Studie zum IT-Mittelstandsindex – Freelancer-Einsatz noch verkannt

10.09.2015
GULP Redaktion – Maria Poursaiadi
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Die letztjährige große GULP Stundensatz-Umfrage hat ergeben, dass die meisten IT-Freelancer – und zwar mehr als 65 Prozent – von Konzernen ab 1.000 Mitarbeiter eingesetzt werden. Nur jeder dritte Freelancer wird demnach für IT-Projekte kleiner und mittelständischer Unternehmen engagiert.

Aus diesem Anlass gab GULP eine Studie im Rahmen des IT-Mittelstandsindex von techconsult in Auftrag, der die Personalsituation in den IT-Abteilungen deutscher Unternehmen beleuchten sollte. 200 Unternehmen der Größenklasse 10 bis 999 Mitarbeiter wurden befragt, welche Auswirkungen der IT-Fachkräftemangel bei ihnen auslöst und aus welchen Gründen er resultiert.

Ergebnisse des IT-Mittelstandsindex

Die Befragung sollte vor allem den aktuellen Status der Personalauslastung in den eigenen IT-Abteilungen der Unternehmen erfassen. 62,6 Prozent der Befragten gaben an, zwar eine eigene IT-Abteilung zu haben, 45 Prozent klagten aber gleichzeitig über einen Fachkräftemangel. Davon wiederum gaben 6,4 Prozent der Unternehmen an permanent unterbesetzt zu sein. Bei 20,2 Prozent der Unternehmen wäre das Tagesgeschäft zwar gut zu bewerkstelligen, für neue Herausforderungen würde allerdings das IT-Personal fehlen. Über das Jahr gesehen, treten beim Großteil (64 Prozent) der Unternehmen temporäre Engpässe auf. Bei 26 Prozent der Befragten handelt es sich um einen Zeitraum von 3 Monaten. Bei 36 Prozent der Befragten treten die Engpässe permanent über das gesamte Jahr auf. In der Konsequenz haben sich bei 21,7 Prozent der Unternehmen Projekte verzögert, wurden verschoben (12,3 Prozent). Bei einem geringen Teil wurden Projekte sogar ganz gestrichen (2 Prozent). Am schwersten davon betroffen sind die Projekte der Vertriebs- und Marketing-Abteilungen (30,5 Prozent).

Folgen für die Digitalisierungsprozesse

Der Fachkräftemangel in den IT-Abteilungen bedingt in den kleinen und mittelständischen Unternehmen nicht nur einen Verzug hinsichtlich beliebiger, niedrig priorisierter Vorhaben. Ganz besonders bleibt die Digitalisierung der Arbeits- und Produktionsprozesse auf der Strecke. Hier zeigten sich die Unternehmen recht unterschiedlich fortgeschritten: Fast jedes fünfte Unternehmen gab an, dass es hinsichtlich der Digitalisierung noch am Anfang stünde (26,1 Prozent). Gerade mal 8,9 Prozent gaben an, dass sie alle relevanten Prozesse digitalisiert hätten, während 1,5 Prozent der Unternehmen immer noch größtenteils analog arbeiteten. Gefragt nach den Hürden für die Digitalisierung, gaben 43,6 Prozent an, dass ihnen die Zeit für die Umsetzung entscheidender Prozesse fehlte. Bei 21,8 Prozent fehlten Mitarbeiter mit entsprechendem Know-how.

Einsatz von Freelancer verkannt

„Wäre die Kooperation mit IT-Freelancern für Ihr Unternehmen eine Option, um IT-Projekte umzusetzen?“ Auf diese Fragen antwortete rund ein Drittel mit einem „Ja“. 64 Prozent antworteten mit einem „Nein“. Interessanterweise führten davon nur 11,5 Prozent als Begründung „keinen Bedarf“ ins Feld. Was viel stärker ins Gewicht fiel, waren beispielsweise die fehlende Nähe zum Unternehmen sowie der mangelnde persönliche und regionale Bezug. Andere schätzten ihre Themen und interne Organisationsstruktur als zu unübersichtlich für einen Externen ein. Dabei ist es gerade die Stärke der heutigen IT-Freelancer, sich schnell und effizient in ein Projekt hineinzuarbeiten. Auch die diesjährige große GULP-Stundensatz-Umfrage zeigte deutlich, dass die meisten Projekte der Freiberufler unter einem Jahr dauerten. Eine schnelle Auffassungs- und Umsetzungsgabe ist für jeden professionellen IT-Freelancers selbstverständlich. Letztere Argumente scheinen aber nur die eine Seite der Medaille aufzuweisen. Es ist wahrscheinlicher, dass viele Unternehmen erst gar nicht die Idee des Einsatzes von Freelancern in Betracht ziehen, weil diese Möglichkeit noch nicht fest im Handlungs- und Optionsspektrum verankert ist. Interessiert sich dann ein Unternehmen für einen Freelancer, steht es vor der Frage, wo es denn den richtigen Spezialisten findet. Auch dafür gibt es bei GULP eine Lösung für kleine und mittelständische Unternehmen: Für die Recherche nach Spezialisten können Angebote wie beispielsweise GULP Direkt herangezogen werden. Nutzer der Datenbank können hier IT-Freelancer nach Fähigkeiten, Regionalität und Stundensatz-Forderung auswählen und ansprechen.

Fazit: Viele kleine und mittelständische Unternehmen haben einen Bedarf an IT-Fachkräfte, um die Digitalisierung voranzutreiben. Die Idee dem Mangel an Spezialisten durch Freelancer zu begegnen, muss noch mehr ins Blickfeld von Projektanbietern, Einkäufern und IT-Entscheidern gerückt werden.

 

Die ganze Studie zum IT-Mittelstandsindex kann hier heruntergeladen werden.