Umfrage-Ergebnis

Honorarentwicklung

17.12.2008
GULP Redaktion
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Die GULP Stundensatz-Auswertung hat im August 2008 ergeben, dass die durchschnittlichen geforderten Stundensätze der IT-Freiberufler weiter gestiegen sind und sich damit der seit 2004 anhaltende Trend fortgesetzt hat. Das könnte sich im nächsten Jahr ändern - nach Ansicht der 202 Freiberufler und 62 Projektanbieter, die GULP nach ihrer Meinung zum Thema Honorarentwicklung befragte.

Wieder stagnierende Stundensätze?

Dass der Höhenflug der Honorare weitergeht, glauben nur noch 18 Prozent der Projektanbieter und damit 38 Prozentpunkte weniger als bei der gleichen Umfrage im Jahr 2006 (56 Prozent). 34 Prozent der Projektanbieter und 26 Prozent der Freiberufler rechnen in Zukunft mit fallenden Stundensätzen. Immerhin aber prognostizierte jeweils die Hälfte der Projektanbieter und der Freiberufler "nur" stagnierende Stundensätze. Ob sie nun fallen oder stagnieren: Es sieht so aus, als wäre das Ansteigen der Stundensätze vorbei. Im Februar steht die nächste GULP Stundensatz-Auswertung an – und wird die Wahrheit ans Licht bringen.

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Nach unten alles offen?

Die Preise sind unter Druck geraten: Das zeigt auch das Ergebnis der Frage nach der Stundensatz-Schamgrenze. Nur für 63 Prozent der Projektanbieter gibt es im Jahr 2008 eine Stundensatz-Schamgrenze – vor zwei Jahren haben noch 83 Prozent von ihnen eine Untergrenze gesehen, vor vier Jahren 80 Prozent. Dagegen gibt es für 88 Prozent der Freiberufler eine Stundensatz-Untergrenze, unter der ein Selbstständiger seine Arbeitsleistung nicht anbieten sollte. Für Freiberufler könnte es im nächsten Jahr schwierig werden, hohe Honorare durchzusetzen: Die Projektanbieter haben ihre Schamgrenze ganz klar nach unten korrigiert.

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Wodurch bestimmt sich der Stundensatz?

Schamgrenze hin oder her, fast zwei Drittel der Projektanbieter gaben an, dass die Höhe des Stundensatzes primär von Angebot und Nachfrage bestimmt wird. Im Jahr 2006 waren das 17 Prozentpunkte weniger. Auch "IT-Erfahrung" und "fachliche Qualifikation" mussten in den letzten beiden Jahren Einbußen hinnehmen. Zusammengenommen hielt im Jahr 2008 ein Fünftel der Projektanbieter die Leistung des externen Mitarbeiters für entscheidend für den Preis – im Gegensatz zu 38 Prozent der Freiberufler.

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Traurig, aber wahr: Egal, wie exzellent die Skills eines IT-Experten auch sein mögen – ohne entsprechende Nachfrage können sie keinen hohen Stundensatz durchsetzen. Mit Hilfe des GULP Trend Analyzers können sich Freiberufler über die Nachfrage nach ihrer Qualifikation auf dem IT-Projektmarkt auf dem Laufenden halten.

Zum Vergleich: Frühere GULP Umfragen zum Thema "Honorarentwicklung"