Umfrage-Ergebnis: Akzeptanz von Open Source

13.11.2007
GULP Redaktion

Open Source Software ist schon längst aus dem Schatten der kommerziellen Anbieter getreten. Besonders im geschäftlichen Umfeld erfreuen sich die quelloffenen Lösungen wachsender Beliebtheit. GULP hat bei 78 Projektanbietern und 672 IT-Freiberuflern nachgefragt, wie sie den Einsatz von Open Source sehen.

Als Open Source bezeichnet man eine quelloffene Software, d.h. der Quelltext liegt offen und kann durch weitere Anwender bearbeitet, verändert und verbreitet werden. Es gibt keine Nutzungsbeschränkungen, so dass Open Source Software beliebig vervielfältigt und genutzt werden darf, ohne dass Lizenzgebühren verlangt werden. Der Standard für Open Source Software ist in den zehn Kriterien der Open Source Definition (OSD) festgehalten. Nach diesen Richtlinien anerkannte Open Source Lizenzen vergibt die 1998 gegründete Open Source Initiative (OSI). Bekannte Open Source Produkte sind z.B. der Webbrowser Mozilla Firefox oder das Betriebssystem Linux.

Im IT-Projektmarkt ist die Nutzung von Open Source Software keine Randerscheinung und auch kein neuer Trend: Mit großer Mehrheit nutzen sowohl IT-Freiberufler (83 Prozent) als auch Projektanbieter (79 Prozent) die preiswerten Alternativen schon seit längerem.

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Tendenziell zeigen sich die Projektanbieter den quelloffenen Angeboten gegenüber etwas aufgeschlossener, denn nur vier Prozent lehnen deren Einsatz ab. Unter den Freiberuflern ist der Anteil der Ablehner mit acht Prozent doppelt so hoch. Außerdem plant rund jeder achte Projektanbieter (13 Prozent), zukünftig noch mit solchen Produkten zu arbeiten.

Mit diesen Ergebnissen fällt die Akzeptanz von Open Source im IT-Projektmarkt besonders hoch aus. Das zeigt der Vergleich mit einer internationalen Umfrage der Firma Actuate unter 600 IT-Verantwortlichen. Diese ergab, dass über die Hälfte (59 Prozent) der deutschen IT-Entscheider quelloffene Software nutzen. In Großbritannien und USA/Kanada arbeiten dagegen weit weniger Unternehmen (48 Prozent bzw. 38 Prozent) mit dieser Technologie. Damit gelten deutsche Unternehmen im internationalen Vergleich bei der Open Source Nutzung als Vorreiter. Aufgrund dieser sehr positiven Grundeinstellung könnte sich Open Source Software hier künftig noch stärker als Alternative zu kommerzieller Software etablieren. Das bestätigen auch fast drei Viertel (73 Prozent) der deutschen T-Verantwortlichen, für die Open Source eine der bevorzugten Optionen bei der Einführung neuer Software ist. (Quelle: www.global.actuate.com, Pressemeldung vom 19.06.2007) 

 

Auch für die von GULP befragten Projektanbieter und IT-Freiberufler sind quelloffene Lösungen eine akzeptable Wahl:

Wie sehen Sie den Einsatz von Open Source im Vergleich zu kommerzieller Software?

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Rund jeder Zweite bewertet Open Source als mindestens gleichwertig zu kommerzieller Software; für mehr als ein Drittel (37 bzw. 38 Prozent) von ihnen ist es sogar die bessere Alternative. Die Vorteile von Open Source sehen deutsche Unternehmen insbesondere in den entfallenden Lizenzgebühren, der hohen Flexibilität, dem Zugang zum Quellcode, der Nutzung offener Plattformen und der Unabhängigkeit von kommerziellen Anbietern. Vorbehalte haben sie bislang vor allem noch beim Support und der Wartung. (Quelle: www.global.actuate.com, Pressemeldung vom 19.06.2007).

Da aber die Vorzüge insgesamt dominieren, ist man sich auch im IT-Projektmarkt mit großer Mehrheit (über 80 Prozent) einig, dass der Einsatz von Open Source in der Wirtschaft weiter zunehmen wird:

Open Source etabliert sich in immer mehr Unternehmen. Dieser Trend...

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Eine Studie des Marktforschungsunternehmens IDC prognostiziert für die nächsten Jahre ein Wachstum von durchschnittlich 26 Prozent für Open Source Software. Dieses werde nach Ansicht der Marktforscher maßgeblich durch die Nachfrage der Kunden getrieben. (Quelle: Heise open, Marktforscher sehen Open Source wachsen, News vom 01.06.2007) Sollte sich diese Vorhersage bestätigen, bleiben positive Effekte auf IT-Projektangebote in diesem Umfeld sicher nicht aus.

 

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