Stundensatz-Auswertung nach Ländern und Regionen

Archiv August 2010

01.09.2010
GULP Redaktion
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Weitere Auswertungen nach: Lebensalter & Berufserfahrung

Zusammengefasst: In Deutschland stiegen die Stundensatzforderungen um einen Euro, aber in Österreich und der Schweiz herrscht Stagnation. Dafür werden die Freelancer in Deutschlands Nachbarländern im Schnitt zu einem höheren Stundensatz kontaktiert als noch vor einem halben Jahr. Zum ersten Mal in der Geschichte von GULP geht der größte Anteil an Projektanfragen an IT-Freelancer in die Region um München und Ingolstadt.

Stundensätz nach Ländern

Stundensatz-Forderungen (Euro) der Freiberufler

Land 1.08.
2008
1.02.
2009
1.08.
2009
1.02.
2010
1.08.
2010
 
D 71 71 70 70 71
A 73 72 73 74 74
CH 86 86 85 85 85

 

In Projektanfragen kontaktierte durchschnittliche Stundensätze (Euro)

Land 1.08.
2008
1.02.
2009
1.08.
2009
1.02.
2010
1.08.
2010
 
D 72 71 70 70 69
A 75 74 74 75 76
CH 83 82 83 81 82

 

IT-Freiberufler in Deutschland haben ihre Stundensatzforderungen um einen Euro erhöht. Im Gegensatz dazu: Stagnation in Österreich und der Schweiz. Die österreichischen Selbstständigen fordern trotzdem durchschnittlich drei Euro pro Stunde mehr als ihre deutschen Kollegen; bei den Schweizern sind es sogar 14 Euro mehr.

Die Stundensätze der Schweizer IT-Consultants hat GULP vor einigen Wochen unter die Lupe genommen und ein leichtes Sinken festgestellt. Wie damals vermutet, ist das Tal bereits durchschritten und es ging schon wieder ein bisschen aufwärts mit den Stundensätzen. In den Halbjahresschritten der Stundensatz-Auswertung ist deswegen keine Bewegung erkennbar: Die Schweizer Freelancer fordern seit August 2009 unverändert 85 Euro pro Stunde.

Der kontaktierte Stundensatz ist seit Februar 2010 nur in Deutschland um einen Euro auf 69 Euro gesunken. In Österreich und in der Schweiz ist er um einen Euro auf 76 bzw. 82 Euro gestiegen. Nicht genug damit, dass in Deutschland der Stundensatz, zu dem IT-Freiberufler im Schnitt angefragt werden, schon der niedrigste ist – nun hat sich der Abstand zu den beiden Nachbarländern noch um zwei Euro vergrößert. Somit beträgt die Entfernung zum österreichischen kontaktierten Honorar nun sieben Euro, zum schweizerischen 13 Euro.

Seit Februar 2009 waren in Deutschland der kontaktierte durchschnittliche Stundensatz und die durchschnittlichen Stundensatzforderungen gleich hoch. Nun liegen erstmals wieder zwei Euro dazwischen (Forderungen: 71 Euro, kontaktierter Stundensatz: 69 Euro). Unternehmen möchten ihre Freiberufler gerne günstiger einkaufen – aber IT-Freiberufler sind sich ihrer Position bewusst, spüren die steigenden Nachfrage und trauten sich, ihre Honorarvorstellungen nach oben zu setzen.

Stundensätze nach Regionen (D)

Stundensatz-Forderungen (Euro) der Freiberufler

PLZ 1.08.
2008
1.02.
2009
1.08.
2009
1.02.
2010
1.08.
2010
 
D0 63 64 63 63 63
D1 67 67 66 66 67
D2 72 73 72 72 72
D3 70 70 69 69 70
D4 71 72 71 72 71
D5 72 73 73 72 73
D6 74 74 73 73 73
D7 71 71 70 70 70
D8 71 71 71 71 71
D9 69 69 68 68 68

 

In Projektanfragen kontaktierte durchschnittliche Stundensätze (Euro)

PLZ 1.08.
2008
1.02.
2009
1.08.
2009
1.02.
2010
1.08.
2010
 
D0 65 64 63 64 62
D1 68 68 67 67 67
D2 73 72 72 71 71
D3 71 70 71 69 68
D4 73 72 71 70 71
D5 73 73 72 72 72
D6 73 73 72 71 71
D7 71 70 69 68 69
D8 72 71 71 70 69
D9 70 70 69 68 67

In drei Regionen Deutschlands sind die durchschnittlichen Stundensatzforderungen der IT-Freelancer seit Februar 2010 um einen Euro gestiegen, in den anderen gleich geblieben. Zulegen konnten die PLZ-Gebiete D1 (Berlin, Potsdam), D3 (Hannover, Göttingen) und D5 (Köln, Bonn). D1 (67 Euro) bleibt dennoch auf dem vorletzten Platz – niedriger sind die Honorarvorstellungen nur rund um Leipzig und Dresden (D0, 63 Euro).

Das PLZ-Gebiet D5 konnte zu D6 (Frankfurt am Main, Mannheim) aufschließen und somit belegen beide Regionen den ersten Platz mit den höchsten Freiberufler-Honorarvorstellungen (73 Euro). Zwischen der Region mit den niedrigsten (D0: 63 Euro) und den mit den höchsten Stundensatzforderungen liegen in Deutschland damit aktuell zehn Euro. Leipzig und Dresden fordern IT-Freelancer im Schnitt 14 Prozent weniger als in D5 und D6.

In-Projektanfragen-kontaktierte-Stundensaetze-nach-PL

Die in Projektanfragen kontaktierten Stundensätze sind im letzten Jahr in sechs deutschen Regionen gesunken und in den restlichen vier gleich geblieben. Am härtesten traf es das Gebiet rund um Hannover und Göttingen (D3) – das kontaktierte Honorar sank um drei Euro. D8 (München, Ingolstadt) und D9 (Nürnberg, Erfurt) mussten Einbußen um zwei Euro hinnehmen.

Am höchsten ist der kontaktierte Satz aktuell rund um Köln und Bonn (D5: 72 Euro). Den zweiten Platz (71 Euro) teilen sich D2 (Hamburg, Bremen), D4 (Essen, Düsseldorf) und D6. Nur 62 Euro beträgt er in D0 – das sind zehn Euro weniger als in Köln und Bonn (D5).

Regionale Gegenüberstellung (prozentuale Verteilung)

Anteil ( % ) Freiberufler in der jeweiligen Region

PLZ 1.08.
2008
1.02.
2009
1.08.
2009
1.02.
2010
1.08.
2010
 
D0 2,20 2,14 2,27 2,19 2,35
D1 6,30 6,32 6,05 6,56 6,06
D2 8,65 8,31 8,22 7,88 7,83
D3 5,22 4,82 4,86 5,20 5,21
D4 8,42 8,30 8,28 8,27 8,00
D5 11,54 12,15 11,51 11,00 10,44
D6 19,09 20,12 22,18 20,27 18,84
D7 10,74 10,51 9,99 11,35 11,48
D8 19,40 19,10 18,20 19,80 20,75
D9 5,39 5,25 4,82 4,78 4,87
Gesamt
D 96,96 97,00 96,37 97,29 95,84
A 1,07 1,04 1,12 1,46 1,17
CH 1,97 1,96 2,51 1,24 2,99

Anteil (% ) Kontakte in die jeweilige Region

PLZ 1.08.
2008
1.02.
2009
1.08.
2009
1.02.
2010
1.08.
2010
 
D0 2,20 2,14 2,27 2,19 2,35
D1 6,30 6,32 6,05 6,56 6,06
D2 8,65 8,31 8,22 7,88 7,83
D3 5,22 4,82 4,86 5,20 5,21
D4 8,42 8,30 8,28 8,27 8,00
D5 11,54 12,15 11,51 11,00 10,44
D6 19,09 20,12 22,18 20,27 18,84
D7 10,74 10,51 9,99 11,35 11,48
D8 19,40 19,10 18,20 19,80 20,75
D9 5,39 5,25 4,82 4,78 4,87
Gesamt
D 96,96 97,00 96,37 97,29 95,84
A 1,07 1,04 1,12 1,46 1,17
CH 1,97 1,96 2,51 1,24 2,99

Die Entwicklung der Freiberufler-Anteile macht am besten ein langfristiger Vergleich deutlich. Für die folgenden Grafiken wurde der Zeitraum 2006 bis 2010 herangezogen.

Anteil-Prozent-IT-Freiberufler-in-der-jeweiligen-PLZ

Den größten Anteil der Freiberufler kann aktuell die Region D8 (München, Ingolstadt) für sich verbuchen (18,9 Prozent). D6 liegt mit einem Anteil von 17,3 Prozent auf Platz zwei. Die Region um München hatte im August 2007 D6 vom ersten Platz verdrängt und ihn seitdem gehalten. D6 ist die Region, die in den letzten Jahren am stärksten Anteile verloren hat. Seit August 2006 ist der Freiberufler-Anteil dort um neun Prozent geschrumpft.

Der kleinste Teil der Freelancer wohnt aktuell in der Region D0 (2,6 Prozent). Nicht verwunderlich angesichts der Tatsache, dass dort die Stundensatzforderungen am niedrigsten sind und auch anteilig die wenigsten Projektanfragen dorthin verschickt werden (siehe folgende Grafik).

Übrigens, Thema Schweiz: Der Anteil an Freiberuflern mit Wohnsitz Schweiz hat sich seit Februar 2010 – also allein im letzten halben Jahr – mehr als verdoppelt. 3,8 Prozent der bei GULP eingetragenen IT-Consultants kommen aktuell aus der Schweiz. Auch der Anteil der Kontakte an IT-Freelancer mit Wohnsitz Schweiz hat sich mehr als verdoppelt: Er kletterte auf 3,0 Prozent.

Anteil-Prozent-Kontakte-in-der-jeweiligen-Region

Aktuell werden in D6, D7 und D8 51,1 Prozent der Projektanfragen verschickt – das heißt, in drei von zehn Regionen Deutschlands gehen mehr als die Hälfte der Angebote. In D6, D7 und D8 zusammen wohnen auch 46,9 Prozent der Selbstständigen. Hier treffen sich also Angebot und Nachfrage – Süd- und Westdeutschland gehören zu den Hauptmotoren des IT-Projektmarkts.

München hat Frankfurt überholt: Zum ersten Mal in der Geschichte des Projektportals GULP geht der größte Anteil an Projektanfragen an IT-Freelancer in die Region D8 (20,8 Prozent). D6 kann nur noch 18,8 Prozent der Anfragen verbuchen und damit 2 Prozentpunkte weniger. Im Februar 2006 trennten sie noch 1,4 Prozentpunkte – aber in umgekehrter Reihenfolge. Das liegt einerseits daran, dass D8 langfristig Anteile dazugewinnen konnte, aber vor allem daran, dass D6 Anteile verloren hat: Im Gebiet um Frankfurt am Main werden aktuell 8,5 Prozent weniger Offerten verschickt als vor vier Jahren. Mit minus 1,4 Prozentpunkten ebenfalls relativ starke Verluste hinnehmen musste übrigens die Region D2 (Hamburg, Bremen).

Auffällig ist im Gesamtüberblick: Der kontaktierte Stundensatz ist in München in den letzten zwölf Monaten um zwei Euro auf 69 Euro gesunken. Der geforderte Stundensatz ist gleich geblieben (71 Euro). Der Anteil an Projektanfragen in D8 nahm aber kontinuierlich zu – müssten da aufgrund der gestiegenen Nachfrage nicht auch die Preise gestiegen sein? Eine Vermutung: In und um München und Ingolstadt wohnen so viele IT-Freiberufler wie in keinem anderen Postleitzahlengebiet Deutschlands. Das Angebot an externer Projektunterstützung ist hoch, damit auch die Konkurrenz – und der Preisdruck.

Hinweis:

Bei den in der Auswertung angegebenen Stundensätzen handelt es sich um Netto-Beträge, das heißt ohne Mehrwertsteuer. In die Analyse einbezogen wurden die Stundensatzforderungen der mehr als 70.000 in die GULP Profiledatenbank eingetragenen IT-Freiberufler.

Weitere Auswertungen nach: Lebensalter & Berufserfahrung

Das ist eine Auswertung von August 2010
Die GULP Stundensatz-Auswertung wird jedes halbe Jahr durchgeführt. Zur aktuellen Auswertung