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VGSD greift Beitragsregelung der GKV für Selbstständige an

Jetzt Petition unterschreiben!

01.09.2017
GULP Redaktion – Maria Poursaiadi
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Der VGSD (Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland e.V.) setzt sich seit 2012 für die Belange von Freiberuflern und Selbstständigen ein und sorgt unter anderem durch verschiedene Petitionen dafür, dass diese in der Öffentlichkeit und in der Politik wahrgenommen werden. Ihre Petition zum Thema „Rechtssicherheit für Selbstständige und ihre Auftraggeber“ wurde von über 20.000 anderen Mitzeichnern unterstützt und im Mai letzten Jahres an den Bundestag übergeben.  

Jetzt geht der VGSD, geführt von Dr. Andreas Lutz, ein neues Thema an und fordert: „Einkommensabhängige Beiträge für Selbstständige – die Benachteiligung beenden!“ Mit dieser Petition pocht der Verband auf gerechtere Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung für Selbstständige. Die derzeitigen Regelungen sind nach Meinung des VGSD ungerecht: hohe Mindestbeiträge, die bis zu 43 Prozent des Einkommens ausmachen. Die Bemessungsgrundlage ist auch bei mittleren und höheren Einkommen 20 Prozent höher als bei Angestellten. Zudem wird sich mit einer zum 1. Januar 2018 in Kraft tretenden Gesetzesänderung die Situation noch weiter verschärfen. Bis dahin will der VGSD ihre Petition vorgelegt haben. „Wenn es uns gelingt, faire Krankenkassenbeiträge durchzusetzen, können viele Selbstständige das gesparte Geld in ihre Altersvorsorge investieren. Damit wird der Druck auf die Politik abnehmen, eine sehr weitgehende Rentenversicherungspflicht und noch strengere Regeln zur Scheinselbstständigkeit zu beschließen“, erklärt Dr. Andreas Lutz.

 

Mehr Informationen zur Petition erfahren Sie im Interview mit Dr. Lutz:

Die Forderungen der Petition auf einen Blick:

  • Die Bezugsgröße für die Berechnung der Mindestbeiträge zur gesetzlichen Renten- und Pflegeversicherung muss auch für Selbstständige auf 450 Euro/Monat gesenkt werden.
  • Die Bemessungsgrundlage muss vereinheitlicht werden. Es ist nicht einzusehen, dass Selbstständige zum Beispiel auf Mieteinnahmen Beiträge bezahlen, andere Erwerbstätige nicht.
  • Bei der Beitragsbemessung muss der Betrag, der dem Arbeitgeberbeitrag zur Sozialversicherung entspricht, ausgeklammert bleiben – wie bei Angestellten auch.
  • Die – u.U. um Jahre verzögerte – nachträgliche endgültige Festsetzung der Beiträge darf erst dann beginnen, wenn die Gleichbehandlung von Selbstständigen und Angestellten bei der Beitragsberechnung gesichert ist.

Lesermeinungen zum Artikel

3,5 von 5 Sternen | Insgesamt 4 Bewertungen und 2 Kommentare

  • Unterschrift

    Paul Müller am 09.09.2017 um 18.50 Uhr

    Es ist definitiv ungerecht, dass Selbständige weniger Leistung für die gleichen Beiträge erhalten. Es gibt z.B. keine Lohnfortzahlung, von daher ist das IMHO gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz. Ansonsten kann die KV bleiben wie sie ist, dem Gehalt angepasst.

  • Geschäftsmodell überdenken

    Kai-Ulrik Bräutigam am 08.09.2017 um 12.00 Uhr

    Sicher! Es ist vollkommen richtig, wenn die Beiträge für die Sozialversicherung für Selbstständige an die Realität angepasst werden. Soll heißen, wer viel einnimmt, soll auch viel zahlen. Wer wenig Umsatz macht, soll wenig zahlen.
    Aber ich frage mich angesichts der Zahlen im Artikel: Wer zahlt 43% seines Einkommens an Sozialversicherungsbeiträgen?

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