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Der IT-Projektmarkt 2015 – Datenbanken und SAP-Module

24.02.2016
Bernhard Krebs – Freiberuflicher Autor
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Wie verändert sich der Projektmarkt? Wie können sich Freiberufler auf Trends einstellen oder sogar die Entwicklungen aktiv nutzen, um sich bestmöglich bei den Auftraggebern aufzustellen? GULP liefert dazu in einer Betrachtung der vergangenen drei Jahre und aktueller Zahlen einige Antworten.

Im ersten Teil unserer Projektmarktstudie hatten wir Projektangebote und die in den Profilen eingetragenen Skills im Bereich der Betriebssysteme und der Programmiersprachen miteinander verglichen. Nun nehmen wir die Datenbanken und SAP-Module unter die Lupe. Auch hier sehen wir uns neben der Rangfolge der Top 5-Skills in jeder Kategorie zusätzlich die Stundensätze sowie die regionale Verteilung in der Nachfrage der einzelnen Qualifikationen an.

Aktuell nur noch bedingt als Skill zu empfehlen: Oracle & Co.

Wie halten sich die Datenbank-Spezialisten im Projektmarkt? Bei der Beantwortung der Frage muss man auch hier stets berücksichtigen, dass die Zahl der Projektanfragen nach wie vor kontinuierlich steigt. Und dann sieht es bei den bisherigen Platzhirschen alles andere als rosig aus.

Schon die Ausgangssituation dieser Betrachtung vor zwei Jahren war für Oracle, DB2 und Co. schlechter als in den anderen Skill-Kategorien, denn selbst der Primus Oracle brachte es im Dezember 2013 gerade einmal auf 10,97 Prozent aller Projektanfragen. Und er lag über 6,5 Prozentpunkte vor dem Zweitplatzierten.

Im Dezember 2015 hat sich die Situation noch deutlich verschlechtert – mit nur noch 5,99 Prozent für Oracle und alle anderen unter 3 beziehungsweise 2 Prozent. 

Zu fragen ist, welchen Grund dieser Rückgang möglicherweise haben könnte. Sicherlich muss kein Totengesang auf Datenbanken-Skills angestimmt werden. Dies wäre wohl genauso absurd wie die Vermutung, dass Datenbanken irgendwann ausdienen würden. Vielmehr lässt sich an dieser Stelle vermuten, dass die Prozentwerte unserer fünf „Altmeister“ deswegen zurückgehen, weil neue Datenbank-Software  (zum Beispiel NoSQL-/NewSQL-Datenbanken) auf den Markt drängt und sich immer mehr Angebote den Kuchen teilen. Denn Unternehmen setzen selten exklusiv auf eine bestimmte Datenbank, sondern nehmen unterschiedliche in Anspruch.  Wir behalten die Entwicklungen für Sie im Auge.

 

Fokus Stundensatz: Spätestens bei den Datenbanken zeigt es sich einmal mehr, dass der fachliche Skill selbst (mit Ausnahme SAP und einiger „Exoten“) weniger Einfluss auf den Stundensatz hat als die Berufserfahrung oder gar die Position. Zwar liegt der aktuelle Stundensatzdurchschnitt von Oracle-Experten bei 78 Euro, es folgen DB2 mit 76 Euro, SQL mit 75 Euro und etwas abgeschlagen MS-Access mit 71 Euro. Die Spanne ist jedoch entsprechend der Berufserfahrung und der Position breit gefächert.

Zwischen 70 und 79 Euro ist also die Stundensatz-Spanne, in der sich die meisten freiberuflichen IT-Experten in diesem Bereich bewegen. Die gute Nachricht für alle: Bis auf wenige Ausnahmen greift der Projektmarkt-Boom mit höheren Stundensätzen in den meisten Bereichen – eine durchaus gute Ausgangssituation bei neuen Projektverhandlungen.

 

Fokus regionale Verteilung: D6 vor D8 vor D5 vor D7 – die Datenbankexperten folgen wegen ihren bevorzugten Branchen (Banken, Automotive, Telekommunikation, IT), die im übertragenen Sinne in der Regel mehr „Mainstream“ als „Nische“ sind, konsequent der Regionalverteilung des IT-Projektmarktes. Auffälligkeiten? Fehlanzeige.

„Auf und Ab“-Nachfrage nach SAP-Expertise

Aufmerksame Marktbeobachter haben bereits seit einiger Zeit feststellen können: Die Nachfrage nach externer SAP-Expertise ist – wie früher – keine reine Erfolgsgeschichte mehr. Im Gegenteil zeichnet sie sich zunehmend durch ein „Auf und Ab“ aus, das auch mal gegen den allgemeinen IT-Projektmarkt-Trend gehen kann.

Welches SAP-Modul beziehungsweise welche entsprechenden Kenntnisse sind am gefragtesten? Wie in keiner anderen Kategorie ist es nicht zuletzt wegen der Vielfalt und dem permanenten Wandel bei SAP-Produkten kaum möglich, hier eine dauerhafte Prognose abzugeben.

Und auch nur hier ändert sich die Zusammensetzung der Top 5 beinahe im Monatsrhythmus. SAP HR (Human Resources) zum Beispiel (das wir der Einfachheit halber in dieser Übersicht noch angeführt haben) ist mittlerweile bezüglich angebotener Projekte auf Platz 7 abgerutscht, davor haben sich SAP PM (Instandhaltung) mit 1,1 Prozent und SAP BW (Business Information Warehouse) mit 1,0 Prozent auf die Plätze geschoben.

Nicht weniger turbulent geht es an der Spitze zu: SAP Basis gibt die Führung an SAP FI (Finanzwesen), SAP CO (Controlling) klettert auf Rang 2 – und SAP SD (Vertrieb) schwächelt zunehmend. Wer aktuell informiert bleiben will, für den lohnt sich der regelmäßige Blick auf den GULP IT-Projektmarktindex

 

Fokus Stundensatz: SAP-Experten gehören zu den Spitzenverdienern unter den selbstständigen IT-Experten. Daran ändert sich auch nichts in Zeiten schwankender Nachfrage. Dabei ergibt sich sowohl im Dreijahres-Durchschnitt (1. Zahl in der Klammer in Euro) als auch aktuell (2. Zahl) für die untersuchten Top5-Module folgende SAP-interne Rangliste bei den Stundensatzforderungen:

  1. SAP HR (88,45/94)
  2. SAP CO (88,16/91)
  3. SAP FI (87,20/91)
  4. SAP SD (86,83/90)
  5. SAP Basis (84,16 /86)

 

Fokus regionale Verteilung: Natürlich sind D6 und D8 auch für SAP-Spezialisten die Haupt-Regionen, in denen sie Projekte finden. Interessant ist hier vor allem, dass sich neben den obligatorischen D5 und D7 auch D2 (Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein und das nördliche Niedersachsen) als starke Projektmarktgegend zeigt.

Fazit

In der Welt der Datenbanken und SAP-Module geht es turbulent zu. Im SAP-Business könnten sich die IT-Experten auch einfach nach den Verdienstmöglichkeiten richten – solange sich bei diesen im Vergleich zu den anderen Bereichen Spitzenwerte beobachten lassen, gibt es keinen Grund zur Sorge. Etwas anders lässt sich die Situation für die Datenbank-Experten darstellen. Hier würde es jedenfalls nicht schaden, gelegentlich nach neuen Skills Aussicht zu halten.

Sie interessieren sich für unsere Marktstudien und Umfragen? Hier ist eine kleine Auswahl der aktuellen:

 

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