a Randstad company
Login
© Fotolia/Sergey Nivens

Profil zeigen: Präsent sein, aber wo?

Akquisechancen vs. Zeitaufwand bei Projektsuche über Agenturen, Jobbörsen und Netzwerke

27.01.2016
GULP Redaktion – Florian Schießl
Artikel teilen:

Agenturen, Jobbörsen, Netzwerke; Besetzungen über Vermittlung, Empfehlung oder gleich direkt vom Kunden – der Markt für freiberufliche Spezialisten im deutschsprachigen Raum bietet verschiedenste Möglichkeiten, ins Projekt zu kommen. Der erste und wichtigste Schritt ist, mit dem Profil im Netz präsent zu sein. Überall wäre zu aufwändig, gerade weil die unterschiedlichen Anforderungen der Dienstleister die Pflege des Freiberuflerprofils erschweren. Daher ist die zentrale Frage: Wie sichert man sich mit wenig Zeitaufwand möglichst hohe Chancen bei der Akquise von Projekten?

Das Profil bei Agenturen: Finden lassen

Der Trumpf von Agenturen ist: Sie lassen sie suchen und profitieren von deren Hebeleffekt, da diese dank dem regen Kontakt zu vielerlei Projektanbietern nach einer Vielzahl von Freiberuflern suchen. Die Daumenregel lautet also: Je größer die Agentur, desto mehr Chancen auf ein Projekt bekommen Sie im Gegenzug für Ihre Zeit, die Sie aufbringen. Je kleiner und spezialisierter der Dienstleister auf Ihren fachlichen Fokus ist, desto besser passen die angebotenen Projekte in der Regel auf Ihr Profil – doch umso weniger Projektanfragen erhalten Sie insgesamt.

Etwas Arbeit haben Sie insofern, weil Sie der Agentur Ihr Profil zukommen lassen müssen – das natürlich möglichst aussagekräftig und aktuell sein sollte. Hoch ist der Aufwand dafür also nur dann, wenn Sie noch kein entsprechendes Profil haben. Zusätzlich benötigen Sie Zeit für die persönliche Kommunikation mit den Mitarbeitern des Dienstleisters. Den Löwenanteil davon jedoch erst, wenn passende Projektangebote zu Ihrem Profil vorliegen und Details dieser Anfrage geklärt werden, bevor es dem Kunden vorgestellt wird. Wohlgemerkt: Um diese Mitarbeit kurz vor dem potenziellen Projektgewinn kommen Sie natürlich auf keinem Akquiseweg vorbei.

Wie die Mitarbeiter der Agentur suchen und ob es nicht weitere Projekte gibt, für die sie vielleicht auch passen würden, entzieht sich bei Wahl dieses Wegs meistens Ihrer Kenntnis.

Das Profil bei Jobbörsen: Einmal hin, für alle drin

Je nach Größe der Projektbörse / Metasuchmaschine / des Portals bekommen Sie auch hier potentiell viele Projektangebote für Ihren Zeiteinsatz. Portalnutzer haben zusätzlich zwei große Vorteile gegenüber einer Agentur:

  • Eine größere Bandbreite an angebotenen Projekten: Dies gilt nur für den Fall, dass es sich um ein Portal bzw. eine Metasuchmaschine handelt, die mit mehreren angeschlossenen Projektanbietern kooperiert bzw. die Projekte unterschiedlicher Quellen im Netz zusammengestellt.
  • Selbst Einfluss auf die Akquise nehmen zu können: Hier können Sie selbst suchen und sich bewerben – aktiv und nach eigenen Vorstellungen. Und je nach Portal auch unterschiedlich präzise einschränken, für welche Projektinhalte, -orte etc. Sie Anfragen erhalten.

Das Profil in Netzwerken: Sichtbarkeit olé, passende Projekte oje?

Die Netzwerke im Web, über die Freiberufler Projekte akquirieren können, decken bei Größe und Projektauswahl eine hohe Bandbreite ab. Es gibt jedoch, wie bei den Dienstleistern, zwei grobe Schlagrichtungen:

  • Großes Netzwerk, große Auswahl, schwerer zu filtern: Die Branchenkönige unter den geschäftlichen Netzwerken überzeugen mit Masse. Hier zieht es alle hin, also gibt es auch Projektangebote. Weil diese Netzwerke jedoch für Spezialisierungen, wie Freiberufler Sie oft haben (sollten und wollen), nicht ausgelegt sind, ist die Projektsuche dort meist aufwändiger als bei Portalen und Agenturen. Es fehlen dafür meist eine branchenspezifische Suche und -Filter, oft suchen Sie schlichtweg manuell in groben Kategorien und Gruppen oder sind auf die Präzision von dort suchenden Recruitern angewiesen.
  • Kleines Netzwerk, kleine Auswahl, besser zu filtern: Für den Projektmarkt ausgelegte Netzwerke sind meist kleiner, dafür feiner. Wegen der geringeren Größe sind deutlich weniger Projektanbieter und Dienstleister mit Ihren Projektangeboten präsent. Dafür müssen Sie weniger selektieren bzw. können bei manchen dank Nischenspezifischer Kriterien/Filter auch besser Einfluss nehmen, was Sie finden bzw. wofür Sie gefunden werden.

Nicht vergessen: Beide Varianten setzen regelmäßig Arbeit Ihrerseits voraus, wenn Sie dort erfolgreich sein wollen: Identifizieren von potenziellen Auftraggebern und Multiplikatoren, regelmäßige Beziehungspflege, aktive Teilnahme am Branchengeschehen. Im Gegenzug stärkt ein Netzwerkprofil Ihre Präsenz im Netz, das hilft unter anderem für:

Die eigene Website: Pflicht oder Kür?

Zweifelsohne kann man auch über eine eigene Website Geschäft akquirieren. Die große Freiheit bei Wahl und Darstellung der Inhalte lockt hier wohl am meisten. Vor allem, wenn Sie aufgrund Ihres fachlichen Schwerpunkts viel Platz oder eine eigene Struktur (z.B. Front End Entwickler, Designer) benötigen, um Ihre Kompetenz darzustellen, ist die eigene Website für Sie eher Pflicht als Kür.

Bei einer Website ist der Initialaufwand logischerweise größer als bei vorstrukturierten Profilen. Die Darstellung der Inhalte sowie die technische Grundlage ist Geschmackssache. Strukturell kann und sollte man sich trotz aller Freiheit bei Portalen inspirieren lassen, da die dort hinterlegten Profile nutzerfreundlich aufgebaut sind – schließlich müssen dort professionelle Recruiter schnellstmöglich herausfinden können, ob ein Profil zum Bedarf passt. Die Reihenfolge dort ist meist vom Wesentlichen (danach sucht ein Projektanbieter/Recruiter) zum Unwesentlicheren und von aktuell zu damals.

Um mit der eigenen Webpräsenz auch Erfolg zu haben, braucht es zusätzlich kontinuierliche Arbeit. Denn eine eigene Seite ist nur so gut wie das selbst aufgebaute Netzwerk dahinter. Um von Mensch und Maschine gefunden zu werden (Stichwort SEO), sollten Sie Ihre Website mit Ihren Profilen in Netzwerken und Portalen verlinken und dort, wo möglich, regelmäßig und mit sinnvollen Inhalten darauf hinweisen.

Und der Inhalt einer Website / eines Profils? Was Sie können, wissen Sie selbst am besten. Doch wie beschreibt man das zielführend? Nutzen Sie zur Beschreibung Ihrer Kenntnisse und Erfahrung am besten jene Begriffe, die Mensch und bzw. über Maschine (Google & Co) auf der Suche nach einem Spezialisten wie Ihnen typischerweise verwenden: How-to: Für Mensch und Maschine auffindbar werden

Fazit: Grundversorgung und Typsache

  • Große Agenturen und Portale/Jobbörsen sind für Freiberufler eine gute (Grund-)Versorgung, liefern Sie doch recht bequem und regelmäßig offene Projektpositionen. Gerade – aber nicht nur – Neu-Freiberufler können dort zusätzlich Ihren Marktwert feststellen und erhalten Struktur und Service für Profilinhalte und Akquise. Beide Dienstleistungsformen bieten für relativ wenig Aufwand große Akquisechancen in Phasen der Projektsuche. Während eines Projekts ist die Rolle eher informativer Natur: Es kann interessant bzw. beruhigend sein zu wissen, welche aktuellen Alternativen der Markt hergibt. Welche von beiden Formen man präferiert, ist Typsache: Jobbörsen belohnen den etwas höheren Initialaufwand für Profilerstellung etc. mit Steuerungsmöglichkeiten bzgl. Projektangeboten und teils auch mit mehr Bandbreite bei der Auswahl. Agenturen haben ein Plus an persönlicher Betreuung, dafür macht ein Profil in deren geschlossenen Datenbanken Sie in keinster Weise online für weitere Interessenten sichtbar (SEO, netzwerken).
  • Netzwerke sind eher etwas für den proaktiven Projektsuchenden, kommt der Erfolg doch hier meist nur über aktive Teilhabe am Netzwerkleben. Sie erhalten dafür viel Sichtbarkeit, jedoch oft weniger Kontrolle über Ihre Akquise: Mangels technischer Suchoptionen und Zugangsbeschränkungen für Mitglieder können Sie die Menge und Qualität der offenen Projekte, die Sie zu Gesicht bekommen, schwerlich beeinflussen.
  • Eine eigene Website kann Ihre Akquise sinnvoll ergänzen, wenn Sie online bereits gut mit Projektanbietern und Kollegen (Multiplikatoren!) vernetzt sind – oder bereit sind, das mit voller Kraft anzugehen. Alles in allem macht der nicht zu unterschätzende Aufwand die eigene Webpräsenz v.a. für jene zum effizienten Werkzeug, die mit Grafik/Design/(…) zu tun haben oder/und viel Platz für die Darstellung von Arbeitsproben benötigen. 

Exklusiv für GULP Profilinhaber