Umfrage-Ergebnis:

Vergütung von Bereitschaftsdiensten

18.01.2007
GULP Redaktion
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Bereitschaftsdienste sind auch in der IT-Branche gängige Praxis. Für die IT-Mitarbeiter bedeutet das, des Nachts, an Feiertagen oder Wochenenden immer erreichbar bzw. beim Kunden vor Ort zu sein, um im Notfall sofort arbeiten zu können. GULP hat Projektanbieter befragt, in welchen Positionen sie mit ihren externen IT-Mitarbeitern Bereitschaftsdienste vereinbaren und wie sie diese vergüten.

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Bei den meisten Projektanbietern bleiben auch externe IT-Mitarbeiter nicht von Bereitschaftsdiensten verschont: Zwei Drittel (64 %) vereinbaren diese hin und wieder mit ihren Externen; jeder Zehnte (9 %) trifft fast immer entsprechende Regelungen. Besonders oft davon betroffen sind IT-Administratoren und Software-Entwickler.

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Beide Positionen sind für einen reibungslosen Ablauf der Unternehmens-IT verantwortlich, so dass die in ihnen tätigen IT-Spezialisten öfters auch außerhalb der regulären Arbeitszeit erreichbar sein müssen. Sei es, um am Wochenende neue Hard- oder Software zu installieren oder auch spät Nachts noch Serverprobleme zu beheben. Interessant ist jedoch, dass es neben diesen klassischen Einsatzbereichen auch in der Qualitätssicherung (14 %), Beratung (9 %) und Projektleitung (9 %) durchaus vorkommen kann, dass IT-Selbstständige Bereitschaft machen müssen. Denkbar wären hier z. B. Situationen, in denen Projekttermine gefährdet sind.

In der Regel bedeutet Bereitschaft für den Mitarbeiter, während dieser Zeit örtlich gebunden und eingeschränkt zu sein. Ist seine Anwesenheit in der Firma nicht zwingend erforderlich, z.B. weil er remote tätig werden kann, muss er aber dennoch jederzeit telefonisch erreichbar sein und zeitnah reagieren können. Private Unternehmungen sind deshalb meist nur bedingt oder gar nicht möglich.

Der Dienst auf Abruf bedeutet also wenig Spaß, dafür eingeschränkte Freizeit und im Ernstfall zusätzliche Arbeit, die angemessen vergütet werden will. Dabei gibt es verschiedene Bezahlmodelle.

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Bei über der Hälfte (59 %) der befragten Projektanbieter erhält der externe IT-Mitarbeiter eine feste Pauschale für den Bereitschaftsdienst, unabhängig davon, ob er eine Leistung erbringen muss. Kommt es dann tatsächlich zu einem Einsatz, wird er für seine Tätigkeit zusätzlich auf Stundenbasis entlohnt. Ein IT-Freiberufler beschreibt das im GULP Diskussionsforum [Zugang mit Profil-Account] so: "Ein Viertel der Bereitschaftszeit wird bezahlt. Kommt es zum 'Einsatz', wird dieser voll bezahlt und die restliche Bereitschaftszeit (einsatzlose Zeit) wieder zu einem Viertel."

Weitaus weniger spendabel zeigen sich ein Drittel (36 %) der Projektanbieter, die den Bereitschaftsdienst nur bei einem Einsatz honorieren. Für sie ist das Verfügbarhalten mit dem normalen Stundensatz abgegolten. In solchen Fällen kommt es auf das Verhandlungsgeschick des IT-Freiberuflers an, der die Bereitschaft in seinen Stundensatz einkalkulieren wird. Die Höhe des berechneten Aufschlags ist dann sicherlich von verschiedenen Faktoren abhängig, wie z.B. Verhältnis zum Kunden, Höhe des normalen Stundensatzes, Projektlaufzeit usw. Gerade in den Positionen, in denen Bereitschaftsdienste üblich sind, sollten sich deshalb beide Seiten vor der Stundensatzverhandlung ein paar Gedanken machen.