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Management von IT-/Engineering-Projekten: Die Zukunft ist hybrid

Ergebnis einer GULP Online-Umfrage unter Freelancern und Projektanbietern

(August 2013)

 

Derzeit werden die meisten IT-/Engineering-Projekte noch nach der klassischen Projektmanagement-Methode durchgeführt, so das Ergebnis unserer Online-Befragung. Doch wie wird es weitergehen? Projektanbieter und Freelancer haben eine genaue (und einheitliche) Vorstellung von den zukünftigen Entwicklungen beim Projektmanagement: Die Zukunft ist hybrid. Vielleicht auch ein wenig agil. Aber klassisch – sicherlich nicht.

IT-/Engineering-Projekte: Bisher meist klassisches Projektmanagement

Wir haben in unserer Umfrage 223 Freelancern und Projektanbietern verschiedene Fragen zum Themenbereich „Projektmanagement-Methoden“ gestellt. Von den Teilnehmern gaben insgesamt 29 Prozent an, dass ihr letztes Projekt nach der klassischen Projektmanagement-Methode durchgeführt wurde. Doch bereits heute werden 24,2 Prozent der Projekte agil geleitet – und 22,4 Prozent hybrid, d.h. sowohl mit Elementen des klassischen als auch des agilen Projektmanagements.

Nach welcher Projektmanagement-Methode wurde das letzte Projekt, in dem Sie gearbeitet haben, durchgeführt?

Ein kurzer Exkurs: Was ist der Unterschied zwischen agilem und klassischem Projektmanagement?

Die Basis beim klassischen Projektmanagement bilden klar formulierte Ziele (SMART). Diese werden in einzelne, voneinander abgegrenzte Projektphasen, sogenannte Meilensteine eingeteilt, wodurch festgelegt werden kann, wann eine Projektphase abgeschlossen ist. Falls eine Änderung nötig ist, muss diese über vorher speziell festgelegte Änderungsprozesse abgewickelt werden. Sowohl von Freelancern als auch von Projektmanagern (insgesamt von 42 Prozent) wird die genaue Budgetvorgabe, die bereits von Anfang an festgesetzt ist, als Vorteil dieser Methode angesehen. Angelehnt ist das klassische Modell an bestehende, standardisierte Projektmanagement-Methoden wie etwa PMA, PMI oder PRINCE 2. Demnach ist es nicht verwunderlich, dass laut einer früheren GULP Umfrage im September 2011 die Skills PMI (41 Prozent), PRINCE 2 (40 Prozent) und GPM (25 Prozent) die gefragtesten Projektmanagement-Zertifizierungen waren.

Die agile Projektmanagement-Methode hingegen verhält sich vollkommen gegensätzlich zur klassischen Methode. Das Team ist selbstständig für die zeitliche Planung zuständig, die Entwickler organisieren ihre Arbeit selbst und der Projektmanager agiert nur als Moderator. Ziel ist es, dass sowohl das Management als auch die Steuerung mit so wenig Regeln und geringem bürokratischen Aufwand wie möglich auskommen. Regelmäßige Planungssitzungen dienen zur Überwachung der Entwicklungsfortschritte. Hauptziel des agilen Projektmanagements ist es den Softwareentwicklungsprozess flexibler gestalten zu können.

Agiles Projektmanagement ist der Favorit der Freelancer und Projektanbieter

Fokus IT-Projekte: Welche Projektmanagement-Methode schneidet in Ihren Augen bei welchem Aspekt besser ab?

Genau diese Flexibilität ist es, die sowohl Freelancern als auch Projektanbietern zu gefallen scheint: So schneidet das agile Projektmanagement in der GULP Umfrage in vielen Punkten wesentlich besser ab als das klassische. Vorteile werden vor allem bei der Kommunikation im Team (64 Prozent), dem frühzeitigen Erkennen von Fehlern (62 Prozent) und der Motivation der Teammitglieder (58 Prozent) gesehen. Nur bei der Einhaltung der Budget- (42 Prozent) und Terminvorgaben (33 Prozent) sehen die Teilnehmer einen Vorteil in der klassischen Methode.

Betrachtet man Freelancer und Projektanbieter getrennt voneinander, so fällt auf, dass 66 Prozent der Freelancer der Meinung sind, dass die Kommunikation innerhalb eines Projekts besser ist, wenn es agil geführt wird. Bei den Projektanbietern ist dies nur bei 54 Prozent der Fall, 34 Prozent von ihnen sehen keinerlei Unterschied zwischen den beiden Methoden, was die Kommunikation im Projekt betrifft.

Was am Ende des Tages zählt, ist die Qualität der Projektergebnisse, und hier sind sich Freelancer und Projektanbieter wieder einig. Insgesamt 33 Prozent aller Teilnehmer sehen hier keinen Unterschied zwischen der klassischen und der agilen Methode.

Trend: Hybrides Projektmanagement

Wo geht der Trend hin?

Nun zu den Trends und somit zum Ausblick in die Zukunft:

Insgesamt sind 56 Prozent der Umfrage-Teilnehmer der Meinung, dass zukünftig immer mehr IT-/Engineering-Projekte nach hybriden Modellen durchgeführt werden. Noch immerhin ein gutes Fünftel der Umfrage-Teilnehmer (28 Prozent) geht davon aus, dass sich vor allem agile Projektmanagement-Methoden durchsetzen werden. Weit abgeschlagen ist die bisher noch dominierende klassische Methode, nur fünf Prozent sehen in ihr weiterhin das Modell der Zukunft.

Zum Abschluss ein kurzer Blick auf die Statistik: An unserer Umfrage haben insgesamt 223 User teilgenommen, 177 von ihnen waren Freelancer. 57 Prozent aller Teilnehmer – egal ob Freelancer oder Projektanbieter – sind im Projektmanagement tätig.

Statistik Umfrage-Teilnehmer: Was sind Sie?

Was denken Sie? Bei welcher Art von Projekten eignet sich das klassische, bei welchen Projekten das agile Management besser? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion!

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Kommentare zu diesem Artikel:

"Interessanter Artikel, in diese Richtung könnte man noch vieles recherchieren. Ich finde nicht, dass es "Geblubber" ist, ich finde die Zahlen der Umfrage höchst aufschlussreich, dass zwar das "Gefühl" von etwa 60% der Mitarbeiter auf bessere Kommunikation und frühere Feherlerkennung hindeutet, aber beim Projekterfolg (Produktqualität, Einhaltung der Termine, Einhaltung des Budgets) etwa zwei Drittel keine Verbesserung sieht! Meiner Meinung nach muss man sich davon verabschieden, mit einer "neuen" Methode alle Probleme zu lösen. Für Patentrezepte ist die Wirklichkeit eben viel zu komplex. Insofern muss man vor allem von amerikanischer Werbung immer 2/3 abziehen. Ich hatte vor einiger Zeit einen schönen Artikel gesehen, der die verschiedenen Verfahren vergleicht und zum Schluss kam, dass es sehr von der Art des Projekts abhängt, welches Verfahren besser ist. Leider habe ich den Artikel aus den Augen verloren, vielleicht kann jemand den Link posten? Danke. (September 2013)"

"Ich schließe mich diesem Zitat (s.u.) in vollem Umfang an: "Es wird keinen Sieg der agilen Methodik über die Klassiche Methodik geben, da beide nicht im Widerspruch stehen, sondern nur gemeinsam die Probleme der Wirklichkeit lösen können." (September 2013)"

"Schließe mich dem letzten Kommentar kommentarlos an (September 2013)"

"Dier Ergebnisse der Umfrage will ich unkommentiert lassen. Die Antworten dürften die gleiche Unschärfe aufweisen, wie die Begriffe selbst - sprich Zufall. Der begleitende Artikel ist jedenfalls allgemeines Geblubber, das das Vorurteil verteidigt, dass klassisch=Wasserfall, Agil=Selbstorganisierend seien. Tatsächlich sind klassische Methodiken genauso agil, wie agile Methoden strukturiert und planbar sind. Die Unterschiede liegen in der Art und Weise wie Regelreise zur Projekterfolgskontrolle eingesteuert werden und mit welcher Detailtreue Planvorgaben gemacht werden. Die Detailtiefe (oder Kleinzelligkeit der Planung) ist nicht Frage der Methodik, sondern hängt von der Projektart ab: Serienfertigung erlaubt eine sehr tiefe Detailplanung, Pionierprojekte bei denen die Mehrzahl der Projektparameter erst im Laufe eines Projekts bekannt werden, erlauben Detailvorgaben nur als Ergebnis der Rückmeldung des Regelkreises. Letztlich frage ich mich,was solche Umfragen sollen, wenn der Ausbildungsstand über systematisches Vorgehen in komplexen Systemen bei kaum einem IT-Spezialisten bekannt ist. (Man sollte mal bei Keplerschem Gesetz der drei Körper anfangen, die Problematik zu veranschaulichen). Es wird keinen Sieg der agilen Methodik über die Klassiche Methodik geben, da beide nicht im Widerspruch stehen, sondern nur gemeinsam die Probleme der Wirklichkeit lösen können. (September 2013)"

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