auch Unterschiede ausmachen).

  • Foto und Kleidung weniger wichtig

    Steffen am 07.10.2022 um 10.50 Uhr

    HR Abteilungen sind bei Buchung von Freelancern zum Glück nicht beteiligt. Die ganzen unsinnigen Fragen die diese Leute stellen fallen weg. Im Teams/Zoom/Life-Interview kommt es vor allem darauf an das der Kunde den Eindruck hat den passenden Bewerber vor sich zu haben, nicht welche Kleidung dieser trägt. Sicher gibt Banken/Versicherungen mit eigenem Dresscode aber bei mir hat eine Jeans & Hemd in den letzen 12 Jahren immer gereicht.

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