Umfrage-Ergebnis: Abschluss und Zertifikat

09.12.2004
GULP Redaktion

Ist von der fachlichen Qualifikation eines IT-Freiberuflers die Rede, dann spricht man zuallererst von einzelnen Skills, von grundsätzlicher Ausrichtung (Entwickler oder Trainer) und insbesondere von spezifischer Berufserfahrung. Wie wichtig ist aber die so genannte formale Qualifikation (Ausbildung, Studium und Zertifikate)?

Bei der GULP Umfrage zum Thema nahm mit 842 IT-Freiberufler eine erstaunliche Anzahl teil – ein erstes Indiz, dass die Frage nach dem Abschluss bzw. nach einem Zertifikat nicht nur eine wenig beachtete Fußnote ist, sondern auf großes Interesse stößt.

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25 Prozent haben einen spezifischen IT-Studienabschluss, weitere 15 Prozent können den Titel Diplom-Ingenieur auf ihrer Visitenkarte vermerken – und noch mal 21 Prozent weisen einen anderen akademischen Abschluss vor. Also: Die überwiegende Mehrheit unter den IT-Freiberuflern sind mit 61 Prozent Akademiker, von denen wiederum am häufigsten Diplom-Informatiker (FH) anzutreffen sind.

Insgesamt 15 Prozent. Weit seltener sind Freiberufler, die einen anerkannten IT-Ausbildungsberuf erlernt haben. Hier ist mit 8 Prozent der IT-Fachinformatiker "spitze".

Eine andere Ausbildung, ein abgebrochenes Studium, gleich von der Schule in die IT-Selbstständigkeit – welcher Weg es auch immer war, er führte für knapp ein Viertel (24 Prozent) der Teilnehmer an der Umfrage "quer" in die IT.

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Eine Einschränkung vorab: Angesichts der kaum mehr überschaubaren Anzahl verschiedener Zertifikate hätte eine detaillierte Aufstellung des gesamten Angebotes jeden Rahmen gesprengt. Es konnte also nur eine Auswahl von vielen Möglichen sein – mit einem stattlichen 18-Prozent-Anteil der Antwortoption "Sonstige".

Bemerkenswert ist die hohe Zahl (31 Prozent) von IT-Freiberuflern, die kein Zertifikat vorzuweisen haben – sei es aus mangelnder Gelegenheit, mangelnder Notwendigkeit oder aus Überzeugung.

Wenig überraschend. In der Rangliste der Zertifikate sind auf den vorderen Positionen die "Großen" der IT-Branche mit jeweils einem umfangreichen Zertifizierungsangebot anzutreffen:

  • 17 Prozent der IT-Freiberufler haben ein oder mehrere Zertifikate (MCP bis MSS) des weltweit größten Softwareanbieters Microsoft,
  • 12 Prozent sind SAP-zertifiziert,
  • 6 Prozent haben ein Zertifikat (CS bis CD) des "Dinosauriers" unter den Computerfirmen: IBM,
  • 5 Prozent sind ausgewiesene Kenner (CCNA bis CCDP) der Produkte des weltweit größten Netzwerkausrüsters Cisco,
  • 5 Prozent besitzen ein Zertifikat (CNA bis CIP) des US-amerikanischen Spezialisten für Netzwerk- und Internet-Softwareprodukte Novell.
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Sind formaler Abschluss oder Zertifikat im IT-Projektmarkt nur von untergeordneter Bedeutung? Dass 69 Prozent der Teilnehmer noch niemals und weitere 21 Prozent nur selten explizit danach gefragt worden sind, bekräftigt ebenso wie die öffentlichen Diskussionen die Annahme, dass Projekterfahrung und Skill-Portfolio die wichtigsten Bausteine für den Freiberufler-Erfolg sind.

Allerdings sollte man sich von diesem Ranking nicht in die Irre leiten lassen, denn

  • zum einen kann für ein neues interessantes Projektangebot genau das fehlende Zertifikat verlangt werden,
  • zum anderen fragen manche Projektanbieter zwar nicht nach Abschluss/Zertifikat, schauen aber im Freiberufler-Profil genau hin, wo die entsprechenden Informationen stehen ... oder auch nicht.

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