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Was halten Sie von Anglizismen im Beruf?

Das Ergebnis der Trash Poll der Woche

05.01.2011
GULP Redaktion
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Die wöchentliche GULP Kurzumfrage rund um Leben, Liebe, Alltag & Beruf - nicht immer ganz ernst gemeint, sondern mit einem Augenzwinkern.

Das Ergebnis der Kalenderwoche 49/2010:

Was halten Sie von Anglizismen im Beruf

Fast ausgeglichen ist die Bilanz: Nur knapp mehr als die Hälfte der Teilnehmer an dieser GULP Trash Poll halten Anglizismen im Job für hilfreich und verwenden sie gerne. Die übrigen 48 Prozent sehen englische Ausdrücke wie Meeting, Workflow und Time Sheet als überflüssig an.

Laut einem Spiegel-Bericht von Januar 2005 gab es damals in Berlin eine Anti-Anglizismen-WG. Die drei in ihr wohnenden Studenten suchten für jedes englische Wort einen deutschen Ersatzbegriff und strichen die englischen Vokabeln aus ihrem Wortschatz. Dadurch wurden aus Shampoo, Chips und Pullover Haarwaschmittel, Kartoffelscheiben und Überzieher. Das Handy hieß Mote oder Funke. Wer dennoch den Anglizismus gebrauchte, zahlte in die WG-Kasse. Die Methodik sollte in einem durchschnittlichen deutschen Unternehmen mal einen Tag lang getestet werden – die nächste Betriebsfeier wäre finanziert.

Was geschieht, wenn ein IT-Freelancer, pardon, IT-Freiberufler komplett den Anglizismen abschwört? Aus dem Meeting wird wieder eine Besprechung, aus dem Time Sheet ein Stundenzettel und aus dem Workflow der Arbeitsfluss. Soweit okay, nein, in Ordnung. Dienstgütevereinbarung statt Service Level Agreement wäre erklärungsbedürftig, aber machbar. An einer Software (Rechnerprogramm?) würden wieder Fehler behoben statt Bugs gefixed. Klingt unspektakulärer, aber vollkommen richtig.

Wer dagegen in der Zweitstufenunterstützung (Second Level Support) tätig ist, findet Anglizismen wahrscheinlich doch ganz praktisch. Zusammen mit Kollegen aus den Bereichen Nutzererlebnis-Gestaltung (User Experience Design), Elektronisches Lernen (E-Learning), Geschäftsanalyse (Business Intelligence) oder SüIP (VoIP). Außerdem: Was bekommen IT-Spezialisten, die mit einem Ticketsystem arbeiten? Fahrkarten?

Ein Freiberufler schrieb uns über Twitter: „Irgendwie finde ich beide Antworten unpassend. Ein Mittelding ist wohl das Beste...“ Dem können wir nur zustimmen. Sie auch?