Verteilung der Stundensatz-Forderung der IT-/Engineering-Freiberufler

GULP Stundensatz-Auswertung August 2013

22.08.2013
GULP Redaktion

Die langfristige Entwicklung der Freiberufler-Honorare haben wir anhand der Entwicklung des Durchschnitts-Stundensatzes (derzeit 75 Euro) beschrieben. Auf diesen Seiten lesen Sie mehr über die Verteilung der Honorare. Außerdem stellen wir Angebot und Nachfrage gegenüber: Wie häufig werden Selbstständige mit der jeweiligen Honorarforderung von Projektanbietern kontaktiert?

Immer weniger Freelancer fordern Stundensätze unterhalb des Durchschnitts. Etwa ein Drittel (34,0 Prozent) liegt aktuell mit seiner Vorstellung unterhalb der 70 Euro. Dieser Anteil hat in den letzten fünf Jahren um 10,7 Prozentpunkte abgenommen (August 2008: 44,7 Prozent).

45,2 Prozent – also fast die Hälfte – der bei GULP eingetragenen IT-/Engineering-Selbstständigen fordern Stundensätze zwischen 70 und 90 Euro. Vor fünf Jahren waren das noch 6,1 Prozentpunkte weniger (August 2008: 39,0 Prozent).

Natürlich hat sich auch an den beiden Extremen etwas getan: Unter 50 Euro fordern aktuell nur 5,4 Prozent der Freelancer und damit 3,4 Prozentpunkte weniger als 2008. Dafür verlangen derzeit 11,2 Prozent der Selbstständigen Honorare von über 100 Euro – 2,6 Prozentpunkte mehr als vor fünf Jahren.

Eine Frage der Nachfrage: Welche Freiberufler erhalten Projektanfragen?

Neben den Stundensatz-Forderungen wertet GULP regelmäßig auch den kontaktierten Stundensatz aus. Das ist das Honorar, welches diejenigen Freiberufler in ihr Skill-Profil eingetragen haben, die in den letzten sechs Monaten über GULP von Projektanbietern kontaktiert wurden, also ein konkretes Angebot zur Mitarbeit in einem IT-Projekt erhalten haben. Diese CVs waren letztendlich für die Projektanbieter interessant, sie wurden nachgefragt.

Angebot und Nachfrage halten sich in etwa die Waage. An die 34,0 Prozent der Freiberufler mit Forderungen unter 70 Euro gehen beispielsweise 34,9 Prozent der Kontakte. Während allerdings, wie oben beschrieben, 45,2 Prozent der bei GULP eingetragenen IT-/Engineering-Freelancer Stundensätze zwischen 70 und 90 Euro fordern, gehen 47,5 Prozent der Kontakte an diese Gruppe, also 2,3 Prozentpunkte mehr. Ein Unterschied wird jenseits der 100 Euro deutlich: 11,2 Prozent der Freelancer fordern solche Honorare – sie erhalten aber nur 7,7 Prozent der Kontakte. Hier bestätigt sich: Projektanbieter sind preisbewusst.

Welcher Stundensatz ist der richtige?

Natürlich hängt das Honorar von mehreren Faktoren ab. Über Position, Alter und Berufserfahrung lesen Sie auf den nächsten Seiten mehr. Bei der Bestimmung eines realistischen Wertes je Skill hilft der GULP Stundensatz Kalkulator, mit dem Freiberufler den branchenüblichen und marktgerechten Stundensatz für ihre Qualifikationen ermitteln können. Auch für „alte Hasen“ lohnt es sich sicherlich, die Honorarforderungen einem regelmäßigen Realitätscheck zu unterziehen.

Der Markt ist das eine – auf der anderen Seite sollte jeder seinen persönlichen Bedarf kennen. Tipps dazu und eine Beispielrechnung finden Sie im Artikel Wie selbstständige IT-Berater ihr Honorar berechnen.

Lesen Sie auch die Auswertungen nach: Lebensalter & Berufserfahrung | Position | Zur Startseite

Bei den in der Auswertung angegebenen Stundensätzen handelt es sich um Netto-Beträge, das heißt ohne Mehrwertsteuer. Analysiert werden von den bei GULP eingetragenen Profilen jeweils die, die in den vergangenen sechs Monaten aktualisiert wurden, weil nur so auch kurzfristige Veränderungen sichtbar werden. Die Angabe des Stundensatzes im Profil ist kein Pflichtfeld. Profile ohne Honorarangabe oder mit einer, die offensichtlich falsch ist (z.B. Einträge wie „1 Euro“ oder „999 Euro“), werden nicht in die Analyse einbezogen. Grundlage für diese Stundensatz-Auswertung waren daher mehr als 26.000 Freiberufler-Profile. Für die Bestimmung der nachgefragten (kontaktierten) Stundensätze wurden mehr als 20.000 Profile derjenigen Freiberufler ausgewertet, die in den letzten sechs Monaten mindestens eine konkrete Projektanfrage erhalten haben.
Die Stundensatz-Auswertung wird jährlich durchgeführt. Grundlage der Analyse bilden die Stundensatzforderungen, welche die mehr als 90.000 in die GULP Profiledatenbank eingetragenen IT-Freiberufler in ihrem Profil angeben. Die Auswertung greift somit auf die Profile von über 90 % der in Deutschland tätigen IT-Freiberufler zurück (Berechnung basierend auf Mikrozensus 2012, Stat. Bundesamt, Wiesbaden). Die Forderungen sind die Basis für die Stundensatzverhandlungen mit den Projektanbietern und stellen in der Regel einen guten Mittelwert dar.

GULP Feedback: Ihre Meinung ist uns wichtig

Gerne sind wir für Ihre Anregungen, Wünsche, Ideen und selbstverständlich auch Kritik offen. Sie erreichen uns per Mail unter redaktion@gulp.de.