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Marktstudie: Selbstständige Konstrukteure

Welche Tätigkeiten üben freiberufliche Konstrukteure in Projekten aus?

10.02.2010
GULP Redaktion
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"Als Konstrukteur wird ein Ingenieur oder ein anderer Techniker bezeichnet, welcher die Tätigkeit des Konstruierens ausübt", sagt Wikipedia. "Ein Konstrukteur ist ein Fachmann, der beruflich Objekte konstruiert", ein anderes Online-Lexikon. Das reicht uns als Definition nicht. Die Begriffe "Konstrukteur" und "Konstruktion" genauer zu bestimmen ist Ziel dieser GULP Marktstudie. Im Fokus stehen, wie immer bei GULP, die Selbstständigen unter ihnen. Welche Tätigkeiten üben freiberufliche Konstrukteure in Projekten aus? Für welche Rollen im Projekt werden sie gesucht? Wie steht es um ihre Stundensätze?

Konstrukteure beherrschen eines oder mehrere CAD-Programme, aber das reicht nicht: Was müssen Konstrukteure heute können? Welche Weiterbildungen und Zusatzqualifikationen lohnen sich? Zunächst ein Überblick über die in die GULP Profiledatenbank eingetragenen freiberuflichen Konstrukteure:

  Selbstständige
Konstrukteure
bei GULP
Alle bei GULP
eingetragenen Freiberufler
Durchschnittliche Stundensatzforderung 64 Euro 70 Euro
Durchschnittliches
Alter
47 Jahre 43 Jahre
Durchschnittliche Berufserfahrung 21 Jahre 20 Jahre

Freiberufliche Konstrukteure, die auf Projektbasis für eine gewisse Zeit in Unternehmen eingesetzt werden, sind hochqualifizierte Spezialisten, die als selbstständige Unternehmer am Markt auftreten. Sie sind weder Leih- noch Zeitarbeiter noch schlecht bezahlt, sondern sowohl ihre Kunden als auch sie selbst sind sich des Werts ihres Know-hows bewusst. Wie steht es derzeit um ihre Honorare?

Sinkende Stundensätze?

Freiberufliche Konstrukteure haben in ihr GULP Profil im Durchschnitt eine Stundensatzforderung von 64 Euro eingetragen. Ein tieferer Blick eröffnet ein interessantes Detail: Die Konstrukteure, die ab dem 1. Februar 2010 oder später verfügbar sind, fordern im Schnitt 61 Euro, also drei Euro weniger. Die verfügbaren Selbstständigen sind diejenigen, die aktuell auf Projektsuche sind. Es ist davon auszugehen, dass gerade diese Freelancer ihr Profil immer auf dem neusten Stand halten und ihre Stundensatzforderung den jetzigen Marktgegebenheiten angepasst haben. Die Honorarforderungen der Konstrukteure scheinen demnach leicht zu sinken.

Soweit zum Durchschnitt. Es gibt natürlich sowohl bei GULP eingetragene Konstrukteure, die weniger verlangen, als auch welche, die mehr fordern. Wie diese anteilsmäßig verteilt sind, zeigt die folgende Grafik:

42,8 Prozent und damit fast die Hälfte der aktuell verfügbaren Konstrukteure verlangen Stundensätze zwischen 50 und 69 Euro. 80 Euro oder mehr fordern nur 14,4 Prozent von ihnen.

Sie haben höhere oder niedrigere Stundensätze erzielt?
Haben Sie andere Erfahrungen mit den Stundensätzen im analysierten Bereich gemacht? Tragen Sie die Daten Ihres aktuellen oder letzten Projekts in die Liste " Stundensätze in der Praxis " ein und sehen Sie, welche Stundensätze letztendlich im Portmonee der Freiberufler landen.

Etwas älter und erfahrener

Woher rühren die Unterschiede im Stundensatz? Faktoren, die von Projekt zu Projekt unterschiedlich sind (zum Beispiel Reisekosten, Projektdauer, Kundenvorstellung, Konkurrenzdruck) gelten für Konstrukteure natürlich ebenso wie für alle anderen selbstständigen Ingenieure oder IT-Experten. Wichtig sind aber die persönlichen Faktoren der Freiberufler - unter anderem die verschiedenen Rollen im Projekt, die Berufserfahrung, etwaige Alleinstellungsmerkmale oder Zusatzqualifikationen (Software-Entwicklung? PDM/PLM?). Mit Prozesswissen und Branchenkenntnis lässt sich der Stundensatz auch im Konstruktions-Bereich erhöhen

Zunächst ein Blick auf Alter und Berufserfahrung: Die auf www.gulp.de eingetragenen Konstrukteure sind im Schnitt 47 Jahre alt. Nur 39 Prozent von ihnen sind jünger als 45 Jahre. Im Schnitt blicken freiberufliche Konstrukteure mit GULP Profil auf 21 Jahre Berufserfahrung zurück.

21 Jahre Berufserfahrung – viel Zeit, um viel zu lernen. Worin aber sollten sich Konstrukteure weiterbilden? Ein Blick auf die Skills und Qualifikationen, die selbstständige Konstrukteure für verschiedene Rollen im Projekt mitbringen müssen:

Skills und Qualifikationen

 

Konstrukteure beschäftigen sich natürlich längst nicht mehr mit dem Reißbrett, sondern erstellen ihre Konstruktionsunterlagen mit Hilfe von CAD-Programmen. Die in Projektanfragen über GULP am häufigsten nachgefragten sind CATIA, Pro/Engineer, AutoCAD und Solidworks. In 58,6 Prozent der 2008 und 2009 über GULP versandten Projektanfragen zu diesen vier CAD-Systemen wurde ein CATIA-Spezialist gesucht – damit hängt CATIA die Konkurrenz weit ab. Die meisten selbstständigen Konstrukteure spezialisieren sich im Laufe ihres Berufslebens auf ein CAD-Programm – CATIA ist für einen Freiberufler wohl eine gute Wahl, derzeit vor allem CATIA v5.

Neben den Basis-Qualifikationen ist eine verantwortungsvolle Projektaufgabe ein gutes Argument für Stundensatzverhandlungen. Welche Skills und Qualifikationen sind für welche Rolle in Konstruktions-Projekten nötig?

"Reiner" Konstrukteur

In Projektanfragen über GULP, in denen ein "reiner" Konstrukteur gesucht wird, ist neben sehr guten Kenntnissen im Umgang mit den jeweiligen CAD-Tools meist auch Branchenkenntnis erwünscht (zum Beispiel im Automotive-Umfeld, teils speziell wie "Erfahrung in der Entwicklung von Interieurkomponenten"). Dazu werden häufig Werkstoffkenntnisse, Wissen über Fertigungsverfahren (zum Beispiel Spritzguss für Kunststoffbauteile) und Konstruktionskenntnisse allgemein (zum Beispiel in Mechanik und Kinematik für die Konstruktion einer Pedalanlage) gefragt. Kenntnisse der relevanten Normen (DIN, DIN EN) sowie Wissen über Werkstoffe sind je nach Projekt ebenso gewünscht – gehören bei einem Konstrukteur aber zur Grundausstattung.

Wichtige Basis-Skills für einen Konstrukteur sind außerdem die Berechnung von Bauteileigenschaften und Simulationen. Zum Beispiel werden in Konstrukteurs-Projektanfragen über GULP oft diese nachgefragt:

  • Simulationen für mechanische oder thermische Belastungen bei Bauteilen im Rahmen der Finite-Elemente-Methode (FEM),
  • Strömungssimulationen (Computational Fluid Dynamics, CFD),
  • Simulationen von Fertigungsverfahren oder
  • Crashsimulationen im Fahrzeugbau.


Eingesetzt werden diese "reinen" Konstrukteure zum Beispiel zur Konzeption und Konstruktion von:

  • Fahrwerks- und Getriebekomponenten, Antriebssträngen, Bremssystemen
  • Motorgehäusen, -komponenten und –peripherie (zum Beispiel Turbolader)
  • Lichtanlagen und Leuchteinheiten
  • Komponentenanbauten, Geräte-Einhausungen und Verkleidungen mit den Materialien Kunststoff und Blech,
  • Interieurkomponenten (Himmel, Mittelkonsole, Sitzbezüge, Cockpit-Belederungen),
  • hochpräzisen Messtechnikmaschinen (Montage- und Justagewerkzeuge),
  • leistungsstarken Elektroantrieben im Automotive-Bereich.

 
Die Stundensatzforderungen liegen in diesem Bereich meist leicht unter dem Durchschnitt aller freiberuflichen Konstrukteure. Zwei Beispiele für solche Selbstständige aus der GULP Profiledatenbank:

Ein Luftfahrzeugtechniker mit dem fachlichen Schwerpunkt "CAD Anwendung, Konstruktion/Entwicklung und technische Dokumentationen" hat in seinem GULP Profil eine Honorarvorstellung von 47 Euroangegeben. Er verfügt über zwölf Jahre Berufserfahrung und übernimmt unter anderem die Einbauuntersuchung von Ceiling, Hatrack, Sidewall und Doorframe für den Airbus A350.

Ein Konstruktionstechniker mit dem fachlichen Schwerpunkt "CAD Konstrukteur CATIA V4/V5" fordert in seinem GULP Profil 49 Euro pro Stunde. Er konstruiert zum Beispiel den Führerstand für einen Regionalzug mit CATIA v5 sowie den Einbau der Schaltschränke und die Leitungsverlegung. Er kann 13 Jahre Berufserfahrung vorweisen.

Teamleiter, Projektleiter, Trainer

Natürlich gibt es keine Trennung in Schwarz und Weiß – bzw. in "teurer" und "günstiger" Konstrukteur. Der Übergang zwischen verschiedenen Rollen im Projekt ist fließend. Im Folgenden dennoch Beispiele für Qualifikationen, die unter Umständen höhere Stundensätze einbringen könnten als die "reine" Konstruktion. Zur Verdeutlichung zwei Rollen in demselben Projekt gegenübergestellt:

Konstrukteur einer elektrischen
Ölpumpe, seine Aufgaben:

  • Entwerfen und Konstruieren von elektrischen Ölpumpen
  • Erstellen von Zeichnungen, Stücklisten, Dokumentationen
  • Berechnen und Dimensionieren der Maschinenelemente
  • Auswahl der optimalen Werkstoffe und Bearbeitungsverfahren

Gruppen- oder Teamleiter
Konstruktion, seine Aufgaben:

  • Führung einer Konstruktionsgruppe
  • Serienbetreuung und Merkmalbewertung von
  • EMPBs (Erstmusterprüfberichten)
  • Laufende Optimierung der Wirtschaftlichkeit
  • der Entwicklungen und Konstruktionen
  • Sicherstellen, dass die Konstruktion
  • marktorientiert ist
  • Erstellung von K-FMEAs (Fehler-Möglichkeits-
  • und Einflussanalysen in der Konstruktion) zur Sicherung der Produktqualität

 

(Teil-)Projektleitung ist also ein gutes Argument für Stundensatzverhandlungen. Konkrete Beispiele für die Aufgaben eines solchen Freiberuflers gibt diese Projektanfrage, in der es um das Design und die Konstruktion mechanisch-optischer Baugruppen ging. Der gesuchte Selbstständige sollte:

  • Mechanikdesign-Teilprojekte und -Arbeitspakete planen und leiten,
  • die Entwicklungsverantwortung für Systemkomponenten, -baugruppen und Module übernehmen,
  • verantwortlich zeichnen für die Konzeption von Teilprojekten,
  • Lastenhefte, Spezifikationen, Toleranzbudgets und Risikoanalysen erstellen sowie
  • Konstruktionsaufgaben nicht nur selbst durchführen, sondern auch planen, priorisieren, überwachen und betreuen.


Im Folgenden als Beispiele einige Freiberufler, die nicht nur als "reine" Konstrukteure tätig sind – und ihre Stundensatzvorstellungen:

Ein Konstrukteur mit viel Erfahrung kann zum Beispiel den Support für das jeweilige CAD-Programm im Unternehmen übernehmen. Das heißt, er würde diejenigen Experten unterstützen, die das Programm derzeit im Einsatz haben, Fragen zur Funktionalität und zu den Methoden des Programms beantworten oder Workshops abhalten. Um die Konstrukteure zu unterstützen, Lösungen für schwierige Themenstellungen zu finden, muss er selbst Expertenwissen und mehrjährige Erfahrung in der Konstruktion mit dem jeweiligen CAD-Programm mitbringen. Ein CATIA-Trainer mit dem fachlichen Schwerpunkt "CATIA v5 Methodenberater, -Coach und –Konstrukteur hat in seinem GULP Profil eine Stundensatzforderung von 65 Euro eingetragen. Er verfügt über 13 Jahre Berufserfahrung. Er schult zum Beispiel CAD-Umsteiger oder übernimmt Coaching und Beratung bei der Einführung der v5 von CATIA.

Schnittstellen zur Konstruktion: PDM/PLM und Software-Entwicklung

Konstrukteure sind eingebunden in den Prozess der Produktentwicklung und –fertigung, so dass von ihnen oft Kenntnisse im Produkt-Daten-Management (PDM) oder Produkt-Lebenszyklus-Management (PLM) gefordert werden. Kenntnisse in Software für Prozessmanagement wie Windchill PDM Link oder für PDM wie Enovia werden für solche Projekte neben dem Konstruktions-Know-how oft nachgefragt. Wenn ein Freelancer zusätzlich zur Konstruktion auch PDM Service Consulting, PDM-Methodenentwicklung und -Prozessgestaltung oder Change Management in CAx-Projekten übernehmen kann, kann das ebenso positive Auswirkungen auf den Stundensatz haben. Eine PMD-Projektmanagerin hat in ihr GULP Profil (65964) eine Honorarvorstellung von 65 Euro eingetragen. Sie ist neben Windchill fit in Enovia VPM und Enovia MatrixOne. Ein Maschinenbauingenieur mit fachlichem Schwerpunkt "Projektkoordinator PDM/EDM/TDM, Windchill Beratung" kommt eigentlich aus der Konstruktions-Richtung. Vor etwa zehn Jahren hat er Support für Anwender von Pro/Engineer und Pro/Intralink übernommen. Er hat sich zum SAP FI/CO/BW/BI Berater und zum Change Manager weitergebildet. Im Laufe seines Freiberuflerlebens hat er ganz verschiedene Abteilungen (mal Administration, mal Vertrieb) im Umgang mit verschiedenen CAD-Systemen trainiert und kennengelernt. Mittlerweile berät er im PLM-Umfeld auf Management-Ebene und hilft beim Entwickeln neuer Strategien und Produkte – zum Beispiel übernimmt er Projektplanung und -koordination bei der Implementierung eines PDM-Systems. Er fordert 73 Euro pro Stunde.

Eine weitere Schnittstelle zur Konstruktion ist die Software-Entwicklung, entweder am CAD-Programm selbst oder an dessen Schnittstellen. Bei CATIA zum Beispiel ist das vor allem die Schnittstelle CAA – für deren Programmierung brauchen Freelancer vor allem gute Kenntnisse in C und C++. Es bringt aber bei Projektanfragen Pluspunkte, auch das CAD-Programm gut zu kennen. Solche freiberuflichen Spezialisten zählen nicht mehr zu den Konstrukteuren, sondern zu den Entwicklern – aber es gibt auch hier Übergänge und Mischformen. Zum Beispiel fordert ein Selbstständiger bei GULP mit dem fachlichen Schwerpunkt "Software-Entwickler, Berater, Architekt und Coach mit breiter Industrie-Erfahrung" einen Stundensatz von 68 Euro. Er hat vor etwa zehn Jahren viel mit Unix, Oracle, C und C++ gearbeitet, zum Beispiel beim "Design einer Fertigungs-Datenbank mit Kopplung eines Statistischen Fehleranalysesystems zur Analyse von Halbleiterdefekten". Seit 1999 beschäftigt er sich in Projekten mit Windchill und war unter anderem Projektleiter für Implementierung einer PDM/PLM Lösung mit CAD Integration, Daten-Migration, Change Management (CMII) und Replication. Seit 2005 übernimmt er auch Beratung zur Prozessoptimierung im CATIA-Umfeld. Der Freelancer blickt auf 25 Jahre Berufserfahrung zurück, in denen er sich Stück für Stück immer weiter in diese Richtung orientiert hat.

Qualitätsmanagement

Ein PLM-Consultant hat in sein GULP Profil eine Stundensatzforderung von 70 Euro eingetragen. Seinen fachlichen Schwerpunkt bezeichnet er so: "PLM Consultant mit Schwerpunkt Collaborative Engineering; Qualitätsmanagement in IT- und Engineering-Projekten". Vor wenigen Jahren hat er noch als Trainer und Coach für CATIA v4 und v5 gearbeitet, dann hat er sich immer mehr in die Richtung Methodenentwicklung, Prozessanalyse und QM-Systeme orientiert. Mittlerweile übernimmt er das Qualitätsmanagement (u.a. TQM, Engineering Process Improvement) in IT- und Engineering-Projekten und beschäftigt sich zum Beispiel mit Prozessdefinition und –verbesserung sowie Risikodefinition und –bewertung. Im Jahr 2009 hat er sich zum European Assessor for Excellence (EFQM) weitergebildet. Diese Schulung im Bereich Qualitätsmanagement soll es den Teilnehmern ermöglichen, Unternehmen und Organisationen zu bewerten sowie Stärken und Verbesserungspotenziale aufzudecken, ähnlich einem Auditor bei ISO-Zertifizierungen.

Zum Qualitätsmanagement gehört auch Testen. Ein Freiberufler hat in sein GULP Profil den fachlichen Schwerpunkt "Softwaretesten, Test-Management, CATIA, Enovia VPM, Koordination, IT-Consulting, EDV-Beratung, IT-Migration" eingetragen und fordert 60 Euro pro Stunde. Er hatte anfangs als Software-Entwickler zum Beispiel mit Visual Studio gearbeitet. Dann hat er sich im Rahmen von Seminaren im Projektmanagement weitergebildet und hat sich zum Tester zertifizieren lassen (ISTQB). Mittlerweile ist er unter anderem als Testkoordinator, Projektmanager oder Systems Engineer in Projekten eingesetzt, Er übernimmt Management und Koordination von Releases, Changes und Updates der Software Enovia VPM sowie CATIA V4/V5 oder auch das Incident-/Problem-/Release-/Changemanagement im CAx-Umfeld (Enovia VPM, CATIA). Der beschrieben Freiberufler kommt aus der Richtung Programmierung – eine ähnliche Karriere ist aber mit den entsprechenden Weiterbildungen und Projekterfahrungen ebenso für einen Konstrukteur möglich.

Es lohnt sich für einen Konstrukteur also sich weiterzuentwickeln. Es kann zwar nicht pauschal gesagt werden, dass zusätzliche Skills höhere Stundensätze einbringen, da das natürlich ebenso von der Nachfrage und den Kundenwünschen abhängig ist. Aber je mehr der Konstrukteur über seinen Tellerrand blickt und je mehr Überblick er über das Gesamtprojekt hat, desto besser kann er in Honorarverhandlungen argumentieren.

Hier trifft sich der Markt: Süddeutschland

Zuletzt noch ein Blick darauf, wo sich der Markt trifft: In welchen Regionen gibt es die meisten Projektanfragen für Konstrukteure, wo die meisten Freiberufler?

Unangefochten an der Spitze steht die Region D8 (München, Ingolstadt, Bodenseeregion), in der 22,0 Prozent der freiberuflichen Konstrukteure angesiedelt sind. Auffällig sind die prozentualen Anteile in zwei Postleitzahlgebieten: D7 und D6. In D6 (Frankfurt am Main, Mannheim) sind nur 10,7 Prozent der Konstrukteure zuhause aber laut der GULP Stundensatz-Auswertung 17,2 Prozent aller bei GULP eingetragenen Freiberufler. Dafür kommen viele Konstrukteure aus der Region um Stuttgart und Heilbronn (D7), nämlich 18,2 Prozent. Nur 10,8 Prozent aller IT-Freiberufler kommen von dort. Das liegt mit Sicherheit an der hohen Konzentration der Automobil-, Luft- und Raumfahrtindustrie in den Postleitzahlgebieten D7 und D8. Die Gegend um Frankfurt am Main ist vor allem von der Banken- und Finanzbranche geprägt – für Konstrukteure ein eher seltenes Einsatzgebiet.

Dementsprechend werden auch in 26,6 Prozent der Projektanfragen, die über GULP an freiberufliche Konstrukteure gesendet werden, Selbstständige für die Region D8 gesucht, 15,7 sind es für D7. Zusammen decken sie fast die Hälfte der Anfragen ab (42,3 Prozent). Aus Frankfurt am Main und Umgebung kommen "nur" 11,8 Prozent der Konstrukteurs-Anfragen. Selbstständige Konstrukteure sind in den verschiedensten Branchen tätig, zum Beispiel im Maschinen- und Anlagenbau, Medizin, Architektur, Schiffbau oder Bauwesen – nach der Analyse der Projektanfragen über GULP scheint der Schwerpunkt aber im Bereich Automobil/-zulieferer und Automotive sowie Luft- und Raumfahrttechnik zu liegen.

Fazit: Der Durchschnitt

Zusammengefasst ist der durchschnittliche selbstständige Konstrukteur, der mit seinem Profil bei GULP vertreten ist, 47 Jahre alt und verfügt über 21 Jahre Berufserfahrung. Wenn er aktuell verfügbar ist, fordert er einen Stundensatz von 61 Euro. Er tritt seine Projekte sehr wahrscheinlich irgendwo in Bayern oder Baden-Württemberg (D7 und D8) an - vielleicht in der Automobilindustrie in München und Ingolstadt oder im Raum Stuttgart, oder aber in der Luft- und Raumfahrttechnik. Er arbeitet häufig mit dem CAD-Programm CATIA, aber auch mit Pro/Engineer, AutoCAD oder Solidworks. Um seinen Stundensatz zu erhöhen, sollte er sein Branchen- und Prozesswissen stetig vertiefen, Zusatzqualifikationen erwerben, die ihm einen Einsatz als (Teil-)Projektleiter ermöglichen, oder zusätzlich Wissen an der Schnittstelle zu PDM, PLM, Software-Entwicklung oder Qualitätsmanagement erlernen.

Mehr Informationen zum Thema bei GULP:
 

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