a Randstad company
Login

GULP Stundensatz-Umfrage 2015: Zufriedenheit der Freelancer ungebrochen

19.11.2015
GULP Redaktion – Bernhard Krebs
Artikel teilen:

Im Leben eines Freelancers sorgen viele unterschiedliche Faktoren für Zufriedenheit. Daher wollen wir uns in diesem Artikel zur großen GULP Stundensatz-Umfrage die Arbeitssituation der Freelancer einmal genauer ansehen.

Eine kurze Auffrischung noch vorab:

Die GULP Stundensatz-Umfrage beschäftigt sich mit der finanziellen Situation und der Projektlage der IT-und Engineering-Freelancer in Deutschland. Es werden unter anderem die Themenbereiche Honorar, Jahresumsatz, Branche, Unternehmensgröße, Zufriedenheit sowie Markttrends abgefragt. Die Umfrage wurde sechs Monate lang online und anonym durchgeführt. Partner der Erhebung waren die Computerwoche, 4freelance.de, mediafon.net, ich-bin-mehr-wert.de, exali.de, das E-3 Magazin und Markt & Technik.

Reine Arbeitszeit für den Kunden

Workaholics oder Müßiggänger: Nicht wenige Selbstständige stehen vor dem Phänomen, dass ihnen gerne das eine wie das andere unterstellt wird. Dabei sieht das entsprechende Umfrage-Ergebnis zumindest bei den selbstständigen IT- und Engineering-Experten beinahe schon konventionell aus: Im Schnitt arbeiten die 1.142 Teilnehmer an der GULP Stundensatz-Umfrage 37 Stunden pro Woche am/im Auftrag der Kunden.

GULP Redaktion

Davon gaben 56,5 Prozent eine Wochenarbeitszeit von 31 bis 40 Stunden an, wobei 40,3 Prozent genau 40 Stunden in der Woche im Projekt tätig sind. Durchaus analog zu ähnlichen Umfragen bei angestellten Managern und Führungskräften mit Hang beziehungsweise Zwang zu Überstunden sind es 21,5 Prozent, die bis zu 50 Stunden pro Woche im Projekt verbringen. Lediglich 2,6 Prozent arbeiten länger als 50 Stunden im Projekt.

Im Gegensatz dazu kommen 19,4 Prozent auf eine Wochenarbeitszeit von 30 Stunden und weniger – ob es an einem bewussten Teilzeitmodell oder (temporär) schlechter Auftragslage liegt, darüber lässt sich nur spekulieren.

Arbeitszeiteinteilung zugunsten der Projekte

Ein schärferes Bild vom Arbeitspensum der befragten IT- und Engineering Freelancer erhält man, wenn man den weiteren Aufwand in Relation zu den Stunden im Projekt setzt.

GULP Redaktion

Im Schnitt sind IT- und Engineering-Freelancer zwischen 18 und 19 Arbeitstage (149,1 Stunden) pro Monat für ihre aktuellen Kunden tätig. Dazu addieren sich knapp drei Tage (22,1 Stunden) pro Monat, die sie für ihr eigenes Unternehmen aufwenden: Sie bilden sich fort, akquirieren neue Projekte oder kümmern sich um Buchhaltung und Verwaltung. Diese Zeit wird dem Freelancer im Gegensatz zum Festangestellten jedoch nicht vergütet - weswegen er diese, ebenso wie Urlaubs- oder Krankheitstage, auf seinen Stundensatz umlegen muss.

Für die gesamte Wochenarbeitszeit ergibt sich damit ein Schnitt von rund 42 Stunden. In Anbetracht der Wochenarbeitszeit nach EU-Norm, also den 48-Stunden Maximalarbeitszeit, bewegen sich unsere Befragten also noch im grünen Bereich.

Arbeitszeit vor Ort rückläufig

Bei der Frage, wie viel Prozent der Arbeitszeit die selbstständigen IT- und Engineering-Experten vor Ort beim Kunden verbringen, zeigte sich die Verteilung wie folgt:

GULP Redaktion

Ein Trend? Während es im vergangenen Jahr 42,4 Prozent der Teilnehmer an der Umfrage waren, die ausschließlich vor Ort im Projekt arbeiteten, sind es diesmal nur noch 39,9 Prozent - ein Minus von 2,5 Prozentpunkten. Dafür lassen sich nach einem kurze Innehalten zwei Gründe finden: einen pragmatischen und einen politischen.

Erste Mutmaßung: Es wird mehr im Home-Office gearbeitet, weil mit fortschreitender Digitalisierung (zum Beispiel Cloud-basierte Zusammenarbeit), Akzeptanz moderner Arbeitsformen und offensichtlicher Vorteile (Zeiteinsparung bei der An- und Abfahrt) eine körperliche Anwesenheit der Experten vor Ort zunehmend als nicht notwendig angesehen wird.

Zweite Mutmaßung: Die zahlreichen diffusen Diskussionen um Scheinselbständigkeit und Werkverträge veranlassen Auftraggeber zu vorsorglichen „Fernhalte-Maßnahmen“. Grund: Gemäß der Deutschen Rentenversicherung spricht unter anderem eine Verpflichtung, in den Räumen des Auftraggebers oder an von ihm bestimmten Orten zu arbeiten, für eine Scheinselbstständigkeit. Viele Auftraggeber könnten daher versucht sein, jegliches Risiko dahingehend zu meiden und ihre Freelancer lieber ins Home Office zu schicken.

Info:

Die GULP Redaktion möchte diesen Fragen nachgehen und ist daher für Hinweise sowie Meinungen aus dem Leserkreis dankbar.

Finanzielle Situation

GULP Redaktion

Und schon kommen wir zur Frage der finanziellen Zufriedenheit unserer Freelancer. Wir wollten wissen, wie gut oder schlecht sie ihre Honorar-Situation einschätzen und fragten: Bleibt einem IT- und Engineering-Selbstständigen unterm Strich mehr zum Leben übrig als einem Festangestellten? Die für die eigene Zufriedenheit nicht unbedeutende Frage, die sich Freelancer immer wieder stellen, wird von 74,3 bejaht (27,3 Prozent „trifft voll zu“, 47,0 Prozent „trifft zu“). Im Gegenzug sind 25,7 Prozent (20,3 Prozent auf „trifft weniger zu“, 5,3 Prozent „trifft überhaupt nicht zu“) mit ihrer momentanen Situation unzufrieden.

Selbstverständlich ist es nicht dieser monetäre Vergleich allein, der die Zufriedenheit mit dem eigenen Job-Dasein bestimmt. Aber er gehört dazu – und entspricht übrigens in seiner Verteilung auch der Tendenz, die sich aus den Antworten auf die Frage „Freelancer aus Überzeugung“ ergibt:

GULP Redaktion

Nur sechs Prozent der 1.142 befragten selbstständigen IT- und Engineering-Experten sind mit ihrem Los weniger, beziehungsweise nicht, zufrieden. Ein Ergebnis, das kaum verwundert – befolgen doch Freelancer ein elementares Prinzip der Zufriedenheit: Sie bestimmen ihr Leben (weitgehend) selbst.

 

Wünschen Sie die genauen prozentualen Angaben und mehr Details, dann gelangen Sie hier zum freien Download der vollständigen GULP Stundensatz-Umfrage 2015.