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Welche Versicherungen selbstständige IT-Berater brauchen

Auszug aus dem Ratgeber „Selbstständig machen als IT-Berater“ von Kai-Ulrik Bräutigam, Teil 2

10.05.2013
Kai-Ulrik Bräutigam, selbstständiger IT-Berater
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Teil 1: Honorar | Teil 2: Absicherung

 

Kranken-, Renten-, Haftpflicht-, Berufsunfähigkeitsversicherung – was davon ist für einen IT-Selbstständigen wirklich notwendig? Tipps für Neueinsteiger gibt Kai-Ulrik Bräutigam in seinem Ratgeber „ Selbstständig machen als IT-Berater“, aus dem wir zwei Auszüge veröffentlichen dürfen. Kai-Ulrik Bräutigam ist seit mehr als 20 Jahren IT-Consultant und seit 2005 selbstständiger SAP-Berater ( hier sein GULP Profil). Im ersten Teil der Artikelserie hat er bereits Ratschläge zum Thema Stundensatzkalkulation gegeben. In diesem zweiten Teil geht es um die Absicherung von IT-Selbstständigen.

 

Notwendige Versicherungen

Schließen Sie nicht alle Versicherungen bei einem einzigen Unternehmen ab. Nutzen Sie Webportale, um Preise zu vergleichen oder noch besser: Beauftragen Sie einen freien Versicherungsmakler, Ihnen ein Paket mit den notwendigen Versicherungen zu schnüren. Achten Sie nicht nur auf eine niedrige Prämie, sondern auch darauf, in welchem Umfang die jeweilige Versicherung gilt.

Im Internet können Sie zu einigen Versicherungen Erfahrungsberichte von Kunden abrufen. Denken Sie daran, dass Sie sich nicht zu langfristig an ein Versicherungsunternehmen binden. Schließen Sie die Verträge mit einer maximalen Laufzeit von einem Jahr ab. So können Sie einfacher wechseln, falls Ihnen bei anderen Gesellschaften bessere Konditionen geboten werden.

Rentenversicherung

Zu Beginn der selbstständigen Tätigkeit ist diese Versicherung nicht unbedingt notwendig, jedoch sollte man die Entscheidung, eine Altersabsicherung in Angriff zu nehmen, nicht auf die lange Bank schieben. Es gibt verschiedene Modelle der Altersabsicherung, eine davon ist die Rentenversicherung.

Wenn Sie vor Aufnahme Ihrer Selbstständigkeit gesetzlich oder freiwillig bei der Deutschen Rentenversicherung versichert waren, haben Sie unter gewissen Voraussetzungen die Möglichkeit, sich mit einem Mindestbeitrag weiter zu versichern und sich so auch einen Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente zu sichern. Dazu müssen Sie u.a. eine lückenlose Versicherungsbiografie nachweisen, bei der schon ein Monat ohne Rentenbeitrag "versicherungsschädlich" sein kann. Informieren Sie sich bei Ihrem Rententräger, wie sich das in Ihrem persönlichen Fall auswirkt. Es lohnt sich!

Falls noch nicht geschehen, sollten Sie bei dieser Gelegenheit eine Kontenklärung durchführen lassen. Dann werden Zeiten geklärt, für die dem Rententräger evtl. noch keine Nachweise vorliegen und Sie erfahren, was Sie an Rente erhalten werden. Allerdings wird sich eine solche Zahl auch noch im Laufe der Jahre verändern, denn eines ist sicher: Die Rente ist es nicht!

Des Weiteren gibt es Angebote der diversen Versicherungsunternehmen. Hier rate ich Ihnen unbedingt vor einem Abschluss weitere Informationen einzuholen. Dazu können Sie bspw. sich bei Finanztest über die Unternehmen und deren Angebote informieren.

Ein ungünstiger Versicherungsvertrag ist schnell abgeschlossen und nur schwer wieder loszuwerden. Sie haben schließlich nichts zu verschenken.

Krankenversicherung

Wenn Sie bislang gesetzlich versichert waren und Sie mitversicherte Kinder haben oder der Ehepartner mitversichert war, so ist die gesetzliche Krankenversicherung weiterhin die bessere Wahl. Ansonsten müssen Sie für jedes Familienmitglied einen entsprechenden monatlichen Beitrag an eine private Krankenversicherung zahlen und das kann kosten!

Falls Sie in den Genuss von Krankengeld nach einer 6wöchigen Arbeitsunfähigkeit kommen wollen, müssen Sie bei den Krankenkassen einen erhöhten Beitragssatz zahlen. Wünschen Sie Chefarztbehandlung und Einzel- bzw. Zweibettzimmer in einem Krankenhaus, dann schließen Sie entsprechende Zusatzversicherungen ab oder fragen Ihre Krankenkasse nach solchen Leistungen. Einige Krankenkassen bieten gegen Extragebühren ähnliche Dienste, wie die privaten Krankenversicherer. Fragen Sie danach.

Prüfen Sie, ob sogenannte Boni-Programme bei den Krankenkassen etwas für Sie sind. So erhalten Sie u.U. Beiträge zurück, wenn Sie im zurückliegenden Jahr Ihre Krankenkasse kaum oder gar nicht in Anspruch genommen haben. Des Weiteren bieten die meisten Kassen weitere Programme zur Kostenersparnis an.

Unfallversicherung

Eine Unfallversicherung ist ein Muss in Ihrem Beruf. Es wäre geradezu tragisch, wenn Sie wegen eines privaten Unfalles in die Insolvenz gehen müssten, weil Sie plötzlich keine Einnahmen mehr haben. Vor einem Unfall ist man nicht gefeit. Für den Todesfall können Sie eine Summe für die Hinterbliebenen vereinbaren. Leben Sie allein und wollen Sie niemand im Speziellen mit einer Versicherungssumme im Falle Ihres Ablebens bedenken, dann sparen Sie sich die Prämie für den Todesfall.

Schließen Sie hier, wie auch bei allen anderen Versicherungen, keine langfristigen Verträge ab. Eine 1jährige Laufzeit reicht völlig. Der Vertrag verlängert sich ohnehin um jeweils ein Jahr, wenn Sie nicht vorher kündigen. Es ist hingegen sehr schwierig, aus einem bspw. 15jährigen Vertrag wieder herauszukommen.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Ein absolutes Muss für einen Selbstständigen. Denken Sie daran, was Sie monatlich an finanziellen Mitteln brauchen, wenn Sie nicht arbeiten können, und versuchen Sie den bestmöglichen Versicherungsschutz dafür zu ergattern.

Lassen Sie sich von einem unabhängigen Versicherungsmakler beraten, denn die Leistungen der verschiedenen Unternehmen sollten verglichen werden. Sie sind verpflichtet, den Versicherungsunternehmen Auskünfte über Vorerkrankungen zu geben. Das ist ein sehr wichtiger Punkt. Übersehen Sie da eine Kleinigkeit, dann kann es im Fall der Fälle zur Zahlungsverweigerung der Versicherung kommen. Das ist schon mehr als einmal passiert und Sie sollten nicht in diese Falle tappen.

Risikolebensversicherung

Zur Absicherung von Hinterbliebenen sollten Sie eine Risikolebensversicherung abschließen. Diese Versicherungsform hat den Vorteil, dass Sie mit vergleichsweise geringen finanziellen Mitteln für eine finanzielle Absicherung in Ihrem Todesfalle für Ihre Begünstigten sorgen können. Sie sparen kein Kapital an, dadurch sind die Beiträge für diese Versicherungsart sehr günstig. Um Kapital zu schaffen, sollten Sie sich in der Anfangsphase Ihrer Selbstständigkeit etwas Zeit lassen.

Haftpflichtversicherung

Manche Auftraggeber bestehen auf eine Haftpflichtversicherung des IT-Beraters. Sie müssen sich ein individuelles Angebot erstellen lassen, in dem vor allem auf die besonderen Bedürfnisse eines IT-Beraters eingegangen wird. Eine normale Betriebshaftpflicht erfüllt diese Voraussetzungen nicht. Sie haben weniger das Problem, dass bspw. gefährliche Flüssigkeiten die Umwelt verseuchen, als vielmehr kapitale Vermögensschäden im Falle einer Falschberatung oder eines Programmfehlers.

IT-Haftpflichtversicherungen finden Sie bspw. bei der Trainerversorgung in Köln, bei GULP oder bspw. auch bei freelancermap. Derzeit gibt es nur wenige Anbieter, deren Beiträge sich von 700 Euro bis über 1.000 Euro jährlich bewegen.

 

Haben Sie Teil 1 schon gelesen? Hier geht´s zu den Tipps zum Thema Stundensatzkalkulation.

Unser Gastautor Kai-Ulrik Bräutigam ist seit über 20 Jahren IT-Consultant und Software-Entwickler und arbeitet seit 2005 als selbstständiger SAP-Berater vor allem im Bereich SAP IS-U Migration und Software-Entwicklung. Sein Ratgeber „Selbstständig machen als IT-Berater“ ist bei Amazon erhältlich.

 

Der Autor behält sich alle Rechte am Artikel vor. © 2013 Kai-Ulrik Bräutigam

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