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Python – lukrativ oder Nice-to-have?

Quick Check Python

27.02.2018
GULP Redaktion – Monika Riedl
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Mit unseren Quick Checks nehmen wir die wichtigsten IT- und Engineering-Skills unter die Lupe. Wie haben sich Angebot und Stundensätze in den letzten zwölf Monaten entwickelt und wie sieht die regionale Verteilung aus? Dieses Mal untersuchen wir den Markt für Python-Spezialisten.

Als Datenbasis dienten uns dabei der GULP Trend Analyzer, der GULP Projektmarktindex sowie der GULP Stundensatzkalkulator.

 

 

  • In den 1990er-Jahren als objektorientierte Skriptsprache von Guido von Rossum in Amsterdam entwickelt, war Python ursprünglich als Nachfolger für die Programmier-Lehrsprache ABC für das Betriebssystem Amoeba gedacht.
  • Python ist eine Multiparadigmensprache, das heißt dass die Entwickler nicht auf einen einzigen Programmierstil beschränkt sind. Sie können das Paradigma nutzen, das zur jeweiligen Aufgabe am besten passt.
  • Genutzt bzw. eingebunden wird Python häufig in Webserver sowie in eine Reihe von Webanwendungen-Frameworks wie Django oder Flask. Sogar Google und YouTube basieren in Teilen auf Python.

Der Projektmarkt für Python

Nein, keine Schlange hatte der Entwickler der Programmiersprache Python im Kopf, als er in den 1990er Jahren die Grundlagen für die Skriptsprache legte, sondern die britische Komiker-Gruppe Monty Python. Im Zeitalter von Big Data und Data Science gewinnt die Programmiersprache immer mehr an Bedeutung, da sie sich unter anderem sehr gut für große Datenauswertungsprojekte oder Machine Learning eignet. Von Auftraggebern wird Python daher immer häufiger als Nice-to-have-Skill genannt, den Freelancer mitbringen sollten.

In den letzten zwölf Monaten gingen insgesamt 3.118 Projektanfragen für 336 Projekte, in denen Python-Spezialisten gesucht wurden, über unsere Server an die bei GULP registrierten Freelancer heraus. Das entspricht einem durchschnittlichen Anteil von 1,7 Prozent an allen Projektanfragen – eine auf den ersten Blick niedrige Zahl, doch das ist der Vielgestaltigkeit des Projektmarkts geschuldet. Selbst etablierte Sprachen wie JavaScript oder C/C++/C# kommen in den Nachfragewerten des GULP Projektmarktindex auf einstellige Werte.

Pro Projekt wurden im Schnitt 9,3 Python-Experten kontaktiert – deutlich weniger als im Durchschnitt für alle Projekte. Das kann auf der einen Seite heißen, dass die Anforderungen an Python-Spezialisten eindeutiger formuliert werden und sich somit schneller der passende Experte findet. Auf der anderen Seite könnte es aber auch schlichtweg sein, dass noch nicht so viele Python-Entwickler zur Verfügung stehen, um eine höhere Kontaktierungsquote zu erreichen.

Nachfrage: Langzeitentwicklung ist interessant

Trend: Nachfrage Python in den letzten zwölf Monaten

Die Nachfrage-Entwicklung der letzten zwölf Monate zeigt wie so oft deutliche Höhen und Tiefen. Der Spitzenwert konnte im Mai erreicht werden mit einem Anteil von 2,4 Prozent an allen Projektanfragen. Im Herbst zeigte sich eine deutliche Senke, die Monate Oktober und Dezember brachten den Tiefstwert (jeweils 0,8 Prozent) der Projektanfragen. Trotz des steilen Anstiegs im Januar 2018 zeigt die Trendlinie für die letzten zwölf Monate deutlich nach unten.

Trend: Nachfrage Python in den letzten drei Jahren

Dass Python trotz allem an Fahrt gewinnt, zeigt ein Blick auf die Dreijahres-Entwicklung. Hier zeigt sich 2017 als ein Hoch-Jahr, was die Nachfrage-Werte angeht. Ob sich der positive Trend 2018 fortsetzt, bleibt abzuwarten.

Stundensätze: Luft nach oben

 

76,81 Euro haben die kontaktierten Python-Spezialisten in ihrem GULP Profil im Schnitt eingetragen. Damit liegen sie deutlich unter dem Gesamtdurchschnitt von 80,27 Euro. Hier ist also noch Luft nach oben.

Dadurch liegt der Scheitel der Stundensatz-Verteilungskurve auch etwas weiter links als bei der des Gesamtdurchschnitts (beige). Sie ist zudem auch etwas spitzer, was darauf hinweist, das sich das Gros der Python-Spezialisten einig ist bei ihren Forderungen: 84,7 Prozent forderten einen Stundensatz zwischen 60 und 90 Euro.

Top Drei Regionen

Schlüsselt man die Projektnachfrage nach Regionen auf, zeigt sich ein gewohntes Bild: Jedes fünfte Projekt (20,2 Prozent) wird für den Großraum München (Postleitzahl-Region 8) ausgeschrieben. Es folgt das Bankenzentrum Frankfurt am Main (Postleitzahl-Region 6). Das Gebiet Berlin/Brandenburg (Region 1) ergattert sich den dritten Platz.

Doch in Sachen Stundensatz sind die Berliner nur auf dem drittletzten Platz mit 74,71 Euro. Nur Nordbayern (Postleitzahl-Gebiet 9; 73,26 Euro) und der Rest der neuen Bundesländer (Postleitzahl-Gebiet 0; 71,58 Euro) stehen noch schlechter da. An der Spitze liegen naturgemäß die Schweizer mit umgerechnet 91,87 Euro pro Stunde. Gewinner in Deutschland sind nicht die Münchner, sondern der Nordwesten der Republik (Postleitzahl-Region 2 rund um Hamburg) mit 78,57 Euro. Die Nachfrage-Spitzenreiter mit den Postleitzahl-Anfängen 6 und 8 liegen im innerdeutschen Ranking mit jeweils rund 77 Euro Stundensatz auf den Rängen 4 und 5.

Lesermeinungen zum Artikel

0 von 5 Sternen | Insgesamt 0 Bewertungen und 4 Kommentare

  • Durchschnittsstundensatz

    Freelancer am 03.03.2018 um 18.44 Uhr

    In Ihrem Artikel schreiben Sie, der Stundensatz-Gesamtdurchschnitt für alle Projekte betrüge 80,27 €. In einem anderen GULP-Artikel (https://www.gulp.de/knowledge-base/17/iv/mehr-ist-mehr-3-prognosen-zum-stundensatz-2018.html) sprechen Sie von 90 €. Was ist richtig ?

    Antwort von der GULP Redaktion

    Lieber Leser,

    vielen Dank für Ihre Nachfrage. Die unterschiedlichen Stundensatzbeträge rühren daher, dass wir leicht unterschiedliche Daten heranziehen und sie unterscheiden sich auch in der Frage, ob im Stundensatz auch Nebenkosten wie Spesen etc. einberechnet sind. Bei unserer Freelancer Studie fragen wir den Stundensatz ab, den die Umfrageteilnehmer in ihrem letzten Projekt tatsächlich erhalten haben und zwar All-INCLUSIVE. Daher der höhere Betrag von 90 Euro. Die 80,27 Euro sind der All-EXCLUSIVE-Stundensatz, den die in den letzten 12 Monaten kontaktierten Freiberufler in ihrem GULP Profil eingetragen haben.

    Kurz gesagt: Hier in diesem Quick-Check finden Sie die Forderungen der letzten zwölf Monate. In der Freelancer-Studie erhalten Sie die tatsächlich gezahlten Stundensätze (all-inclusive).

    Wir hoffen, die Erläuterung hilft.

    Mit freundlichen Grüßen
    Ihre GULP Redaktion

  • Sichtweise des Software-Ingenieurs

    Jürgen Novak am 02.03.2018 um 12.55 Uhr

    Ich habe schon mit allen möglichen Programmiersprachen gearbeitet u.a. viele Jahre mit C++.

    Die beiden hier geäußerten Meinungen, Python sei nicht für größere Projekte geeignet teile ich aus eigener Erfahrung nicht. Ich habe absichtlich von C++ zu Python gewechselt, als ich nach eigener anfänglicher großer Skepsis sah, um wie viel produktiver man mit Python sein kann. Selbstverständlich kommt die größere Leistungsfähigkeit der Programmiersprache auch mit einem Preis -- die Performance ist nicht immer optimal, aber damit kann man in den meisten Projekten leben und es gibt auch Möglichkeiten der Umgehung dieses Problems.

    Google hat im Übrigen nicht nur Build-Skripte sondern anfänglich ganze Web-Anwendungen mit Python gebaut (ebenso wie es viele Firmen auf der Welt tun) und das hatte seinen Grund: Man hat dort gesehen, wie viel schneller man diese Anwendungen fertig haben konnte. Alleine das entlarvt eigentlich den Mythos, Python sei nur für kleine Anwendungen geeignet als kurzsichtig und von Vorurteilen getragen.

    Ich selbst habe schon sehr große Web-Anwendungen mit Python gesehen und selbst welche erstellt. Das geht allerdings nicht, wenn man meint, man bräuchte für die Einarbeitung in Python nur einen Tag. Dem ist nicht so. Python ist eine leicht zu erlernende objektorientierte Programmiersprache, aber auch eine die ihre Eigenheiten und Besonderheiten aufweist.

    Ja, der Versionsumstieg von den 2.x Versionen zu 3.x ist sehr schlecht gelaufen, aber wenn man heute mit 3.x Python beginnt, hat man eine moderne und leistungsfähige Programmiersprache vor sich, mit der sich komplexeste Anwendungen bauen lassen. Nicht umsonst wird Python auch gerade in der Forschung sehr geschätzt.

    Und ja, die Sache mit den Einrückungen ist sehr gewöhnungsbedürftig und auch nicht nach meinem eigenen Geschmack. Deshalb aber die ganze Programmiersprache schlecht zu reden, blendet vollkommen aus, dass es keine einzige "perfekte" Programmiersprache auf der Welt gibt und auch nie geben wird.

    Vielmehr muss aus Sicht des Software-Ingenieurs die Frage lauten: Kann ich mein vorliegendes Problem mit dieser Sprache elegant lösen?

    Mit Python lautet die Antwort in vielen Fällen: Ja.

  • Python als Shell-Skript-Ersatz

    Claus Fischer am 28.02.2018 um 11.51 Uhr

    Der Artikel beruht auf der Erfahrung dass in USA eine hohe Nachfrage nach Python-Entwicklern existiert, insbesondere Ostküste, und relativ auskömmliche Stundensätze dort erzielt werden. Das ist in Europa nicht so.
    Python ist nicht so schwer zu erlerenen, daher würde ich eine Einarbeitungszeit von einem Tag für einen erfahrenen Programmierer ansetzen. Das ist der Grund, warum es bei CV-Matching keine Rolle spielen muss, sind erfahrene Personen auf der Bestellerseite, wird das so berücksichtigt werden. Python eignet sich gut für Skripting-Aufgaben, selbst Google verwendet es für Build-Sktripte etc. Leider gibt es bei Python einen Versionskrieg, viele, auch Google, sind auf Version 2.6 ff geblieben, die Version 3 hat sich nicht recht durchsetzen wollen, auch aufgrund von Inkompatibilitäten zu Version 2.
    Der Fortschritt und die reduzierten Wartungskosten durch bessere Lesbarkeit des Codes ist vor allen gegen Perl sowie Unix-Shellskripte erheblich, aber Python kommt auch mit Schwächen daher. Die Einrückung bestimmt die Ebene im Code, was wirklich ein 60-Jahre-Konzept ist.
    Python eignet sich (zur Zeit) sehr gut für kleinere Aufgaben, insbesondere im Batch-Bereich. So die Erkenntnis.
    Mit Googles Programmiersprache Go steht schon der Ersatz für Python in den Startlöchern.

  • Kleine Skriptaufgaben

    Tom am 27.02.2018 um 16.18 Uhr

    Ich habe es gelegentlich verwendet, meine Begeisterung hält sich in Grenzen.
    Für kleinere Aufgaben im Umfang einiger 100 Zeilen ist es gut geeignet. Von einem größeren Einsatz muss ich - wie auch bei anderen Skriptsprachen - abraten. Eine OO-basierte Anwendung ab 30 Klassen würde ich niemals damit entwerfen.
    Ein Kunde Automotive-Zulieferer hat es versucht und ich durfte den Kode auf C# umschreiben.
    Vor der Strukturierung mit Einrückungen a la MS makefile gruselt es mich, die Typsicherheit der C-Sprachen existiert nicht.

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