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Chance Mittelstand

Warum es nicht immer die großen Unternehmen für eine steile Karriere sein müssen

20.10.2017
GULP Redaktion
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Ist der Abschluss erst einmal in der Tasche, träumen viele Absolventen von einem Trainee-Programm im großen Konzern mit anschließender steiler Karriere. Dass das nicht zwangsläufig der beste und schon gar nicht der einzige Weg nach ganz Oben ist, können sich Viele nicht vorstellen. Wir erklären, warum gerade der Mittelstand für Berufseinsteiger mit ambitioniertem Karrierewunsch besonders attraktiv ist und es eben nicht unbedingt einer der „Big Player“ sein muss.

Wer unentschlossen ist, wie und vor allem wo der eigene Berufseinstieg stattfinden soll, gleichzeitig aber von einer steilen Karriere träumt, der denkt in der Regel zu allererst an die großen Unternehmen – BMW, Siemens, Microsoft & Co. Das ist erst einmal einleuchtend. Denn sie zählen in Rankings zu „Deutschlands Top Arbeitgebern“, werben mit guten Gehältern, der Möglichkeit zu Auslandsaufenthalten, flexiblen Arbeitszeiten und mehr. Aber: Nicht immer passen diese Unternehmen auch zu eigenen Persönlichkeit Daher sollten Bewerber bei der Jobsuche Fragen wie „Bin ich Einzelgänger oder Gruppenmensch?“, „Bin ich heimatverbunden oder Weltentdecker“ und „Was ist mir am wichtigsten: Karriere und ein hohes Gehalt oder Expertise in einer bestimmten Branche oder Funktion?“, ehrlich beleuchten. Die Antworten darauf zeigen dann oft, dass große Unternehmen nicht unbedingt für jeden der beste Einstiegsort sind – sondern der Mittelstand.

Der Mittelstand als attraktiver Arbeitgeber

In Deutschland stellt der Mittelstand 99,6 Prozent aller Unternehmen und mehr als die Hälfte der Arbeitsplätze. Die Auswahl ist hier also relativ groß. Was die kleineren Unternehmen attraktiv macht: Die Hierarchien sind oft flacher als in Großkonzernen. Das erleichtert sowohl den Einstieg als auch den Aufstieg. Hinzukommt, dass kurze und unbürokratische Entscheidungswege den Arbeitsalltag erleichtern und angenehm machen. Und auch das Arbeitsklima wird von Mitarbeitern in mittelständischen Unternehmen oft als angenehm empfunden, da die Arbeit des Einzelnen mehr wertgeschätzt wird als in großen Unternehmen, in denen sich Kollegen nur aus der eigenen Abteilung kennen, darüber hinaus aber viel anonym abläuft. Schon aufgrund der vielen Mitarbeiter ist man dort als Einzelner oft nur eine kleine Nummer.

Berufseinstieg im Mittelstand

Wer am Anfang seiner Karriere steht und noch überlegt, wo die Reise hingehen soll, der ist mit einem mittelständischen Unternehmen unter Umständen gut beraten. Denn in etwas kleineren Unternehmen dürfen Absolventen schneller Verantwortung übernehmen und mitanpacken. Aufgrund ihrer Größe und Organisation sind Mitarbeiter in mittelständischen Unternehmen oft für verschiedene Aufgaben zuständig, während es in großen Konzernen für jeden Arbeitsschritt Experten und eigene Abteilungen mit tiefem Fachwissen gibt. Das bedeutet: Wer im Mittelstand anfängt, ist häufig viel näher am Geschehen und sammelt so wertvolle fachliche Erfahrung, ist schneller in Projekte eingebunden und übernimmt früher selbstständig Verantwortung.

Der Knackpunkt Gehalt

Für viele Arbeitnehmer ist ein gutes Gehalt ausschlaggebend für die Bewerbung, beziehungsweise das Antreten eines neuen Jobs. Fakt ist leider, dass der Mittelstand hier kein Spitzenreiter ist. Die Gehälter in Großunternehmen sind vor allem für Berufseinsteiger attraktiver. So bekommt ein Ingenieurabsolvent laut gehalt.de bei einem Unternehmen mit weniger als 100 Mitarbeitern durchschnittlich 42.000 Euro pro Jahr, in einem Unternehmen mit über 1.000 Mitarbeiten hingegen etwa 50.500 Euro.

Das Fazit lautet also: Der Berufseinstieg im Mittelstand bedeutet zwar in der Regel zunächst ein kleineres Gehalt, allerdings ist die Lernkurve hier oftmals steiler und das Arbeitsklima angenehmer.

Lesermeinungen zum Artikel

3 von 5 Sternen | Insgesamt 1 Bewertung und 1 Kommentar

  • Eher eine grundsätzliche Frage der Mentalität

    Jens Hueneke am 31.10.2017 um 08.16 Uhr

    Nach meinen Erfahrungen sollte der Mittelstand die Berufseinsteiger, die sich ein Dax-Unternehmen als Arbeitgeber wünschen, lieber weiterziehen lassen. Unter anderem ist die Auswahl von Bewerbern, bei denen das Gehalt nicht an erster Stelle steht, sondern der Anspruch, seine Arbeit zu gestalten, verantwortlich für den Erfolg des deutschen Mittelstandes. Für einen Berufseinsteiger kann es zudem sehr hilfreich sein, für seine Arbeit ein direktes Feedback zu bekommen - positiv wie negativ. Bewerber, die sich dies ausdrücklich wünschen, weisen sicherlich die größere Lernkurve auf und sind damit produktiver als diejenigen mit der leider auch an den Universitäten oft vermittelten Arbeitsweise, sich ständig nach allen Seiten abzusichern.
    Die große Herausforderung für den Mittelstand besteht eher darin, die Mitarbeiter, die sich schnell und positiv entwickeln, dann auch zu halten. An dieser Stelle spielt dann ein attraktives Gehalt sicher auch eine wichtige Rolle. Wie in dem Artikel gut dargestellt, ist die Auswahl an Alternativen zu diesem Zeitpunkt sehr groß.

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