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Die Ergebnisse unseres IT- und Technology-Checks 2015

20.03.2015
GULP Redaktion - Bernhard Krebs
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Alle Jahre wieder. Im Spätherbst veröffentlicht Gartner die IT und Technology-Trends des kommenden Jahres bzw. der nächsten Jahre. Wie die Vergangenheit zeigte, trafen die Prognosen des Marktforschers für IT-Organisationen und Anwender nicht immer ins Schwarze.

Überblick: Ins Ziel oder weit daneben?

GULP fragte deshalb traditionell bei denjenigen nach, die es wissen sollten. Und unterzog die „Top-Technology-Trends“ einem umfassenden Check. 103 freiberufliche und festangestellte IT-Experten nahmen an der Umfrage teil. Dabei zeigten sie je nach Trend sehr unterschiedliche Einschätzungen.

So herrschte bei „Innovativer Daten-Analyse“ (73 Prozent), „Computing Everywhere“ (72 Prozent) und „Lernfähige Systeme“ (65 Prozent) breite Zustimmung, während „Intelligente Maschinen“ (26 Prozent) und „Risikobasierte Sicherheitsmaßnahmen“ (19 Prozent) sehr skeptisch betrachtet wurden. Allerdings muss man hier zugeben, dass jeweils die meisten Teilnehmer die Antwortalternative „ich weiß nicht recht“ (40 und 48 Prozent) wählten.

Die Verteilung bei diesen beiden Trends verzerrt auch das Gesamtbild in der Hinsicht, dass die Teilnehmer an der Umfrage bei den anderen acht Trends jeweils ein deutliches Votum für oder dagegen abgaben, also durchaus eine klare Meinung haben.

Die Berechnung des Durchschnitts der Ergebnisse zeigt es: Generell wird nach Meinung der von GULP befragten IT-Experten Gartner mit seinen Trends nicht ganz so weit daneben liegen. Über alle zehn Voraussagen gemittelt, verteilen sich die Antworten folgendermaßen:

Top Tech-Trend 1: Computing Everywhere

Weil Nutzer stets und allerorts auf ihre Endgeräte zugreifen können, müssen sich Anbieter verstärkt um User-Experience-Design und den Nutzungskontext ihrer Apps und Software kümmern.

Ein klares Ergebnis und der zweite Platz im Wahrscheinlichkeits-Ranking. Fast drei Viertel der befragten IT-Experten sehen „Computing Everywhere“ als Chance und Herausforderung der kommenden Jahre. Selbst der tägliche Blick auf Deutschlands Straßen zeigt es. Die Menschen sind gerne überall und immer online.

Top Tech-Trend 2: Das Internet der Dinge

verdrängt weiter stationäre Computer – und bietet u.a. IT-Unternehmen neue Chancen.

Überraschend: Obwohl Trend 2 doch ins selbe Horn wie Trend 1 stößt, findet er ein Viertel weniger Freunde unter den Umfrage-Teilnehmern. Vielleicht liegt es daran, dass der Boom von handlichen Smartphones und Tablets die akute Notwendigkeit vom „Internet der Dinge“ in Frage stellen oder gar verzögern könnte?

Top Tech-Trend 3: Lernfähige Systeme

Kontextbasierte Systeme, die Informationen zusammentragen und vernetzen, sind im Vormarsch.

Auch hier ein deutliches Ergebnis für den Trend, was auch daran liegen kann, dass immer mehr IT-Experten genau in diesem Bereich tätig sind. Und aus praktischer Erfahrung wissen, wie rasant hier die Entwicklung erfolgt.

Top Tech-Trend 4: 3D-Druck

Spielzeuge, Schmuck und mehr – die Auslieferung von 3D-Druckern soll sich 2015 bereits verdoppeln.

Bei keinem Trend votierten so viele Teilnehmer an der Umfrage für „überschätztes Thema“. Die Vermutung liegt nahe, dass man es zwar erkennt, aber einfach nicht als relevant genug einordnet um es als Top-Trend auszurufen.

Top Tech-Trend 5: Innovative Datenanalyse

Angesichts der unüberschaubaren Datenmenge, die täglich zudem rasant wächst, werden eine bedarfsgerechte Analyse samt Filter sowie die sofortige Bereitstellung der benötigten Daten immer wichtiger.

Der Spitzenreiter unter den Top Tech-Trends. Eigentlich spricht er für sich selbst – man mag sich hier eher fragen, welche Bedenken die 27 Prozent Skeptiker haben?

Top Tech-Trend 6: Intelligente Maschinen

Digital-driven, human-enabled: Roboter und Maschinen übernehmen zunehmend die Arbeit und werden bis 2018 die Kosten betrieblicher Abläufe um bis zu 30 Prozent senken.

Roboter, Haushaltsgeräte, virtuelle Assistenten. Angesichts der Tatsache, dass sogenannte Intelligente Maschinen in allen Bereichen menschlichen Lebens unverkennbar auf dem Vormarsch sind, verwundert auf den ersten Blick die Vorsicht, die hier aus unserem Umfrageergebnis spricht. Liegt es an ambitionierten Prognosen (30% Kostensenkung), an diversen Schlagzeilen über Rückschläge – oder einfach an der „romantischen“ Abneigung gegen das Drohszenario, dass Menschen durch Computer ersetzt werden?

Top Tech-Trend 7: Cloud Computing

Eine Herausforderung bleibt die Synchronisation von Inhalten über verschiedene Endgeräte hinweg.

Dass es ein Thema unserer Zeit ist, steht außer Zweifel. Aber gleich ein Top-Trend? Nun, lediglich etwas mehr als die Hälfte der Umfrage-Teilnehmer sind dieser Meinung.

Top Tech-Trend 8: Virtuelle Server

Weil die Infrastrukturen digitaler Anwender den sehr unterschiedlichen Anforderungen flexibel gerecht werden müssen, wird Software-Defined-Networking immer wichtiger.

Signifikant ist der hohe Anteil an „ich weiß nicht recht“-Angaben. Nur bei zwei anderen Trends waren die befragten IT-Experten so unschlüssig – und auch hier mag der aufmerksame Beobachter argwöhnen, dass dies einzig daran liegt, dass das Thema mittlerweile zu selbstverständlich geworden ist um es als Top-Trend einzuordnen.

Top Tech-Trend 9: Skalierbare Web-Anwendungen

…rücken verstärkt in den Fokus – mit dem Ziel, verschiedene Kommunikationswege miteinander zu verbinden. Amazon, Google und Facebook machen es vor. 

Auch dieser Top Tech-Trend findet bei der Mehrheit der Umfrageteilnehmer Zustimmung. Wenn auch stattliche 44 Prozent der Relevanz dieses Themas vorsichtig bis ablehnend gegenüber stehen.

Top Tech-Trend 10: Risikobasierte Sicherheitsmaßnahmen

…garantieren ein Mindestmaß an Datensicherheit. Zum Beispiel: Eine App erkennt die Gefahr – und reagiert

Dieses Ergebnis besagt vor allem eins: Das Misstrauen ist groß, ob Datensicherheit möglich – und vor allem auch auf international breiter Ebene gewünscht und vorangetrieben wird. Mögen die Sicherheitsmaßnahmen und -systeme auch immer besser werden, die „Gegenseite“ lernt auch.