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Die wichtigsten Trends des Messefrühlings

Das nehmen wir von Cebit, Hannover Messe & Co. mit

29.05.2017
GULP Redaktion – Monika Riedl
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Wer Anfang jeden Jahres alle wichtigen Messen in den Bereichen IT, Internet und Industrie mitnehmen will, hat viel zu tun. Für die meisten ist es nahezu unmöglich, alle Messe-Tops und -Flops zu sehen. Wir haben Ihnen daher die wichtigsten Trends der Cebit, der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas, der Hannover Messe sowie des Mobile World Congress in Barcelona zusammengefasst.

CeBIT – Digitalisierung konkret erlebbar

Dass Big Data, künstliche Intelligenz, die Cloud und das Internet der Dinge die diesjährige CeBIT beherrschten, dürfte für niemanden eine große Überraschung gewesen sein. Allerdings ging es weniger darum, die Konzepte zu erklären oder auf theoretische Weise zu behandeln. Vielmehr machten die Aussteller an ihren Ständen die Digitalisierung für die Besucher konkret erlebbar.

Dabei zeigte sich deutlich, dass der digitale Wandel in immer mehr Lebensbereichen Einzug hält und die reale und virtuelle Welt immer mehr zusammenwachsen lässt. Ganz vorne dabei: künstliche Intelligenz und autonomes Fahren. Letzteres konnten die Besucher sogar hautnah erleben: Ein autonom gesteuertes Shuttle brachte die Besucher auf dem Messegelände von A nach B. Auch der Hype des letzten Jahres – Drohnen – ist bereits im Alltag angekommen. Ob beim Filmdreh oder zur Wartung schwer erreichbarer Stellen wie Windkraftwerke oder Industrie-Schornsteine: Mittlerweile gibt es zahlreiche realisierte Anwendungsszenarien, die weit über reine Spielereien hinausgehen.

Der Einfluss des Partnerlands Japan war ebenfalls deutlich spürbar. Dort gehören künstliche Intelligenz und Roboter an vielen Orten schon zum Alltag – sei es an der Rezeption von Hotels, als Verkäufer oder Helfer bei der Altenpflege. Auf der CeBIT wurde gezeigt, wie weit die Technologie bereits ist, aber auch, wo derzeit die Grenzen liegen.

Die Live-Zuschaltung des US Whistleblowers Edward Snowden macht aber auch deutlich: Wo immer mehr digitalisiert wird, gewinnt das Thema Sicherheit an immer größerer Bedeutung. So komfortabel Siri & Co. auch sein mögen, durch fehlende Absicherung ergebe sich ein „Daten-Desaster“, so Snowden.

CES in Las Vegas – Digitalisierung im eigenen Zuhause

Wie sich intelligente Konzepte und künstliche Intelligenz auf unsere Realität auswirken, das zeigte auch die Consumer Electronics Show in Las Vegas. Dabei lag der Schwerpunkt noch mehr auf dem eigenen Zuhause und den Möglichkeiten, die das Internet der Dinge in diesem Bereich bietet. Somit waren Smart TVs, Smart Home Lösungen, digitale Sprachassistenten und teilweise sehr kuriose Anwendungen (zum Beispiel ein Scanner im Badezimmer, der Hautprobleme erkennt) im Fokus der Aussteller.

Hannover Messe (HMI) – Mehrwert aus Industrie 4.0 ziehen

Die vernetzte Fertigung geht im Industriesektor mittlerweile über reine Pilotprojekte hinaus. Die diesjährige Hannover Messe setzte sich daher mit neuen Geschäftsmodellen und Anwendungen auseinander, die durch die Digitalisierung und Industrie 4.0 möglich sind. Die Tatsache, dass sich auch immer mehr Größen der IT-Branche wie IBM oder Microsoft auf der Messe die Ehre gaben, zeigte, dass Industrie und IT immer mehr miteinander verschmelzen und dass die HMI mittlerweile mehr ist als eine reine Maschinenbau-Messe. Auch viele mittelständische Unternehmen zeigten, dass sie sehr wohl auf die Digitalisierung vorbereitet sind und bereits interessante Anwendungsszenarien im Gepäck haben.

Schwerpunkte der Hannover Messe waren unter anderem:

  • Eintrittsbarrieren für Industrie 4.0 senken
  • Augmented Reality, zum Beispiel bei der Design-Evaluierung in der Automobil-Konstruktion oder zur besseren Planung beim Anlagenbau
  • Datenverarbeitungsszenarien für Maschinen- und Sensordaten: Edge Computing, Cloud, Enterprise DC
  • Kollege Roboter zur Unterstützung bei der Produktion – und zwar außerhalb des Schutzzauns
  • Der Weg von einzelnen vernetzten Sensoren zu ganzen Plattformlösungen
  • Energielösungen der Zukunft

Mobile World Congress in Barcelona

Auf dem Mobile World Congress in Barcelona werden traditionell die neuen Flagschiffgeräte der Handy-Hersteller vorgestellt. Auch eine Neuauflage des guten alten Nokia 3310 war dieses Jahr dabei – zwar ohne Apps und mit sehr spartanischem Internetbrowser, dafür aber mit einer Akkulaufzeit von bis zu 30 Tagen. Das Thema Smartwatches fand auch wie 2016 keinen großen Raum, hier legen die Branchenexperten große Hoffnungen auf die IFA im September. Übrigens: Apple glänzte – wie auch in den Jahren zuvor – mit Abwesenheit.

Doch der Mobile World Congress ist mehr als nur Smartphones: Diskutiert wurde unter anderem auch der neue Internetstandard 5G, dessen Standardisierungsprozess gerade läuft. Für die Netzbetreiber bedeutet 5G nicht nur die nächste Geschwindigkeitsausbaustufe des mobilen Internets, sondern ist als komplettes Geschäftsmodell zu verstehen. Mit sehr großen Bandbreiten, hoher Verfügbarkeit und äußerst geringen Latenzen um eine Millisekunde ist 5G eine fundamentale Basis bei der Vernetzung der Welt. Auch das Thema Sicherheit spielt eine wichtige Rolle, denn es wird auch nötig sein, nicht nur die Endgeräte abzusichern, sondern auch das Netz selbst.

Fazit: Buzzwords werden konkret

Allen Messen gemein ist, dass die Aussteller für etwas mehr Substanz bei den Hype-Buzzwords rund um die Digitalisierung sorgen. Doch nur die Zeit zeigt, ob sich die Anwendungsszenarien in Zukunft tatsächlich durchsetzen können. Wir sind gespannt, welche Lösungen über den Prototypen-Status hinaus kommen und welche am Nutzerbedarf vorbei entwickelt wurden.

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