Stundensatz-Forderung der IT-/Engineering-Freiberufler nach Alter und Berufserfahrung

GULP Stundensatz-Auswertung August 2014

07.10.2014
GULP Redaktion
Artikel teilen:

Stundensatz nach Alter

Lesen Sie auch die Auswertungen nach: Forderung & Angebot | Position | Zur Startseite

 

Wer zwischen 45 und 50 Jahren alt ist, kann die höchsten Stundensätze fordern: 79 Euro sind das – und damit drei Euro über dem aktuellen Durchschnitt. Ein beispielhafter Modell-Freelancer, der aktuell 45 Jahre alt ist, konnte seine Honorarforderung in den letzten zehn Jahren um elf Euro steigern. In diesem Abschnitt lesen Sie mehr über das Freelancer-Honorar in Abhängigkeit von Alter und Erfahrung.

Wie eben erwähnt, fordern IT-/Engineering-Freelancer zwischen 45 und 50 Jahren mit 79 Euro die höchsten Honorare. Insgesamt liegt die gesamte Altersgruppe zwischen 40 und 55 Jahren mit ihren Vorstellungen über dem Schnitt. Freelancer bis 60 Jahren liegen noch genau im Schnitt und ihre Kollegen über 60 mit 75 Euro nur einen Euro darunter. Sie fordern immer noch genau zehn Euro mehr als IT-/Engineering-Selbstständige unter 30 Jahren. Alter und Erfahrung zahlen sich also aus.

Stundensatz, Markt und Alter: Der heute 45-jährige IT-Selbstständige

Verdienen heute 45-Jährige denn wirklich mehr als vor zehn Jahren? Wie viel Einfluss hat der Markt und wie viel das Alter auf die Entwicklung der Stundensätze? Wir haben uns anhand der GULP Stundensatz-Auswertungen der letzten zehn Jahre angesehen, was ein heute 45-jähriger IT-Selbstständiger mit 35 und mit 40 Jahren gefordert hat:

Im Jahr 2004 war unser Modell-Freelancer 35 Jahre alt und forderte einen Stundensatz von 68 Euro. Kontaktiert wurde er von Projektanbietern sogar zu einem Stundensatz von 69 Euro – das heißt, er hatte noch Spielraum nach oben. Den nutzte er auch: Fünf Jahre später, mit 40 Jahren, forderte er einen Stundensatz von 73 Euro.

Weitere fünf Jahre später legte er um weitere sechs Euro auf 79 Euro zu. Er profitierte von seiner zunehmenden Erfahrung ebenso wie von einer positiven Marktentwicklung: Die durchschnittliche Stundensatzforderung aller IT-/Engineering-Freelancer stieg in den letzten zehn Jahren von 64 Euro (2004) auf aktuell 76 Euro.

Angebot und Nachfrage: Pluspunkt für die Jüngeren?

Der kontaktierte Stundensatz liegt derzeit im Schnitt bei 73 Euro und damit drei Euro unter der durchschnittlichen Forderung. Dementsprechend sieht auch das Bild in der direkten Gegenüberstellung von Forderung und Nachfrage nach Altersgruppe aus: Projektanbieter hätten es gerne ein wenig günstiger. In fast allen Altersgruppen liegt das kontaktierte Honorar unter der Forderung. Bei den Spitzenreitern, den 45- bis 50-Jährigen, ist der kontaktierte Stundensatz um zwei Euro niedriger und liegt bei 77 Euro.

Doch bei den jüngeren Freelancern ist scheinbar noch etwas möglich: Selbstständige IT-/Engineering-Experten unter 35 Jahren fordern weniger als die Projektanbieter zu zahlen bereit sind.

Immer mehr ältere IT-/Engineering-Selbstständige

Ja, der Trend setzt sich fort: IT-/Engineering-Freelancer werden immer älter. Waren vor fünf Jahren noch 58,1 Prozent der bei GULP eingetragenen IT-/Engineering-Freelancer jünger als 45, sind es aktuell nur noch 38,5 Prozent. Der Anteil der Unter-45-Jährigen hat um 20 Prozentpunkte abgenommen.

Stundensatz nach Berufserfahrung

Wie viel Berufserfahrung braucht ein IT-/Engineering-Freelancer? Je mehr, desto besser – jedenfalls, was das Honorar betrifft. Ab 25 Jahren Erfahrung liegen die Stundensatzvorstellungen der Freelancer über dem Durchschnitt. Selbstständige mit mehr als 25 Jahren Expertise fordern mit 79 Euro die höchsten Honorare aller Berufserfahrungs-Gruppen. Sie konnten ihre Vorstellung in den letzten Jahren um sechs Euro steigern.

Nicht neu: Projektanbieter hätten es gerne günstiger

Auch wenn Expertise genau das ist, wonach Unternehmen suchen – sie schauen trotzdem weiterhin auf den Preis. Bei fast allen Berufserfahrungs-Gruppen liegt das kontaktierte Honorar unter der Honorarforderung. Wie finden IT-Selbstständige das Honorar, das zu ihnen passt? Das lesen Sie im Artikel „Wie selbstständige IT-Berater ihr Honorar berechnen“.

 

Immer mehr erfahrene IT-/Engineering-Freelancer

Hatte vor fünf Jahren noch ein Fünftel der bei GULP eingetragenen IT-/Engineering-Freelancer mehr als 25 Jahre Berufserfahrung, sind es aktuell 36,4 Prozent. Erfahrung kostet – und es gibt immer mehr erfahrene IT-/Engineering-Freelancer. Kunden sollten sich freuen – denn auch wenn sie vielleicht tiefer in die Tasche greifen müssen, bekommen sie dafür einen Kandidaten, der ausreichend Fachwissen mitbringt, um sie bei der Lösung ihres Problems zu unterstützen.

 

Lesen Sie auch die Auswertungen nach: Forderung & Angebot | Position | Zur Startseite

Bei den in der Auswertung angegebenen Stundensätzen handelt es sich um Netto-Beträge, das heißt ohne Mehrwertsteuer. Analysiert werden von den bei GULP eingetragenen Profilen jeweils die, die in den vergangenen sechs Monaten aktualisiert wurden, weil nur so auch kurzfristige Veränderungen sichtbar werden. Die Angabe des Stundensatzes im Profil ist kein Pflichtfeld. Profile ohne Honorarangabe oder mit einer, die offensichtlich falsch ist (z.B. Einträge wie „1 Euro“ oder „999 Euro“), werden nicht in die Analyse einbezogen. Grundlage für diese Stundensatz-Auswertung waren daher mehr als 26.000 Freiberufler-Profile. Für die Bestimmung der nachgefragten (kontaktierten) Stundensätze wurden mehr als 20.000 Profile derjenigen Freiberufler ausgewertet, die in den letzten sechs Monaten mindestens eine konkrete Projektanfrage erhalten haben.

Die Stundensatz-Auswertung wird jährlich durchgeführt. Grundlage der Analyse bilden die Stundensatzforderungen, welche die mehr als 90.000 in die GULP Profiledatenbank eingetragenen IT-Freiberufler in ihrem Profil angeben. Die Auswertung greift somit auf die Profile von über 90 % der in Deutschland tätigen IT-Freiberufler zurück (Berechnung basierend auf Mikrozensus 2012, Stat. Bundesamt, Wiesbaden). Die Forderungen sind die Basis für die Stundensatzverhandlungen mit den Projektanbietern und stellen in der Regel einen guten Mittelwert dar.