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Angebot und Nachfrage: Verteilung der Stundensatz-Forderung der IT-/Engineering-Freiberufler

GULP Stundensatz-Auswertung August 2014

07.10.2014
GULP Redaktion
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Durchschnitts-Honorar schön und gut, aber wie verteilen sich die Stundensätze? Wer verlangt wie viel? Das erfahren Sie auf dieser Seite. Außerdem stellen wir Angebot und Nachfrage gegenüber: Wie häufig werden Selbstständige mit der jeweiligen Honorarforderung von Projektanbietern kontaktiert?

Entwicklung der letzten fünf Jahre

Mit 45,3 Prozent verlangt fast die Hälfte der bei GULP eingetragenen Freelancer Honorare zwischen 70 und 90 Euro pro Stunde. Diese Gruppe ist in den letzten fünf Jahren um 7,1 Prozentpunkte angewachsen.

Insgesamt hat sich die ganze Kurve in höhere Stundensatzbereiche verschoben – während ihre Form relativ gleich blieb. Im Jahr 2009 lag der Durchschnittstundensatz bei 70 Euro, 2014 liegt er um sechs Euro höher.

Stundensätze von mehr als 80 Euro fordern derzeit 41,2 Prozent der IT-/Engineering-Freelancer und damit 10,1 Prozentpunkte mehr als vor fünf Jahren (2009: 31,1 Prozent).

Welcher Stundensatz ist der richtige?

Natürlich hängt das richtige Freelancer-Honorar von mehreren Faktoren ab. Über Position, Alter und Berufserfahrung und lesen Sie auf den nächsten Seiten mehr. Bei der Bestimmung eines realistischen Wertes je Skill hilft der GULP Stundensatz Kalkulator, mit dem Freelancer den branchenüblichen und marktgerechten Stundensatz pro Skill ermitteln können. Auch für erfahrene Freelancer empfiehlt sich ein regelmäßiger Realitätscheck der Honorarforderungen.

Angebot und Nachfrage: Wer erhält Projektanfragen?

Der kontaktierte Stundensatz beträgt derzeit im Schnitt 73 Euro. Er hat sich im letzten Jahr nicht verändert, sodass sich die Diskrepanz zwischen gefordertem und kontaktiertem Stundensatz auf drei Euro erhöht hat. Diese Lücke ist auch in der direkten Gegenüberstellung von Angebot und Nachfrage ersichtlich:

Während 41,2 Prozent der Freelancer Stundensätze über 80 Euro verlangen, gehen nur 37,0 Prozent der Projektanfragen an Selbstständige mit dieser Stundensatz-Forderung. Der kontaktierte Stundensatz ist das Honorar, welches diejenigen Freiberufler in ihr Skill-Profil eingetragen haben, die in den letzten sechs Monaten über GULP von Projektanbietern kontaktiert wurden, also ein konkretes Angebot zur Mitarbeit in einem IT-Projekt erhalten haben. Diese CVs waren letztendlich für die Projektanbieter interessant, sie wurden nachgefragt.

Hier zeigt sich also: Projektanbieter hätten es gerne etwas billiger, während sich die selbstständigen IT-Experten ihrer starken Marktposition bewusst sind und ihre Forderungen nach oben schrauben. Wer Spezialwissen anbietet, das im Unternehmen nicht verfügbar ist, über ausreichend Erfahrung verfügt und flexibel ist, sollte jedoch derzeit in einer stärkeren Position sein. Unternehmen müssen sich bewusst machen, dass gute Spezialisten eben etwas kosten.

 

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Bei den in der Auswertung angegebenen Stundensätzen handelt es sich um Netto-Beträge, das heißt ohne Mehrwertsteuer. Analysiert werden von den bei GULP eingetragenen Profilen jeweils die, die in den vergangenen sechs Monaten aktualisiert wurden, weil nur so auch kurzfristige Veränderungen sichtbar werden. Die Angabe des Stundensatzes im Profil ist kein Pflichtfeld. Profile ohne Honorarangabe oder mit einer, die offensichtlich falsch ist (z.B. Einträge wie „1 Euro“ oder „999 Euro“), werden nicht in die Analyse einbezogen. Grundlage für diese Stundensatz-Auswertung waren daher mehr als 26.000 Freiberufler-Profile. Für die Bestimmung der nachgefragten (kontaktierten) Stundensätze wurden mehr als 20.000 Profile derjenigen Freiberufler ausgewertet, die in den letzten sechs Monaten mindestens eine konkrete Projektanfrage erhalten haben.

Die Stundensatz-Auswertung wird jährlich durchgeführt. Grundlage der Analyse bilden die Stundensatzforderungen, welche die mehr als 90.000 in die GULP Profiledatenbank eingetragenen IT-Freiberufler in ihrem Profil angeben. Die Auswertung greift somit auf die Profile von über 90 % der in Deutschland tätigen IT-Freiberufler zurück (Berechnung basierend auf Mikrozensus 2012, Stat. Bundesamt, Wiesbaden). Die Forderungen sind die Basis für die Stundensatzverhandlungen mit den Projektanbietern und stellen in der Regel einen guten Mittelwert dar.