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Wie finden Experten und Unternehmen zusammen? Die GULP Arbeitsleben Studie gibt einige Impulse dazu.
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Wie finden Experten und Unternehmen heutzutage zusammen?

GULP Arbeitslebenstudie 2021 – erste Ergebnisse

08.10.2021
Florian Schießl – Freiberuflicher Autor
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Sehr gute Weiterbildungsmöglichkeiten, moderne Arbeitsplatzkonzepte, attraktive Arbeitsräume. Stell dir vor, Unternehmen bieten dem Arbeitsmarkt unter großem Aufwand Vorteile an – und keinen interessierts. Das ist nicht bei allen Angeboten so. Aber zwischen dem, was feste und freie Expert:innen in Unternehmen suchen und dem, was diese bieten, gibt es unterschiedliche Prioritäten. Das ist eines der interessanten Fundstücke aus den Zwischenergebnissen der Arbeitsleben Studie 2021, die in Kooperation mit IT-Freelancer Magazin, manage it, Swiss IT Magazine, Computerworld.ch, Inside-it, ictjobs.ch und swissICT durchgeführt wird.

Auch der zweite Schwerpunkt bringt teils Überraschendes zutage: Freiberufliche bzw. festangestellte Expert:innen und Unternehmen – wo und wie finden diese für die Besetzung von Jobs und Projekte zusammen? Man möchte meinen, Unternehmen suchen genau dort, wo Spezialist:innen sich anbieten – oder umgekehrt. Auch hier gefehlt, wenn auch nicht weit.

Für diesen Zwischenstand der aktuell laufenden Umfrage ziehen wir die bisher eingetroffenen Antworten von 428 Teilnehmenden bestehend aus Freelancer:innen, Festangestellten und Unternehmensvertreter:innen heran.

Um das geht's: Welche Experten sind in welchen Branchen gefragt, welche Skills sind unerlässlich und wie hoch sind die marktüblichen Honorare?

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Wer sucht wo? Uneinigkeit beim Jobmarkt, homogenere Projektwelt

Wir fragten bei den Unternehmen nach, wie sie in der Regel an ihre Expert:innen kommen. Bei möglichen Mehrfachnennungen entstand folgende Reihenfolge: 48,6 Prozent rekrutieren direkt, etwas weniger (51,4 Prozent) nutzen Personaldienstleister wie GULP & Co. oder Headhunter. Auf Platz 3 folgen die Social Media Kanäle LinkedIn und Xing (zusammen 37,8 Prozent) und dahinter, abgeschlagen mit insgesamt 16,2 Prozent, Stellenbörsen bzw. Jobportale wie Indeed, Monster oder Stepstone.

Freelancer und Unternehmen: Man trifft sich bei Personaldienstleistern und in Social Media

Spannend wird es nun mit dem Vergleich der Antworten von Festangestellten und Freelancer:innen auf die Frage, wie diese an ihre Jobs bzw. Projekte kommen. Bei Freiberufler:innen zu einem Großteil (81,3 Prozent) über Personaldienstleister und Headhunter, rund die Hälfte (50,5 Prozent) verlässt sich auf das private Netzwerk oder Folgebeauftragungen und nur ein knappes Drittel (32,8 Prozent) schwört auf das Social Web. Man trifft sich also hauptsächlich bei Personaldienstleistern und in Social Media.

So finden Unternehmen und Freelancer zusammen

Der Weg in die Festanstellung führt meist über Stellenbörsen

Und feste Mitarbeiter:innen? Die werden mit großem Abstand über Jobportale und -Suchmaschinen zu solchen. Kumuliert kommen die Anbieter auf 121,8 Prozent, was bedeutet, dass statistisch gesehen, jeder aus dieser Personengrupppe mindestens eines der Portale in der Umfrage auswählte. Mit 67,5 Prozent geben etwa zwei Drittel davon an, über Social Media fündig zu werden. Auf Platz Drei (41,6 Prozent) landen die Karriereseiten von Unternehmen, knapp vor dem eigenen Netzwerk bzw. Empfehlungen (39,1 Prozent). Legt man diese Ergebnisse über die der Unternehmensvertreter, sticht sofort ins Auge: An Stepstone, Monster, Google for Jobs usw. führt für Suchende nach festen Jobs kein Weg vorbei, für Unternehmen rangiert dieser Pfad jedoch in der Rangfolge der Erfolgversprechenden auf dem letzten Platz.

So finden Unternehmen und Jobsuchende zusammen

Logisch sind die Verteilungen unterschiedlich, weil Unternehmen sowohl für die Suche nach freien als auch nach festen Mitarbeiter:innen geantwortet haben. Aber diese große Diskrepanz lässt dennoch darauf schließen, dass Firmen mit der vergleichsweise seltenen Nutzung von Jobsuchmaschinen und -Portalen viel Potential liegen lassen. Eine für beide Parteien stark akzeptierte Anlaufstelle scheinen hingegen die klassische Karriereseiten der Unternehmen zu sein (Platz 3 bei Festangestellten, Platz 1 bei Unternehmen), wenngleich bei den Unternehmen in dieser Antwortoption auch das eigene Recruiting mit dazu zählt.

Wie attraktiv sind Unternehmen für Freelancer?

Gefragt wurde ebenfalls, wie sich Unternehmen für externe und interne Expert:innen attraktiv machen. Und auf Seiten der Freelancer:innen und Festangestellten, welche Kriterien für sie bei der Projekt- bzw. Jobauswahl wie wichtig sind. Die top drei der Firmenangebote lauten “Flexibilität für mobiles und remotes Arbeiten” (70,3 Prozent), “Interesse an langjährigen Verbindungen” (64,9% Prozent) und “Sehr gute Weiterbildungsmöglichkeiten” (56,8%).

Was tun Unternehmen um attraktiv zu sein

Damit schlagen sie an den drei wichtigsten Prioritäten der Freelancer gänzlich vorbei. Von den Kriterien Stundensatz, fachliche Herausforderung und Auslastung findet sich keiner in der “Angebotsliste” der Firmen wieder. Immerhin: Der auf Platz Vier liegende Wunsch nach einem hohen Remote-Anteil, durchschnittlich mit 3,7 von 5 Punkten bewertet, wird von Unternehmen gemäß deren Angaben häufig erfüllt.

Freelancer: Corona stellt Prioritäten auf den Kopf

Ein Aha-Erlebnis gibt es durch den Vergleich der Liste der wichtigsten Kriterien für die Projektauswahl mit derjenigen aus dem GULP New Work Kompendium von 2019. Dort war der Punkt “Moderne technische Infrastruktur und Arbeitsmittel” noch auf Platz 14 der Kriterien, jetzt ist der inhaltlich sehr ähnliche Punkt “Technologischer Standard des Unternehmens” auf Platz 6 hochgerückt. Eine Folge der Corona-Krise, durch die Digitalisierung mehr im Alltag ankommt? Dafür spricht, dass auch die “Nähe zum Wohnort” 2019 noch auf Platz 2 war, und es heute auf Platz 7 abgerutscht ist. Wenn sowieso fast alles in Home-Office & Co. stattfindet, scheint die Entfernung zum Arbeitsplatz immer unwichtiger zu werden.

Top 5: Darauf legen Freelancer bei der Projektauswahl Wert

Festangestellte und Arbeitgeber: Mehr Einigkeit bei den Attraktivitätsfaktoren

Wenig überraschend treffen Unternehmen mit ihren Angeboten den Geschmack von Festangestellten schon besser. So gibt es gleich zwei Volltreffer in den oberen “Tabellenregionen”: Platz 2 bei den Wünschen der Festangestellten (Technologischer Standard des Unternehmens) passt gut zum Angebot einer modernen Arbeitsausstattung (Platz 4 bei Unternehmen). Und auch mit ihrem Interesse an langjährigen Verbindungen (Platz 2) zeigen Arbeitgeber, dass sie den Wunsch der Kandidaten für Festanstellungen nach einem unbefristeten Anstellungsverhältnis kennen.

Top 5: Darauf legen Jobsuchende bei der Jobwahl Wert

Doch auch in dieser Arbeitsmarktpaarung gibt es einige unerfüllte Wünsche: Menschen auf der Suche nach einem festen Job filtern auch stark nach Gehalt, Vergütung von Überstunden und Wochenarbeitszeit.

Entwicklung durch Corona: Sicherheit geht vor Region

Was zeigt der Vergleich mit der Vor-Corona-Welt von 2019? Wie auch bei den Freelancern legen die Festangestellten mittlerweile deutlich mehr Wert auf einen hohen technischen Standard an ihrem Arbeitsplatz (Platz 14 in 2019 auf  Platz 2 in 2021). Die Nähe zum Wohnort (Platz 3 damals, Platz 7 heute) hat auch bei den Festangestellten deutlich an Wichtigkeit verloren. Was kommt hier als Grund noch in Frage, außer einer Corona-bedingten Verschiebung des Arbeitsmittelpunktes nach Hause? Interessant ist auch, dass ein unbefristeter Arbeitsvertrag noch mehr an Bedeutung gewonnen hat (Platz 10 auf Platz 4). Geht mit dem weltweiten Wirtschaftsschock auch die Sorge um den eigenen Arbeitsplatz einher?

Umfrage läuft – jetzt noch teilnehmen

Die Datenlage ist Ihnen noch nicht aussagekräftig genug? Dann nehmen Sie jetzt noch an der Umfrage teil! Die Ergebnisse erhalten Sie exklusiv im Vorfeld. Seien Sie gespannt auf die Endauswertung der Arbeitslebenstudie, in der wir auch Fragen zu Skills, Honoraren und vielem mehr unter die Lupe nehmen.

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