Markt mit Zukunftschancen: IT-Freiberufler und mobile Apps

Android, iOs, Windows Mobile & Co.: App-Entwickler sind gefragt.

11.03.2011
GULP Redaktion
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Im November 2011 haben wir ein Umfrage-Ergebnis zum Thema IT-Trends veröffentlicht. Wir haben bei zehn IT-Trends abgefragt, ob unsere User die für IT-Luftblasen halten oder ob sie ernst zu nehmen sind. Dabei war der Gewinner der Trend „Mobile Anwendungen“. Dass Mobile Applications oder kurz Apps, Anwenderprogramme für Smartphones, im Trend liegen, steht aber nicht erst seit dieser Umfrage fest. Das mobile Internet wurde 2010 laut AGOF (Arbeitsgemeinschaft Online Forschung) von 9,13 Mio. Deutschen ab 14 Jahren genutzt – das sind 12,9 Prozent. 2011 wird jedes dritte neu gekaufte Mobiltelefon ein Smartphone sein, sagt der Hightech-Verband BITKOM auf Basis von Prognosen des European Information Technology Observatory (EITO) voraus.

Die Daten für diese Marktstudie lieferten die Profile der in die GULP Datenbank eingetragenen IT-Spezialisten, der GULP Trend Analyzer und die über GULP an Freelancer zugestellten Projektanfragen.

Die wichtigsten Daten im Überblick:

Durchschnittswerte Selbstständige App-Experten Alle bei GULP eingetragenen Freiberufler
Stundensatzforderung 68 Euro 72 Euro
Alter 40 Jahre 44 Jahre
Berufserfahrung 17 Jahre 20 Jahre

 

Entwickler für iPhone oder iPad benötigen in der Regel Skills wie Objective-C (Programmiersprache) sowie Cocoa oder Cocoa Touch (Entwicklungs-Framework) und/oder Xcode (Entwicklungsumgebung). Android-Apps werden in der Regel mit Java und XML erstellt. Häufig wird als Entwicklungsumgebung Eclipse mit dem Android Development Tools (ADT) Plugin verwendet.

Regionale Verteilung: Berlin hoch im Kurs

21,4 Prozent der Mobile-Apps-Spezialisten kommen aus dem Postleitzahl-Gebiet D8 (München, Ingolstadt). Auf Platz zwei und drei folgen D6 (Frankfurt am Main, Mannheim) und D7 (Stuttgart, Karlsruhe). Auffällig ist der mit 11,8 Prozent vergleichsweise hohe Anteil an Freelancern in der Region D1 (Berlin, Potsdam).

Der hohe Wert geht einher mit dem großen Anteil an Projektanfragen aus dem PLZ-Bereich 1xxxx. In 15,1 Prozent der Anfragen, in denen Entwickler für mobile-Apps gesucht werden, ist der Projektort in und um Berlin. Beim Projektmarkt im Gesamten sind die Regionen D6 (in/um Frankfurt) und D8 (in/um München) dominierend, was den Anteil der Projektanfragen angeht. Das Gebiet um Berlin (D1) kommt hier nur auf 6,7 Prozent, zeigt die aktuelle GULP Stundensatz-Auswertung. Ein großer Teil des Mobile-App-Projektmarkts spielt sich also in und um Berlin ab.

Stundensatzforderungen: Von Erfahrung und Position abhängig

Natürlich sind die geforderten Stundensätze von Tätigkeit, Position und Erfahrung abhängig. Beispiel aus der GULP Datenbank:

Die Mobile-App-Entwickler bei GULP fordern im Schnitt mit 68 Euro pro Stunde etwas weniger als die Gesamtheit der IT-Freelancer (72 Euro). Während 16,8 Prozent aller IT-Freiberufler Honorare über 90 Euro in ihr Skill-Profil eingetragen haben, sind es bei den App-Entwicklern nur 11,2 Prozent.

Der niedrigere Stundensatzdurchschnitt liegt wohl zum einen darin begründet, dass App-Entwickler etwas jünger und etwas unerfahrener sind als der durchschnittliche IT-Selbstständige. In der Region D1 sind generell die Stundensatzforderungen niedriger: Laut GULP Stundensatz-Auswertung werden in D1 im Schnitt 68 Euro gefordert, während es zum Beispiel in D5 und D6 74 Euro sind.

Außerdem spielt die Position eine Rolle: Mobile-Apps-Spezialisten, die in ihrem Profil die Position „Software-Entwickler“ angeklickt haben, fordern im Schnitt 67 Euro. Fast die Hälfte (42,9 Prozent) der App-Spezialisten zählt sich zu den Software-Entwicklern. In den höherpreisigen Positionen nimmt der Anteil rapide ab (Projektleiter: 17,2 Prozent; Trainer: 6,5 Prozent).

Nachfrage nach Mobile-Apps-Spezialisten steigt

Im Februar 2010 wurden 5.694 neue Android-Apps in den Android Marketplace hochgeladen. Im Februar 2011 waren es schon 32.323. Im App-Store (iTunes) waren im Februar 2010 110.495 Apps zu finden, im Februar 2011 300.818. Es werden immer mehr Apps entwickelt und verwendet.

Wie sieht die Nachfrage nach freiberuflichen Mobile-App-Spezialisten aus?

Einen regelrechten Boom können wir noch nicht erkennen - die Freiberufler in diesem Bereich sind aber gefragt und der Bedarf steigt auf lange Sicht. Gerade im Februar wurden in 0,9 Prozent der Projektanfragen, die über die GULP Server an IT-Freelancer verschickt werden, Mobile-Apps-Spezialisten nachgefragt. Und das, obwohl der Februar 2011 den höchsten Monatswert an Projektanfragen in der GULP Geschichte vorweisen konnte: Es gingen 14.506 Anfragen an IT/Engineering-Selbstständige aus allen Disziplinen.

In welchen Bereichen sind die Mobile-App-Spezialisten tätig?

In der GULP Profiledatenbank überwiegen eindeutig die Entwickler für iPhone, iPad und iOs: 60,2 Prozent der freiberuflichen App-Spezialisten sind im Apple-Bereich tätig. Mit großen Abstand folgen die Android-Experten auf Platz zwei (16,5 Prozent).

Verteilung der Mobile-App-Spezialisten auf die unterschiedlichen Betriebssysteme

Verteilung der Mobile-App-Spezialisten auf die unterschiedlichen Betriebssysteme
Apple 60,2 Prozent
Android 16,5 Prozent
Windows 8,4 Prozent
Symbian 8,2 Prozent
BlackBerry 6,7 Prozent

Bei der Nachfrage sieht es allerdings etwas anders aus. Platz eins bei der Verteilung der Mobile-Apps-Anfragen im Februar 2011 geht an Android: In den meisten Apps-Anfragen wurden Android-Spezialisten gesucht. Auf Platz zwei folgen recht abgeschlagen die iPhone/iPad-Experten, auf dem dritten Rang Windows Phone bzw. Windows Mobile.

Welches Smartphone-Betriebsystem wird sich duchsetzen?

Die international tätige Marktforschungsagentur Canalys wertete die weltweiten Verkaufszahlen von Smartphones im 4. Quartal 2010 aus. Das Ergebnis: Android liegt mit 33 Millionen verkauften Smarthpones an der Spitze, knapp vor Symbian mit 31 Millionen. Platz drei und vier belegen Apple (16 Millionen) und RIM/Blackberry (15 Millionen). Windows folgt mit drei Millionen verkauften Smartphones und damit einem deutlichen Abstand auf Platz fünf. Android konnte in dem wachsenden Weltmarkt (die Verkaufszahlen steigerten sich um 88,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahrszeitraum) am stärksten zulegen.

Für Deutschland werteten die Analysten von ComScore die Anteile am Smartphone-Markt im November 2010 aus: „Bei den Smartphone-Betriebssystemen spielt in Deutschland Nokias Symbian mit einem Marktanteil von 47,7 Prozent nach wie vor die führende Rolle – Apples iPhone OS folgt mit einem Anteil von 19,5 Prozent. Microsoft nimmt mit 13,7 Prozent den dritten Rang ein. Googles Android-Betriebssystem hat sich in kurzer Zeit mit 10,6 Prozent gut auf dem Markt etablieren können“, so ComScore. Apple gewann im Laufe des Jahres 2010 4,3 Prozentpunkte Marktanteil hinzu, Android dagegen 9,2 Prozentpunkte. Es bleibt also spannend.

Jünger und unerfahrener als der Durchschnitt

Fast ein Fünftel (23,2 Prozent) der freiberuflichen Mobile-Apps-Spezialisten sind jünger als 34 Jahre. Dagegen liegen nur 9,8 Prozent aller IT-Selbstständigen in dieser Altersklasse. Die Grafik zeigt ganz klar, dass die Entwicklung von Apps in der Hand der Jüngeren liegt. Das liegt einerseits daran, dass jüngere Freelancer mit dem Thema meist schon in der Ausbildung und während des Studiums vertraut werden. Außerdem ist das Alter der Smartphone-Nutzer generell recht niedrig:

Nach einer Studie des Marktforschungsinstituts Nielsen aus dem Jahr 2010 sind in den USA 55 Prozent der Android-User jünger als 34 Jahre, beim iPhone sind es 47 Prozent. Für Deutschland erhebt die Arbeitsgemeinschaft Online Forschung (AGOF) die Reichweiten und Strukturen mobiler Angebote. Demnach sind 22,5 Prozent der mobilen Internetsurfer 40 bis 49 Jahre alt. Die zweit- und drittgrößte Gruppe sind die 20- bis 29-Jährigen (21,0 Prozent) und die 30-bis 39-Jährigen (19,9 Prozent).

Folgerichtig sind die Mobile-Apps-Spezialisten auch etwas unerfahrener als der durchschnittliche IT-Freiberufler. Auffällig ist hier jedoch, dass nur 10,2 Prozent von ihnen weniger als zehn Jahre Berufserfahrung haben. Die große Mehrheit bewegt sich zwischen zehn und zwanzig Jahren Expertise (60,8 Prozent). Auch hier gilt, dass es sicher nicht schadet, zunächst in einer Festanstellung sein Wissen zu vertiefen, um dann als Freiberufler sicherer im Sattel zu sitzen.

Fazit: Markt mit Zukunftschancen

Freelancer, die einen neuen Tätigkeitsbereich suchen und vielleicht schon Kenntnisse in Java, J2EE, Eclipse, xCode, Objective C, C++, C# mitbringen, sollten sich überlegen, ob die Entwicklung von mobile Apps nicht etwas für sie wäre. Sicher liegt auch in der Entwicklung für iPhone und iPad Wachstumspotential. In diesem Bereich scheint die Konkurrenz aber am größten zu sein (60,2 Prozent der Apps-Spezialisten, siehe oben). In den meisten Projektanfragen aus diesem Bereich werden derzeit außerdem Android-Spezialisten gesucht. Auch an RIM OS (BlackBerry), Symbian OS, webOS (PalmPre) und Windows Mobile (Windows Phone) sollte gedacht werden. Übrigens gewinnen auch in der Automotive-Branche mobile Endgeräte an Bedeutung. So etwa im Bereich Infotainment bei der Kommunikation zwischen Smartphone und Auto (Mensch-Maschine-Schnittstellen). Ideale Weiterentwicklungsmöglichkeiten auch für Engineering-Freelancer.

Mit einem Skill-Profil bei GULP können IT-Selbstständige …

… Projektangebote von GULP und mehr als 3.500 Projektanbietern erhalten, die über GULP externe Mitarbeiter für sich oder ihre Kunden rekrutieren. Zusätzlich können die Freiberufler selbst im GULP Roboter nach aktuellen Projektausschreibungen suchen und sich aktiv darauf bewerben: Täglich sind auf www.gulp.de über 1.000 offene Positionen in IT-/Engineering-Projekten ausgeschrieben. Der Eintrag eines GULP Profils ist kostenlos. GULP Profil anlegen

Mehr Informationen zum Thema bei GULP:

  • GULP IT-Projektmarktindex: Misst die über den GULP Server zugestellten Projektangebote und ist ein idealer Gradmesser für die Angebots- und Nachfragesituation am IT-Projektmarkt
  • GULP Trend Analyzer: Ermittelt, welche Qualifikation wie gefragt ist
  • GULP Stundensatz Kalkulator: Berechnet die branchenüblichen Stundensätze und bringt Klarheit in den Tarifdschungel des IT-Projektmarkts

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