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Kein Urlaub, dafür weniger Geld

Es gibt immer weniger junge IT-Freiberufler. Warum?

21.04.2009
GULP Redaktion
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Die letzte GULP Stundensatz-Auswertung hat ergeben, dass es immer weniger Freiberufler unter 40 Jahren gibt. Der durchschnittliche IT-Freiberufler ist mittlerweile 43 Jahre alt und hat 19 Jahre Berufserfahrung. Woran liegt das? Einerseits bekommen Einsteiger ohne Spezialwissen und Berufspraxis nur schwer Projektaufträge. Da das aber von Anbeginn der IT-Freiberuflichkeit an so war, muss zusätzlich etwas anderes dahinter stecken. Ist die Selbstständigkeit in der IT kein attraktives Beschäftigungsmodell für den Nachwuchs mehr? Wenn ja, warum? Eine Spurensuche.

Vielen Dank für Ihre zahlreichen und interessanten Zuschriften zum Thema Nachwuchs. Darauf und auf unserer Erfahrung basiert dieser Artikel. Letztgültig erklären können wir das Phänomen natürlich nicht. Aber wir haben vier Hauptgründe für den fehlenden Nachwuchs ausgemacht.

Hat der Nachwuchs keine Chance?

Wenn Projektanbieter einen freiberuflichen Spezialisten suchen, ist es ihnen natürlich am liebsten, wenn dieser seine theoretischen Kenntnisse bereits in der Praxis beweisen konnte. Projektanbieter bevorzugen laut GULP Stundensatz-Auswertung die Erfahreneren: Der Anteil der Kontakte zu Freiberuflern mit über 20 Jahren Berufserfahrung nahm um 8 Prozent auf 41 Prozent zu. Projektanbieter sehen sich die Projekthistorie des Kandidaten an. Wer nicht nur über das entsprechende Fachwissen verfügt, sondern bereits erfolgreich Projekte abgeschlossen hat und das sogar noch mit guten Referenzen belegen kann, hat die besten Karten. Außerdem werden meist externe Spezialisten gesucht, die sich in ihre Qualifikation bereits so tief einarbeiten konnten, dass ihnen (fast) niemand mehr etwas Neues erzählen kann. Deswegen werden selbstständige Experten oft beauftragt: Weil sie über ein Spezialwissen verfügen, das im Unternehmen nicht vorhanden ist. Projekthistorie, Erfahrung und Knowhow haben junge Freiberufler oft noch nicht. Der Nachwuchs hat es also schwerer, an Aufträge zu kommen. An Freiberufler, die 50 oder älter sind, gingen laut GULP Stundensatz-Auswertung im Februar 2009 ein gutes Fünftel (21,5 Prozent) aller Projektanfragen. Für IT-Freiberufler mit nur wenig Erfahrung ist zusätzlich das (finanzielle) Risiko höher, während die Stundensätze meist niedriger sind. Je weniger Erfahrung, desto höher ist scheinbar der Preisdruck. Die Folge: Nur 7,3 Prozent der Freiberufler haben weniger als 10 Jahre Berufserfahrung. Den Rat, vor dem Schritt in die Selbstständigkeit Erfahrung, Referenzen und Kontakte zu sammeln, gibt auch der Artikel " Direkt von der Uni in den IT-Projektmarkt?".

Die Uni-Ausbildung erzeugt Konzern-Angestellte

Nicht nur das fachliche Wissen fehlt den Jungen, sondern auch das betriebswirtschaftliche oder kaufmännische. "Die universitäre Ausbildung erzeugt Konzernangestellte", schrieb uns ein Freiberufler, "oder kennt irgendjemand einen Unikurs mit Vorlesungen über Kundenakquise oder Selbstvermarktung?" Auch hier tut Erfahrung ihr Übriges. Außerdem fehlt jungen Freiberuflern oft das Netzwerk, das den Älteren Vorteile verschafft. Kontakte zu Auftraggebern oder ein fester Kundenstamm erleichtern die Projektakquise; wer sich mit Freiberufler-Kollegen austauschen kann, meistert den Unternehmer-Alltag zudem leichter. Erstere können junge Informatiker während einer Festanstellung aufbauen, letztere ergeben sich mit den Jahren in der Freiberuflichkeit.

Wer sich vor dem Schritt in die Selbstst ändigkeit intensiv auf den Markt vorbereitet, kann besser abschätzen, welche Qualifikationen gefragt sind, welche Stundensätze sich mit den eigenen erzielen lassen und ob diese reichen, den gewünschten Lebensstandard zu finanzieren. Der IT-Bereich ist komplex - sich das nötige Wissen anzueignen, kann dauern. Und für einen Selbstständigen ist Zeit Geld - mehr als für einen Angestellten. Wer zunächst einige Jahre als Angestellter übt und lernt, sitzt als Selbstständiger fester im Sattel. Die Chance, gefördert zu werden, ist für einen jungen Angestellten größer, das Risiko kleiner: Gescheiterte Versuche gefährden nicht gleich die eigenen Existenz. (Welche Qualifikation wie gefragt ist, ermittelt der GULP Trend Analyzer. Die branchenüblichen Stundensätze können jederzeit über den GULP Stundensatz Kalkulator berechnet werden, umfassende Infos rund um IT-Projekte gibt es in der GULP Knowledge Base.)

Goldgräber-Zeiten sind vorbei

Das alles war aber schon immer so, es gehört per se zur Selbstständigkeit. Wieso sollen diese Gründe sich gerade jetzt auswirken? Zurzeit ist die Lage auf dem IT-Projektmarkt zwar nicht eindeutig negativ, aber doch unsicher. Aufträge sind vielleicht schon bald härter umkämpft. Die Position eines Freiberuflers im Markt wird wichtiger. Das Honorar, das er durchsetzen kann, ist unter anderem Folge seiner Marktposition (siehe Artikel " Wer mit Bananen bezahlt, muss sich nicht wundern, wenn Affen für ihn arbeiten"). Mangelnde Erfahrung und fehlende Kontakte können die Positionierung bei ansonsten guten Voraussetzungen deutlich verschlechtern. Es gab "Goldgräber-Zeiten", zu denen diese beiden Aspekte in den Augen der Projektanbieter fast unwichtig waren. Die können in Zukunft vielleicht wiederkommen, sind aber im Moment eindeutig vorbei. Außerdem werden die Stundensätze von IT-Freiberuflern wohl in naher Zukunft stagnieren oder sogar sinken: Im März 2009 rechneten 38 Prozent der Freiberufler und 53 Prozent der Projektanbieter damit, dass die Honorare nach unten gehen. Diese Entwicklung trifft diejenigen besonders hart, die sich noch kein finanzielles Polster aufbauen konnten und die auch mal Wochen oder Monate ohne Projekt überbrücken müssen.

Hat der Nachwuchs kein Interesse?

Erfahrung hin oder her - viele der Freiberufler, die uns geschrieben haben, waren der Meinung, dass die IT-Freiberuflichkeit an sich nicht mehr attraktiv genug ist, um junge Informatiker anzulocken. "Die freiberufliche Tätigkeit ist unter dem Strich einfach nicht mehr so attraktiv, dass ein junger Angestellter mit Karriereperspektiven bereit ist, unter Inkaufnahme der Risiken und der geringeren Einkommensaussichten seine Festanstellung aufzugeben", ließ uns ein Selbstständiger wissen. Die meisten schoben wie er dem Verdienst den Schwarzen Peter zu: "Die heute bezahlten Stundensätze sind viel zu niedrig. Der IT-Freiberufler kommt mit 60 bis 70 Euro pro Stunde nicht über das Bruttogehalt eines Festangestellten im Projektgeschäft hinaus, wenn er solide kalkuliert." Alles hängt vom erzielten Stundensatz ab - wenn der junge IT-Freiberufler tatsächlich nicht mehr verdient als sein festangestellter Kollege, hat er ein Problem. Denn er muss zum Beispiel:
 

  • ... projektfreie Zeiten finanziell überbrücken und Rücklagen für die Altersvorsorge bilden (analog zu Arbeitslosen- und Rentenversicherung)
  • ... selbst an seiner Karriere feilen, um vielleicht in Zukunft mehr zu verdienen, ohne einfach einem vorgegebenen Pfad in einem Unternehmen zu folgen. Dabei muss er Schulungen selbst finanzieren.


Immer wieder wird im GULP Forum für Freiberufler darüber diskutiert, ob und wie sich der Lohn eines Angestellten mit dem Stundensatz eines Freelancers vergleichen lässt. Auf die (nicht nur finanziellen) Vor- und Nachteile eines Lebens als Selbstständiger geht der Artikel " Was haben Freiberufler, was Angestellte nicht haben?" näher ein.

IT-Freiberuflichkeit nicht attraktiv genug?

Andere Gründe, warum die IT-Freiberuflichkeit den Jüngeren nicht mehr attraktiv erscheinen könnte, sind die fehlende Sicherheit, das höhere Risiko und eine unausgeglichene Work-Life-Balance. Der IT-Projektmarkt ist immer dynamisch und gerade in unsicheren Zeiten unberechenbar. Weit im Voraus zu planen ist schwer bis unmöglich. Über einem IT-Freiberufler schwebt immer ein Damokles-Schwert: "Wo kommt der nächste Auftrag her?" Wir lassen IT-Freiberufler sprechen:
 

  • "Immer weniger Leute sind bereit sich zu quälen. IT-Freiberufler zu sein bedeutet, sich ständig Gedanken über sich und den Markt machen zu müssen. Viele scheuen dies und suchen die vermeintliche Sicherheit der Festanstellung."
  • " Es ist sicherer sich anstellen zu lassen, ein gutes Gehalt, evtl. Firmennotebook und -wagen zu bekommen."
  • "Nach meiner Ansicht ist ein Hauptgrund der gesellschaftliche und soziale Druck. Die meisten jungen Menschen mit Ambitionen wollen managen, statt etwas Konkretes zum Anfassen zu leisten."
  • "Die Bereitschaft, am Privatleben Abstriche zu machen, ist bei Jüngeren immer weniger ausgeprägt."
  • "Allgemein scheint mir so etwas wie Gründergeist in der Gesellschaft etwas verloren gegangen zu sein. Der Schritt in die Selbstständigkeit wird mehr als Risiko denn als Chance gesehen."
  • "Ich habe den Eindruck, die jüngeren Mitarbeiter legen großen Wert darauf, dass sie gut in ein Unternehmen integriert sind, die sozialen Leistungen sicher und Beförderungsmöglichkeiten vorhanden sind sowie dass Sicherheit auch in schlechten Zeiten gegeben ist."


Imageverlust der Informatik?

Andere schreiben der ganzen Disziplin Informatik einen Imageverlust zu. "Informatik ist nicht mehr trendy", schrieb uns ein Selbstständiger. "Sie ist 'mainstream' geworden. Medial inszeniert werden heute eher Biotechnologien, Energiewirtschaft oder ähnliches, was dazu führt, dass angehende Studierende eher diese Fächer wählen." Der Bundesverbands für Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) befragte 14- bis 25-Jährige im gesamten Bundesgebiet. 39 Prozent der Befragten hatten durchaus Interesse an einem Beruf im ITK-Bereich. Doch ein Informatik-, Elektrotechnik- oder Mathematikstudium wollten lediglich elf Prozent beginnen. Von 2000 bis 2006 hat die Anzahl der Studierenden in der Informatik im ersten Fachsemester laut Bitkom und Destatis an deutschen Hochschulen um 26 Prozent abgenommen. Ein anderer Freiberufler meinte: "Vielleicht liegt die Entwicklung am Wandel des Berufsfeldes weg von den Künstlern unter den Entwicklern hin zur ingenieursmäßigen Disziplin."

Wird der Nachwuchs bevorzugt eingestellt?

Das alles waren Gründe, die gegen ein Leben als IT-Freiberufler sprechen könnten - der Mangel an Nachwuchs kann aber auch eine ganz andere Ursache haben. Es könnte nämlich sein, dass Unternehmen jüngere Informatiker einfach bevorzugt einstellen und den älteren - überspitzt ausgedrückt - nur die Selbstständigkeit bleibt, weil sie keine Festanstellung finden. "Dass Best Agers sich für die Selbstständigkeit entscheiden, ist eher auch eine Not", teilte ein Leser der GULP Knowledge Base uns mit. "Denn viele Spezialisten in diesem Alter können als Angestellte kaum einen Job bekommen. Unternehmen wollen junge, dynamische, wettbewerbsfähige und vor allem billige junge Spezialisten einstellen." Das hieße also, dass die Wirtschaft jüngere Informatiker tendenziell lieber fest bindet, während sie ältere Fachkräfte gerne in den Projektmarkt entlässt. Ein anderer Freiberufler hat uns geschildert, dass er es mehrfach erlebt hat, dass er (48 Jahre alt) bei Bewerbungen auf eine Festanstellung immer wieder abgewiesen wird, während er als Selbstständiger für die Dauer eines Projekts bei großen und namhaften Unternehmen gerne genommen wird. Gehören IT-Experten über 45 wirklich schon zum alten Eisen?

Kann der Nachwuchs nichts dafür?

Eine andere mögliche Antwort auf die Frage "Wo bleibt der Nachwuchs?" ist ganz unabhängig von jüngeren und älteren IT-Experten oder deren Verhalten. Es könnte sein, dass der durchschnittliche IT-Freiberufler deswegen immer älter wird, weil es - ganz banal - der demografische Entwicklung in Deutschland entspricht. Die letzte Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes bestätige den zuvor bereits festgestellten Trend und kam zu dem Ergebnis, dass die Bevölkerung im Erwerbsalter (20 bis unter 65 Jahre) langfristig abnehmen und altern wird. Die Prognose lautet, dass die Gruppe der 50- bis 65-Jährigen bis 2050 sehr stark zunehmen wird, während die der 20- bis 30-Jährigen schrumpft. Im Jahr 2006 waren 30 Prozent der Erwerbstätigen zwischen 50 und 64 Jahren alt - im Jahr 2050 wird ihr Anteil 40 Prozent betragen. "Damit wird die Bevölkerung im Erwerbsalter stark durch die Älteren geprägt sein", schreiben die Statistiker in Wiesbaden. Wieso sollte es also auf dem IT-Projektmarkt anders sein? Die Abnahme des Anteils der jüngeren IT-Freiberufler könnte eine logische Konsequenz der demografischen Entwicklung sein. Vielleicht dauert zusätzlich die IT-Ausbildung lang. "Wenn man bis 30 studiert und bis 60 arbeitet, wäre der Altersdurchschnitt bei 45 Jahren. Also wieso überaltert?", schrieb uns ein Freiberufler.

Und es geht doch!

Trotz aller Widrigkeiten - es gibt sie, die jüngeren IT-Freiberufler, die freiberufliche Arbeit als übliches Beschäftigungsmodell für Informatiker ansehen und diesen Weg einschlagen. Warum? Es ist motivierend, selbst bestimmen zu können, wo und wann gearbeitet wird. Gerade die meisten jungen Menschen schätzen diese Freiheit und Unabhängigkeit. Für manche funktioniert die Selbstständigkeit sogar nur, solange sie selbst (jung und) unabhängig sind - und findet ein Ende, wenn Familien gegründet werden und der Lebensunterhalt mehrerer Personen vom (sicheren) Verdienst eines einzigen abhängt. Eine GULP Trash Poll im April 2009 ergab, dass sich nur ein gutes Drittel der IT-Freiberufler durch das private Umfeld überiegend darin bestärkt fühlte, in die Freiberuflichkeit zu wechseln. Weitere Argumente für die Freiberuflichkeit: Die Erfahrungen, die ein Berufseinsteiger als Freelancer sammelt, sind mindestens ebenso wertvoll wie die eines Angestellten. Wenn nicht sogar vielfältiger, denn der Selbstständige lernt in kurzer Zeit verschiedene Unternehmen, deren Arbeitsweisen, Infrastruktur und Mitarbeiter kennen. Er muss sich jedes Mal neu einarbeiten und bekommt Routine darin, sich in neuen Geschäftsumgebungen zurecht zu finden. Er lernt, sich selbst gut zu präsentieren.

Begeisterung, Hartnäckigkeit und Verkaufstalent

Es mag sein, dass jüngere Freiberufler sich besser verkaufen müssen als ältere. Denn ein junges Alter wird oft mit Unerfahrenheit gleichgesetzt. Doch junge Informatiker kennen meist die neusten Technologien oder Programmiersprachen und sind in dieser Hinsicht sind "Jungspunde" alten Hasen häufig einen Schritt voraus. Begeisterung und Hartnäckigkeit muss ein junger Selbstständiger darüberhinaus mitbringen. Ein Selbstständiger schrieb uns andere unverzichtbare Eigenschaften: "Einem, der nicht auch mal 14 Stunden vor der Kiste hocken kann, würde ich abraten. Einem, der keine Ahnung hat, was er nun verkauft, würde ich abraten. Einem, der kein guter Kontakter ist, würde ich abraten. Einem, der sich mit der für Kleinstunternehmer nötigen Bürokratie nicht rumschlagen will, würde ich abraten."

Der Beweis: Es gibt sie noch

Einige jüngere Selbstständige sind unserem Aufruf gefolgt und haben uns ihre Meinung geschildert. Danke dafür! Sie bezeugen, dass es sie doch noch gibt. Ein paar Beispiele: Ein jüngerer Freiberufler berichtete uns, dass sich für ihn die Selbstständigkeit lohne, weil er mit seiner Qualifikation hohe Stundensätze erzielen könne. Er versteht aber gleichaltrige Kollegen, die sich für die Festanstellung entscheiden, und denkt, dass das an der besseren Bezahlung liegt: "Wegen 20 Prozent mehr Nettoverdienst würde ich nicht in die Selbstständigkeit gehen."

Bereits seit anderthalb Jahren Freiberufler ist ein 25-jähriger Softwareentwickler und System-Administrator, der uns mitteilte: "Dass ich Freiberufler geworden bin, ist nicht von langer Hand geplant worden. Innerhalb eines Monats kam die Idee und wurde umgesetzt. Ich war bereits bei meinem ersten Kunden unter Vertrag, noch bevor ich angefangen hatte - ohne ihn wäre ich wohl nie auf die Idee gekommen."

Ein SAP PI-Berater, unter 30, schrieb, dass er die Arbeit als Angestellter in einer Beratungsfirma vor einem Jahr aufgegeben hätte, um in die Selbstständigkeit zu gehen. "Die Möglichkeit hat sich aufgrund eines längerfristigen Auftrags ergeben und ich bereue den Schritt bisher in keiner Form. Allerdings habe ich mein Leben auch so ausgerichtet, dass ich sehr schnell meine Kosten reduzieren kann, um einen projektfreien Zeitraum überbrücken zu können."

Wieso nimmt die Anzahl der jüngeren IT-Freiberufler nun ab?

Angenommen, die Wahrheit ist die Summe aller angegebenen Gründe: Dann ist es deswegen so, weil es einerseits immer weniger junge Erwerbstätige gibt und es andererseits scheinbar doch wahr ist, dass sich Berufserfahrung auszahlt. Die letzte GULP Stundensatz-Auswertung ergab, dass eine Art Zehn-Jahres-Grenze existiert. Externe IT-Spezialisten mit mehr als zehn Jahren Berufserfahrung können um 26 Prozent höhere Stundensätze fordern als unerfahrenere Kollegen. Am finanziellen Maximum kommen Freiberufler dann mit 20 bis 29 Jahren Erfahrung an. Ihre Honorarvorstellung von 75 Euro ist nicht nur die höchste, sondern liegt 4 Euro über der durchschnittlichen allgemeinen Stundensatzforderung der deutschen IT-Freiberufler (71 Euro im Februar 2009). Das ist ganz schön viel.

Was denken Sie: Wie könnte man den Nachwuchs wieder mit ins Boot holen? Oder muss man das gar nicht, weil die Entwicklung gut ist, wie sie ist?