Politisches Engagement im Bundesverband für selbständige Wissensarbeit

New Work, digitale Transformation, projektbasierte Teams und globale Märkte – in der heutigen Zeit verändern sich Unternehmen, Arbeitsformen und Produkte gefühlt im Minutentakt. 

Freiberufliche IT- und Engineering-Experten treiben diese digitale Entwicklung voran und gestalten sie. Sie sind eine zentrale Innovationskraft unserer Wirtschaft. In Deutschland sind heute bereits mehr als 300.000 freiwillig Selbständige in zukunftsorientierten Bereichen tätig. Dieser Wissenspool ermöglicht es den Firmen, die Expertise und Problemlösungskompetenz hochqualifizierter Spezialisten punktuell und temporär zu nutzen und so ihre Produktivität und Zukunftsfähigkeit gezielt zu erhöhen.

Deutschlands wahre Innovationstreiber

Freiberufliche Wissensarbeiter erlauben den deutschen Unternehmen und Behörden die effiziente Durchführung von Projekten. Sie kennen die Entwicklungen des Technologiemarktes und reagieren kompetent, kreativ und flexibel auf neue Anforderungen. Nur so bleiben Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft erhalten. Damit profitieren Arbeitsmarkt, Gesellschaft und Wirtschaft gleichermaßen vom flexiblen Einsatz hochqualifizierter selbständiger Fachkräfte.

Engagement für eine gesunde Projektwirtschaft

Gerade die politischen Entwicklungen in den letzten Jahren haben jedoch immer wieder gezeigt, dass die Politik in diesem Bereich zu Über- bzw. Fehlregulierungen neigt, die den Projekteinsatz von freiberuflichen Spezialisten erheblich erschweren.

Aus diesem Grunde engagiert sich GULP seit 2015 im Bundesverband Selbständige Wissensarbeit (vormals Allianz für selbständige Wissensarbeit, kurz ADESW genannt). Diese vereint führende Dienstleister für den projektbasierten Einsatz hochqualifizierter selbständiger Wissensarbeiter sowie hierzu assoziierte Partner. Die Mitglieder setzen sich für eine gesunde Projektwirtschaft in Deutschland ein. Dies gelingt durch gezielte Aufklärungsarbeit und aktives politisches Engagement.

Case 1: Protest-Kampagnen gegen Gesetzesentwurf

So haben die Mitglieder der ADESW in den Jahren 2015 und 2016 durch hochwirksame Protest-Kampagnen maßgeblich dazu beigetragen, einen Gesetzesentwurf zu stoppen, der katastrophale Folgen für die Projektwirtschaft gehabt hätte. Ein erster Kriterienkatalog, der von der damaligen Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) zur Abgrenzung der Scheinselbständigkeit eingebracht wurde, war derlei unzureichend formuliert, dass er IT-Expertenarbeit im Freelancing-Bereich beinahe unmöglich gemacht hätte. 

Die Kriterien entsprachen der aktuellen Prüfpraxis der Deutschen Rentenversicherung, die ohnehin unter starker Kritik steht, nicht zeitgemäß, willkürlich und schwer nachvollziehbar zu sein. Durch die Kampagne wurde die Übernahme dieser Kriterien nicht nur verhindert, der Bundestagsausschuss für Arbeit und Soziales hatte außerdem in seiner Beschlussempfehlung explizit darauf hingewiesen, dass die Neuregelung dem sachgerechten Einsatz von Werk- und Dienstverträgen und somit dem der modernen Projektwirtschaft und Expertenarbeit nicht entgegenstehen soll. Damit war die Bundesregierung endlich auf die Brisanz des Themas aufmerksam geworden.

Case 2: Sensibilisierungs-Kampagne zu Scheinselbständigkeit

Auch 2019 sorgte eine groß angelegte Kampagne zum Thema Scheinselbständigkeit für breites öffentliches Interesse. Ein Artikel im bekannten Wirtschaftsmagazin brand eins (Heft 09/2019) stellt die drastischen Auswirkungen des Feststellungsverfahrens auf selbständige Existenzen dar. Freiberufler erzählen darin ihre Geschichte und machen auf Missstände durch staatliche Eingriffe aufmerksam. Auf dem im Heft beiliegenden DIN A3 großen Plakat finden sich verschiedene Zitate von Freelancern, die eine Reaktion auf den sogenannten “Zukunftsdialog” des BMAS darstellen. Die Ausgabe inkl. Begleitschreiben wurde an alle Mitglieder des Deutschen Bundestages versendet, um erneut auf die Lage der Freiberufler hinzuweisen. 

Case 3: Aufräumen mit Vorurteilen

Weiteren Aufklärungsbedarf gab und gibt es nach wie vor zum Thema Altersvorsorge der selbständigen Experten. Gerne spricht die Politik vom Existenzminimum sowie schlechter Versorgung von Freelancern und pauschalisiert hier die Unterschiedlichkeit der jeweiligen finanziellen Situationen. 

Aus diesem Grunde beauftragte die ADESW 2018 das Institut für Demoskopie Allensbach, das eine Umfrage mit über 1.500 Solo-Selbständigen im IT-Bereich durchführte. Ergebnis: Die Lage der freiberuflichen IT-Experten ist alles andere als prekär, ganz im Gegenteil waren 95 Prozent der Befragten mit ihrem Einkommen sehr oder eher zufrieden. Dies zeigte deutlich, dass es notwendig ist, bei politischen Vorstößen zur Stärkung der Selbständigkeit mehr zu differenzieren.

Eintreten für einen fortschrittlichen Innovationsstandort Deutschland

Diese Tatsachen und auch die vergangenen Entwicklungen machen es mehr als deutlich, wie wichtig die aktive Mitsprache bei politischen Entscheidungen zum Wohle einer gesunden Projektwirtschaft in Deutschland ist. Dafür macht sich GULP stark.

“Wir sehen, dass wir mit unseren Aktionen viel am Bewusstsein der Politiker verändern können, aber auch, wie wichtig es ist, hier am Ball zu bleiben. Wir vom Bundesverband Selbständige Wissensarbeit werden uns weiter für unsere Kandidaten und Kunden einsetzen, damit die Projektwirtschaft gesund und Deutschland auch in Zukunft ein Innovationstreiber bleibt”, so Robert Bhuiyan, Executive Director bei GULP und Mitglied des Bundesverbands Selbständige Wissensarbeit e.V. 

Mehr zu unserem politischen Engagement im Bundesverband finden Sie auf der verbandseigenen Website.