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Die attraktivsten Branchen für Festangestellte und Freiberufler

GULP New Work Kompendium

10.03.2020
Gerd Meyring – Freiberuflicher Autor
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Zuhause ist es doch am schönsten: Obwohl sie ihre Fähigkeiten überall einsetzen könnten, halten drei von vier IT- und Engineering-Profis die IT- und Softwareindustrie für den Sektor, in dem sie die besten beruflichen Aussichten haben. IT-Spezialisten und Ingenieure, die eine feste Stelle haben, sehen dies sogar zu fast 83 Prozent so. Zwei von drei Freelancern finden diese Branche am attraktivsten.

Zu diesem Ergebnis kommt das GULP New Work Kompendium. An ihr nahmen zwischen Herbst 2018 und September 2019 insgesamt 1.907 IT- und Engineering-Profis teil. Erstmals wurden neben Freelancer auch Festangestellte, Angestellte in Arbeitnehmerüberlassung, Teilzeitangestellte sowie Auszubildende befragt. Die Umfrage gibt Aufschluss darüber, wo IT- und Engineering Experten am meisten verdienen, wie sich ihre Arbeitswelt gestaltet und welche Trends und Entwicklungen am Markt diese beobachten. In diesem Auszug fragen wir, welche Branchen die attraktivsten sind, wo die berufliche Zukunft liegt und in welchem Bereich sich die Experten am meisten Sorgen machen. Eine berechtigte Frage in Anbetracht der schwachen Konjunktur. 

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Freelancer bevorzugen Dienstleistungsbranchen

Insgesamt beurteilten dabei festangestellte IT- und Engineering-Spezialisten Industriebranchen etwas besser. Freelancer neigten eher Dienstleistungssektoren wie Banken und Finanzdienstleistern, der Telekommunikation und Beratungshäusern sowie dem IT- und Softwaresektor zu. Sie sehen lediglich die Automobilindustrie unter den fünf aussichtsreichsten Sektoren. Knapp sechs von zehn freien IT-Profis und Ingenieuren halten sie für die attraktivste Branche. 

In der Wertschätzung der festangestellten Befragten landet die Automobilbranche dagegen auf Platz zwei der attraktivsten Branchen. Das ist ein Rang höher als in der Beurteilung durch freiberufliche IT- und Engineering-Profis.

Festangestellte Kollegen halten auch den Verkehrs- und Transportsektor für eine der fünf aussichtsreichsten Branchen. Die Karrierechancen dort beurteilt jeder zweite Festangestellte als besonders gut. Bei den befragten Freelancern taucht die Logistik unter den fünf attraktivsten Branchen gar nicht auf. 

Die bessere Beurteilung von Industriesektoren durch Umfrageteilnehmer, die zum Zeitpunkt der Studie fest angestellt waren, könnte daher kommen, dass vor allem Unternehmen aus industriellen Branchen während der Hochkonjunktur von 2016 bis zum ersten Halbjahr 2018 zahlreiche neue Planstellen geschaffen haben. 

Die aussichtsreichsten Branchen für IT-Experten und Ingenieure 2020

Beratungshäuser bezahlen Freelancer am besten

Freie IT-Spezialisten rechnen in keiner anderen Branche einen höheren Stundensatz ab als in der Beratung. Fast 130 Euro netto inklusive Spesen und Reisekosten schreiben sie ihren Kunden dort im Schnitt pro Stunde auf den Deckel. Banken und Finanzdienstleister landen mit einem durchschnittlichen Stundensatz von gut 102 Euro auf Platz zwei, Energieversorger mit nur marginal geringeren Honoraren auf Rang drei.

Festangestellte Ingenieure und IT-Profis verdienen dagegen in der Elektronikindustrie am besten. Dort zahlen ihnen Arbeitgeber im Schnitt 102.500 Euro brutto im Jahr. Unternehmen in der Luft- und Raumfahrt entlohnen Software- und Engineering-Spezialisten durchschnittlich mit 100.500 Euro im Jahr. Damit belegen sie den zweiten Platz. Auf Rang drei landen in dieser Teilgruppe Beratungshäuser. Sie zahlen fest beschäftigten IT-Mitarbeitern und Ingenieuren im Schnitt ein Jahresgehalt von gut 95.000 Euro.

Die lukrativsten Branchen für IT-Experten und Ingenieure 2020

Es wäre zu erwarten, dass festangestellte und freiberufliche IT-Experten und Ingenieure Freunden und Bekannten eher empfehlen würden, sich selbstständig zu machen, je mehr sie in ihrer jeweiligen Branche verdienen. Dem ist aber nicht so.

Irgendwas mit Medien – wo sich Selbstständigkeit am meisten lohnt

Nach Ansicht von Freiberuflern lohnt sich Selbstständigkeit am meisten in den Medien, gefolgt von Dienstleistungen für Energieversorger, die chemische und pharmazeutische Industrie sowie dem Handel. Erst auf dem fünften Platz taucht mit dem Banken- und Finanzdienstleistungssektor eine Branche auf, die sich auch in der Liste der fünf aussichtsreichsten Sektoren findet. 

Festangestellte IT- und Engineering-Profis halten die chemische und pharmazeutische Industrie für die am besten für eine Festanstellung geeignete Branche. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Dienstleistungen für Behörden sowie die Medienbranche. Elektronik schließt auf Rang vier ab, die Industrie auf Platz fünf. Erst an sechster Stelle findet sich mit der Logistik ein Sektor, den festangestellte Umfrageteilnehmer auch zu den fünf aussichtsreichsten Branchen zählen. 

Die empfehlenswertesten Branchen für IT-Experten und Ingenieure 2020

Existenzängste? So blicken Freiberufler und Festangestellte in die Zukunft

Als Marktbarometer fragte GULP im New Work Kompendium auch danach, in welchen Branchen sich freie und festangestellte IT- und Engineering-Profis die größten Sorgen um ihre berufliche Zukunft machen. In den Antworten der Umfrageteilnehmer in Festanstellung könnte bereits der konjunkturelle Abschwung zum Ausdruck kommen, der in der zweiten Jahreshälfte 2018 einsetzte. Nach Jahren des Wachstums schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal 2018 erstmals – um 0,2 Prozent. Das New Work Kompendium startete im September.

Festangestellte in der Industrie plagen Zukunftssorgen

Da verwundert es nicht, dass sich unter den fünf Sektoren, in denen sich die meisten festangestellten Ingenieure und IT-Profis Sorgen machen, drei Branchen aus der Industrie befinden. Denn diese wurde vom Abschwung besonders hart getroffen. Besonders pessimistisch sehen die Umfrageteilnehmer dieser Gruppe die Situation in Handel und Logistik. Dort macht sich jeder zweite festangestellte Engineering- oder IT-Profi Sorgen um seine wirtschaftliche Zukunft. In der Chemie- und Pharmaindustrie tun das immerhin 37,5 Prozent der Umfrageteilnehmer. Ähnlich negativ beurteilen sie die Aussichten in der Telekommunikation. 

In diesen Branchen fürchten angestellte IT-Experten und Ingenieure um ihren Arbeitsplatz

Freelancer fürchten in Dienstleistungsbranchen um Aufträge

Freelancern macht die schlechte Industriekonjunktur vor allem in der Elektronikbranche Sorgen. Mehr als jeder dritte Freiberufler beurteilt die Aussichten dort negativ. Schlechter ist die Stimmung nur unter den Freelancern, die für Beratungshäuser arbeiten. Von ihnen blicken fast 39 Prozent skeptisch in die Zukunft. Bei Banken und Finanzdienstleistern sowie in der IT- und Softwarebranche tut dies fast jeder dritte freie IT-Profi. Wie bei der Beurteilung der aussichtsreichsten Branchen überwiegen Dienstleistungsbranchen bei freien IT-Spezialisten und Ingenieuren damit auch bei den Sektoren, in denen sie sich Sorgen um ihre wirtschaftliche Zukunft machen.

In diesen Branchen sorgen sich IT-Freelancer und freie Ingenieure um den nächsten Auftrag

Einig sind sich festangestellte und freiberuflich tätige Umfrageteilnehmer bei der Einschätzung der Aussichten in der „klassischen“ Industrie – also etwa im Maschinenbau, metallverarbeitenden Betrieben oder Gießereien. Unabhängig von seinem Beschäftigungsstatus blickt hier rund jeder vierte Umfrageteilnehmer pessimistisch in die Zukunft. 

Während sich in der IT- und Softwarebranche fast jeder dritte Freelancer Sorgen macht, trifft dies bei nur jedem fünften Festangestellten zu. Vergeben Unternehmen aus dieser Branche in Zeiten des wirtschaftlichen Abschwungs weniger Aufträge an Freie, um die Kernmannschaft auslasten und im Betrieb halten zu können? Ist es zuhause also doch nicht immer so schön?

Weitere Ergebnisse des GULP New Work Kompendiums finden Sie in unserer Themenwelt.

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