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Profil zeigen: Mit Spezialisierung ins Projekt

Tipps zur Positionierung für Freiberufler

08.12.2015
GULP Redaktion – Florian Schießl
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Hatten Sie das auch schon einmal? Ihr Erfahrungsspektrum: Breit. Ihre freiberufliche Erfahrung: Langjährig. Referenzen: Ausgezeichnet. Dennoch bleiben passende Projektanfragen auch mal aus. Und Sie haben sich gefragt: Ich kann so viel, wie kann das sein – gerade beim vielzitierten Fachkräftemangel?

Führen wir uns die typische Bedarfssituation beim Kunden vor Augen:

Warum Generalisten seltener Projekteinsätze erhalten

Im Freiberufler-Segment oberhalb von 60 Euro Stundensatz geht es meist um spezifische Aufgabenstellungen, die  im Unternehmen selten vorkommen. Daher sucht ein Auftraggeber auch jemanden mit einer sehr speziellen Kombination von Fähigkeiten auf Expertenniveau, womit derjenige dieser Aufgabe kurzfristig – also ohne vorigen Schulungsaufwand – möglichst gut gewachsen ist.

 

"Wer einen Freiberufler sucht, tickt anders als jemand, der fest anstellen will. Wenn ein Profil nach breitem Wissen aussieht, dann sieht die Person dahinter leider auch mehr nach einem Festangestellten aus. Der Kunde sucht aber für kürzere Zeit und für ein einzelnes Projekt – und will sicher sein, dass er den Besten für genau diese eine Aufgabe bekommt. Heißt für uns: Das muss auf dem Papier auch klar so rauskommen. Wir können letztendlich nur die Rolle verkaufen, in der sich der Freiberufler auch selbst sieht."

Wie weise ich mich durch mein Profil als Spezialist aus?

Die meisten Online-Profile bieten die Möglichkeit, eine Überschrift, Kernaussage oder einen Schwerpunkt zu setzen. Dieser Bereich wird meist schon in Voransichten in Suchen (auf Plattformen, in Datenbanken und bei Google) direkt sichtbar. Dort selektieren Mensch und Maschine naturgemäß bereits aus. Sehen Sie diesen Bereich als Ihr Aushängeschild an, um schon dort genau die Fähigkeiten darzustellen, die Sie wirklich besonders gut können. Achten Sie beim Zusammenstellen der einzelnen Skills für dieses Aushängeschild darauf, dass alle zusammen ein homogenes, "verkaufbares" Paket ergeben. "Verkaufbar" heißt, dass Sie es sich wie die Lösung für ein typisches  Kundenproblem liest, für das Sie sich prädestiniert sehen. Weitere Fähigkeiten von Ihnen, die inhaltlich nicht in dieses Paket passen, sind hier eher kontraproduktiv:

Allein mit der Überschrift ist es natürlich nicht getan: Nutzen Sie die weiteren Inhalte in Ihrem Profil, allen voran die Beschreibung der letzten Projekte, um Ihren selbst gewählten Schwerpunkt klar ersichtlich belegen.

Speziell für GULP Profileinhaber:
Weitere, detailliertere Tipps zu Profildarstellung und -Inhalt für mehr Akquiseerfolg.

Wie der Kunde sucht und was das für Ihre Profilinhalte bedeutet

Aber wie genau beschreibt man seine Kenntnisse am besten, um gefunden zu werden? Werfen wir dazu einen Blick in typische Projektausschreibungen: Oft wird in der Projektbeschreibung mit Gattungsbegriffen gearbeitet (z.B. Projektmanagement), teils werden spezifische Skills (z.B. Scrum) deklariert. Wenn Recruiter losrecherchieren, versuchen Sie idealerweise, beide Ebenen zu bedienen. Für Sie bedeutet das: Wenn Sie beide Ebenen bedienen, landen Sie bei den Suchtreffern eher weit vorne. Und so gehen Sie sicher, dass Sie eine passende Projektanfrage erhalten, auch wenn der Kunde/Recruiter einen wesentlichen/möglichen/sinnvollen Skill für die Aufgabe nicht in der Ausschreibung genannt hat.

How-to: Für Mensch und Maschine auffindbar werden

  1. Sehen Sie sich einige Projektausschreibungen an, die auf Sie passen.
  2. Übernehmen Sie die Begriffe, die dort am häufigsten fallen, zur Beschreibung Ihrer Fähigkeiten in Ihr Profil.
  3. Für Plattformen/Datenbanken: Achten Sie darauf, welche passenden Begriffe Ihnen aus Kategorien bzw. Autocomplete vorgeschlagen werden. Nach diesen wird mutmaßlich gesucht/gefiltert. Nutzen Sie exakt diese Begriffe stringent in allen Sektionen Ihres Profils ( Projekte, Kompetenzen, Weiterbildungen,…).

Roter Stift für schwarze Zahlen: Von welchen Inhalten trennen?

Und was passiert mit den hart erarbeiteten Kenntnissen abseits dieser Spezialisierung? Alle umsonst? Sicherlich nicht alle, doch oft steigern Sie Ihre Chancen, wenn Sie den Rotstift ansetzen. Doch wo? Versuchen Sie, Ihr Profil mit den Augen Ihrer „Leserschaft“ zu sehen – dem Kunden. Bezahlt Sie ein Kunde für Ihr PMI-Zertifikat, wenn er einen reinrassigen Frontend-Developer sucht? Vermutlich nicht. Wertet ein Recruiter auf der Suche nach einem Projektmanager Ihre Basiskenntnisse in HTML als Plus? Hoffentlich! Dass man als Freiberufler sein Spezialgebiet erst über die Jahre findet – logisch. Auf dem Papier muss man diese Entwicklung nur auch nachvollziehen können. Sprich: Je länger eine Erfahrung zurückliegt und je weiter sie fachlich gesehen von Ihrem jetzigen Fokus entfernt ist, desto weniger hilft sie Ihnen, diesen dem Kunden zu verkaufen. Dann lenkt sie im Profil mehr ab, als dass sie hilft.

"Ob jemand grundsätzlich auf ein Projekt passen kann, erkennen wir oft gerade an den letzten Projekteinsätzen und dem selbstgewählten fachlichen Schwerpunkt. Danach wird es kleinteiliger: Bei vielgesuchten Skills kann es um Details wie Branchenkenntnis, Zusatzkompetenzen oder Zertifikate gehen. Doch bei aller Liebe zum Detail: Kunden wollen sich meist nicht durch ein Dutzend Seiten Projekthistorie blättern, auch die Ausbildung von vor 10 Jahren ist selten das Zünglein an der Waage. Sie wollen einfach einen schnellen und guten Eindruck von den Kompetenzen des Experten erhalten. Zu lange Profile – sagen wir mehr als 8 Seiten für 10 Jahre Freiberuflichkeit – wirken auch schlichtweg so, als wüsste der Freiberufler selbst nicht genau, wo sein Schwerpunkt liegt."

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