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C#, im Land von Visual und .NET – Was kann dieser Skill in Sachen Stundensatz?

Quick Check C#

16.04.2018
GULP Redaktion – Maria Poursaiadi
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Seit mehr als einem Jahr nehmen wir uns alle Monate einen Programmier-Skill vor und analysieren diesen auf verschiedene Aspekte hin. Diesmal beäugen wir C# oder auch C-Sharp. Natürlich steht die Stundensatzentwicklung im Vordergrund. Auch von Interesse sind aber das Projektangebot und die regionale Verteilung der Projekte. Aber eines nach dem anderen …

Als Datenbasis dienten uns dabei der GULP Trend Analyzer, der GULP Projektmarktindex sowie der GULP Stundensatzkalkulator.

C# Key Facts: von Array, Operator, Visual Studio und .NET

  • Fragt man Google, so sind die am meisten gesuchten Begriffe im Zusammenhang mit C#: Array, Operator, Visual Studio und .NET. Auch ein Blick in die Projektangebote von GULP zeigt sehr ähnliche Tendenzen in den Beschreibungen der angefragten Skills.
  • Im Grunde genommen wurde in C# exklusiv für Microsoft Windows im Rahmen der .NET-Strategie (Visual C#) entwickelt.
  • Dennoch ist die Sprache an sich plattformunabhängig.
  • Sie ist eine typsichere, objektorientierte Allzweck-Programmiersprache und greift Konzepte der Programmiersprachen Java, C++, Haskell, C sowie Delphi auf.
  • C# wurde unter dem Code-Namen „Cool“ entwickelt. Dieser wurde später aus Marketing-Gründen geändert.
  • C-Sharp bezieht sich auf die Notenschrift und steht für eine Erhöhung um einen Halbton. Das Rautenzeichen (#) stellt außerdem vier Pluszeichen dar, was eine Erhöhung von C++ darstellen soll.
  • Seit 2014 ist ein Open-Source-Code von C# und Visual Basic verfügbar (Roslyn).

Der Projektmarkt für C#

Bis heute wird C-Sharp weiterentwickelt (neueste Version: .NET 7) und ist in vielen Bereichen nach wie vor relevant und gefragt. Mit der Programmiersprache können Entwickler eine Vielzahl robuster Anwendungen erstellen, die im .NET Framework ausgeführt werden. Hierunter fallen beispielsweise Windows-Clientanwendungen, XML-Webdienste, verteilte Komponenten, Client- / Serveranwendungen, Datenbankanwendungen und vieles mehr.

Über 200 Firmen suchten in den vergangenen zwölf Monaten einen C#-Spezialisten. Dabei gingen rund 9.000 Projektanfragen für insgesamt 757 Projekte bei GULP an die dort registrierten Freiberufler raus. Dies entspricht einem Anteil an allen Projektanfragen von rund 4 Prozent.

Ein vergleichsweise großer Wert, wenn man mit den Programmiersprachen Python (1,7 Prozent) oder PHP (1,5 Prozent) vergleicht, und ein vergleichsweise kleiner Wert, wenn man an Java (15,1 Prozent) Maß nimmt.

Pro Projekt wurden im Schnitt 11,8 C#-Experten angefragt, was dem allgemeinen Durchschnitt von 12 Anfragen sehr nahe kommt. Damit liegt der Schwierigkeitsgrad, einen passenden C#-Experten zu finden im „normalen“ Bereich. Dies könnte heißen, dass diese Spezialisten zumindest den Zahlen nach entweder zu Genüge vorhanden sind oder anders ausgedrückt: Der Skill wird nicht mehr oder weniger Hände ringend gesucht als andere.

Projektangebote für C#

Was die Entwicklung der Projektangebote in den letzten zwölf Monaten anbetrifft, haben wir es mit einem sehr volatilen Jahr zu tun. Wollte man hier von einem Trend sprechen, dann zeigt dieser eher nach unten.

Entwicklung der Projektangebote zu C# in den letzten zwölf Monaten

Doch dies ist letzten Endes nur deswegen der Fall, weil die Monate Mai bis August eine erhöhte Nachfrage auf sich vereinen, während die nachgelagerten Monate insgesamt zwei Nachfrageeinbrüche auf 2,8 Prozent verzeichnen. Fraglich ist, ob diesem Trend Glauben geschenkt werden kann oder ob die Betrachtung einer längeren Zeitspanne zu einem anderen Ergebnis führt.

Wir erweitern unsere Analyse über weitere zwei Jahre und ziehen die Trendlinie ab März 2015:

Über drei Jahre geglättet, zeigt sich nun die rote Linie zumindest zum jetzigen Zeitpunkt als ein hauchdünner Aufwärtstrend, der sich über die nächsten Jahre aber eindeutig beweisen muss. Interessant sind immer wieder die erheblichen Einbrüche in der Nachfrage, die vom jeweils letzten Angebotshoch kaum einen Monat entfernt sind. Diese Downs testen immer wieder die 2,8-Prozent-Linie an, ohne sie zu durchbrechen.

Entwicklung der Projektangebote zu C# in den letzten drei Jahren

Honorare für C#-Programmierer: Jenseits der 100 Euro wird es dünn

Der durchschnittliche Stundensatz für C#, der in den GULP Profilen eingetragen wird, beträgt 74,23 Euro und liegt damit deutlich unter dem Gesamtdurchschnitt von 80,73 Euro. Blickt man in den Projektmarktindex und zieht einen Vergleich zu den Programmier-Skills Java mit durchschnittlichen 80 Euro und ABAP4 mit 93 Euro, so ist noch Luft nach oben. Lediglich die Skills PHP (72 Euro) und Basic (74 Euro) schneiden im Durchschnitt schlechter ab.

Doch wenden wir unseren Blick noch einmal den Profilauswertungen zu: Wie sieht die Verteilung der Stundensätze in einem Spektrum von 30 bis 150 Euro aus?

Stundensatzverteilung für C#

Hier sieht man, dass in immerhin 45,5 Prozent der Profile einen Stundensatz zwischen 80 und 100 Euro eingetragen haben. Auf der anderen Seite der Wippe sitzen 17,6 Prozent mit einem durchschnittlichen Stundensatz zwischen 40 und 60 Euro. Immerhin: Es gibt einige wenige Experten, die über die 100-Euro-Marke (4 Prozent) kommen und zeigen, dass auch hier Spitzenstundensätze möglich sind.

C# in deutschsprachigen Regionen

Schlüsselt man die Projektnachfrage nach Regionen auf, zeigt sich ein ungewohntes Bild insoweit, als dass kein Gebiet in Deutschland im Hinblick auf die Anzahl der Projekte deutlich dominiert. Entsprechend sind die Spitzenreiter auch von den Werten her eher flach unterwegs. Die Regionen mit den Postleitzahlen 6 (Region um Mannheim, Frankfurt am Main und Kaiserslautern) und 8 (Region um München, Ingolstadt und Augsburg) vereinen gerade einmal zusammen rund 35 Prozent aller Anfragen auf sich. Das Gebiet Bonn, Köln und Koblenz (Region 5) ergattert sich mit 10,5 Prozent den dritten Platz.

Postleitzahlen-Gebiete mit den meisten Projektangeboten für C#

Aber wo verdienen C#-Entwickler am meisten? Die Antwort ist etwas umständlich: Da, wo sie am meisten gebraucht werden – fast.  Denn die Regionen 8 und 5 liegen ein wenig über dem Durchschnitt – nämlich bei um die 76 Euro. Die Region 6 liegt mit 74,60 Euro genau auf Niveau. In Deutschland liegt lediglich das Postleitzahlen-Gebiet 4 (Münster / Dortmund / Essen) über dem Durchschnitt und zwar bei 77,90 Euro. Österreich hält sich unaufgeregt bei 76,80 Euro, während die Schweiz natürlich wieder die Preistabelle mit umgerechnet 95,50 pro Stunde Euro anführt.

Aktuell offene Projektpositionen

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