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Endstation für Innovationen in Deutschland?

Umfrage mit alarmierenden Ergebnissen

20.03.2019
GULP Redaktion – Monika Riedl
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GULP und der Verband der Gründer und Selbständigen Deutschland (VGSD) befragten Ende 2018 1.940 Selbststständige, hauptsächlich aus den Bereichen IT und Engineering, nach den Auswirkungen der Rechtsunsicherheit bei der Beauftragung von externen Experten. Liegen der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP „keine bekannten Daten“ vor, dass die unklare Rechtslage zu einem Verlust der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands oder dem Abwandern von Know-how führen könnte, zeichnet die Umfrage ein ganz anderes Bild. 59 Prozent der Befragten gaben an, Aufträge oder ganze Projekte verloren zu haben. Über 90 Prozent sahen den Grund für die vorzeitige Beendigung von Aufträgen und Projekten in Deutschland in der bestehenden Rechtsunsicherheit. Fast die Hälfte aller Befragten erwägt aus diesen Gründen die Auswanderung aus Deutschland.

Projektverlust: Betroffenenzahl nimmt seit 2016 zu

Mit fast 60 Prozent hat sich die Zahl der Betroffenen innerhalb von zwei Jahren verdreifacht. Bei einer ähnlichen Umfrage des VGSD In Zusammenarbeit mit Deskmag im Jahr 2016 zum Thema gaben nur 21 Prozent an, aufgrund drohender Konsequenzen hinsichtlich Scheinselbstständigkeit Aufträge oder Projekte nicht erhalten zu haben.

Ganze Projekte beendet

Von den 60 Prozent, die die Auswirkungen der mangelnden Rechtssicherheit zur Scheinselbstständigkeit zu spüren bekamen, berichten 33 Prozent „lediglich“ über vorzeitig beendete Aufträge, das heißt, die Aufgaben wurden anderweitig verteilt und Solo-Selbstständigen der Auftrag entzogen. In 26 Prozent der Fälle wurde – unabhängig vom Verlust eigener Aufträge – das ganze Kundenprojekt vorzeitig beendet und/oder Abteilungen bzw. Bereiche beim Auftraggeber aufgelöst.

Beendete Projekte ins Ausland verlagert

Auf die Frage, was mit den Projekten bzw. Aufträgen passiert sei, die aufgrund der unklaren Rechtslage nicht mit den Befragten weitergeführt wurden, gaben 53 Prozent an, dass diese (am deutschen Standort des Auftraggebers) eingefroren bzw. komplett beendet wurden. In 50 Prozent der Fälle wurde die Arbeit an andere externe Dienstleister vergeben. In 27 Prozent der Fälle fand eine Verlagerung ins Ausland statt, bei ganzen Projekten sogar 38 Prozent.

In mehr als 250 Anmerkungen und Kommentaren von Betroffenen wurde angegeben, dass selbstständige Auftragnehmer durch Zeitarbeiter ersetzt bzw. die Aufgaben an feste Mitarbeiter übergeben wurden.

Die Stammbelegschaft ihrerseits ist in der Regel schon so stark ausgelastet, dass die Verlagerung der Aufgaben auf sie mit starken Verzögerungen verbunden war bzw. zu einem Scheitern des Projekts führte. In einer kleinen Zahl von Fällen wurde versucht, weiter mit Selbstständigen zusammenzuarbeiten, diese aber häufiger auszutauschen. Dies war für den Projekterfolg jedoch ebenfalls nicht förderlich.

Negative Auswirkungen auf die Innovationskraft Deutschlands

Die Auswirkungen der aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen für IT-Projekte auf die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit von Deutschland bewerteten alle Befragten überwiegend negativ, wobei sich die Antworten abhängig von den persönlichen Erfahrungen erheblich unterschieden. Nur ein kleiner Teil der Teilnehmer (2 Prozent) sah einen positiven oder sehr positiven Effekt. Am meisten pessimistisch waren mit 95 Prozent diejenigen, die die Beendigung eines Projekts oder die Auflösung einer Organisationseinheit miterlebt hatten.

„Diese Zahlen sind alarmierend, denn in der Praxis sind Solo-Selbstständige und Freelancer als Projektunterstützung äußerst gefragt”, berichtet Michael Moser, Vorsitzender der Geschäftsführung bei GULP. „Sie bringen bei Projekten schnell und flexibel viel und tiefgehendes Know-how in die Unternehmen und sind so eine wichtige Stütze der Digitalisierung. Umso gravierender ist es, wenn diese wertvollen Wissensarbeiter ins Ausland abwandern.”

Auswandern von Experten wird zur Bedrohung für die Innovationskraft Deutschlands!

Die wahrgenommene Rechtsunsicherheit in Deutschland, der Verlust von Aufträgen und der befürchtete Rückgang von Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit führt dazu, dass ein überraschend hoher Anteil der IT-Selbstständigen erwägt, dem Standort Deutschland den Rücken zu kehren bzw. immer mehr Aufträge aus dem Ausland anzunehmen.

Wenn man alle Befragten (einschließlich der Nicht-Betroffenen) betrachtet, sagt nur eine knappe Mehrheit von 52 Prozent, dass sie einen Umzug nicht erwägt. Sechs Prozent haben sich bereits fest entschlossen, ins Ausland zu gehen. Weitere sieben planen, dies in den nächsten Jahren zu tun. Für 35 Prozent ist es eine Option, wenn sich die Situation in Deutschland weiter verschlechtert.

Dr. Andreas Lutz, der Vorstandsvorsitzende des VGSD, bringt es so auf den Punkt: „Die Große Koalition hat durch ihre Gesetzgebung für große Rechtsunsicherheit bei Selbstständigen und ihren Auftraggebern gesorgt. Die wirtschaftlichen Konsequenzen werden jetzt sichtbar: Große Unternehmen müssen ihre innovativen Projekte ins Ausland verlagern, um sie rechtssicher durchführen zu können. Fast die Hälfte der IT-Selbstständigen erwägt, das Land zu verlassen. Die Große Koalition muss dringend handeln, um weiteren Schaden von Deutschland abzuwenden." 

Lesermeinungen zum Artikel

4,5 von 5 Sternen | Insgesamt 13 Bewertungen und 10 Kommentare

  • kann ich bestätigen

    karsten am 28.03.2019 um 17.28 Uhr

    Die Zahl der Gefragten könnte noch etwas höher sein, aber im Prinzip kann ich die Feststellungen aus 20 Jähriger Projekterfahrung bestätigen. Viele Anwälte scheinen überfordert, qualifizierte Aussagen für die Zusammenarbeit mit Selbstständigen zu treffen und vernünftige Verträge auszuarbeiten. Dadurch wird das Management verunsichert, und schon wird nach "Patentlösungen" gesucht. Gerade mittelständische Firmen neigen dazu, im täglichen Wust der Arbeit rechtliche Probleme auszusitzen, um dann irgendwann panisch und undurchdacht über zu reagieren.

    Ich habe noch weitere Punkte zu ergänzen:
    * KREDITE: wir hatten Ende 2016 plötzlich hohen Finanzbedarf um unser Haus zu sanieren, aber darauf stellte sich heraus, dass ich als über 50 Jähriger plötzlich aufgrund der verschärften und leider undurchdachten Baufinanzierungs-Richtlinien (ca. im März 2016) überhaupt keinen Kredit bekommen kann. Denn in 10 Jahren kann ich das ganze Haus nicht auf 0 abzahlen! Im Prinzip bin ich ja dafür, dass man konservativ rechnet und schaut, ob ich das schaffen kann, aber ich kann das Haus doch in 10 Jahren verkaufen, und es ist doch bestimmt dann nicht Null wert, selbst wenn im schechten Fall der Hauswert garnicht mehr steigt (was er hier die ganze Zeit mit etwa 7,5% tut). Außerdem bräuchte ich doch ohne Haus Miete, und würde im schlimmsten Fall Wohngeld beantragen. Hier ist vom Gesetzgeber ein handwerkliche Fehler gemacht worden, der schnell bekannt wurde und meines Wissens nach immer noch existiert: hier behindert mich das Undurchdachte und Übereilte des Gesetzes, und die lange Frist, bis es endlich repariert wird.

    * BÜROKRATIE: z.b. die DSGVO, sie hat so viele Paragraphen, dass man mit gleichem Umfang ohne Probleme eine Verfassung formulieren könnte! Das ist doch lächerlich.

    * UNTERAUSSTATTUNG der Polizei und GERICHTE führt dazu, dass es auch keinen Sinn hat, den vorigen Hauseigentümer zu verklagen. Es dauert ca. 5 Jahre und die Chancen lassen sich kaum berechnen. Dazu kommen hohe Rechtskosten. Sprich: ich verzichte auf mein Recht, außer ich bin eine Firma und möchte Konkurrenten ärgern.

    * KRANKHEITSKOSTEN: ein Familienmitglied hat (unverschuldet!) ziemliche Probleme mit den Zähnen: trotz teurer Zusatzversicherung müssen wir wohl etwa 80 % der Kosten tragen, und das geht in die Zehntausende: Das Ergebnis des sinnlosen Sparens im Gesundheitssystem. Bei schwierigeren eher chronischen Gesundheitsproblemen wird man inzwischen fast alleine gelassen und darf hier fast alles selbst zahlen. Für Ärzte lohnt es sich nicht, solchen Fällen lange zuzuhören, schnell sind die drei Minuten pro Quartail um, die sich lohnen. Es ist so kurzsichtig: mit guter Verorgung könnte man ziemlich schnell alle Möglichkeiten abklopfen und saubere Diagnosen bekommen. Dann wäre man auch viel schneller wieder gesund und könnte Geld verdienen, statt 15 - 20 Jahre halb krank ohne klare Diagnose und mit diffusen Symptomen herum zu schleichen.

    * VERGANGENE POLITIKSÜNDEN: Wie z.B. das erst fast 100 Jahre nach Bekanntwerden der Gesundheitsgefahr von Asbest beschlossene Verbot: ich als Privatmann darf das dann auf eigene Kosten teuer sanieren! Und solche Stoffe gibt es viele verschiedene. Der Staat ist von der Ordnungsmacht schon halb zum Kumpan der der Industrie geworden, in einem Maße, das lächerlich ist. Als Selbstständiger habe ich aufgrund der Unsicherheiten im Aktienmarkt einen Teil der Rente auf "Betongold" aufgebaut.

    Auf jeden Fall ist die RECHTSUNSICHERHEIT für mich eine Belastung, die mich schon einiges an Zeit und Anwaltsgehalt gekostet hat. Ich zahle so viele Steuern, alles zusammen etwa 65 % der Brutto-Rechnungsbeträge, warum darf ich da gerade in privat schwierigen Zeiten nicht länger bei einem Auftraggeber arbeiten? Das ist doch meine Entscheidung, und wenn das Projekt interessant und der Kunde verlässlich sind, warum muss ich dann nur des Wechselns wegen mir den Aquiseaufwand und die Zeit nehmen?

    Im Prinzip hätte ich kein Problem, wenn Selbstständige (einkommensabhängig, Achtung Kleinunternehmer!) auch mindestens in eine Grundsicherung einzahlen, damit sie nicht später der Allgemeinheit auf der Tasche liegen, aber allen, die Selbstständige in die normale Sozialversicherung eingliedern möchten, versuche ich klar zu machen, dass sie dann auch Kosten übernehmen müssen. Z.B. müsste man chronisch kranke Leute dann eventuell mit 36 frühpansionieren und bis zum Lebensende bezahlen. Im Moment zahlen Seblstständige alles aus eigener Tasche und bilden sich dann irgendwann selbst in einem anderen Beruf aus, der noch zur Gesundheit passt.

    Und noch eins: AUSSENPOLITISCHE ABENTEUER: wenn man verfolgt, welche verbrecherischen Taten die Bundesregierung im Ausland neuerdings unterstützt, um militärstrategischen Interessen zu fördern und unliebsame Regierungen zu stürzen, wie so eine kleine Mini-USA (die ja selbst gescheitert ist), dann ist das eine weitere, neue Quelle von Risiko für Selbstständige.

    Ich merke beim Schreiben, wie tief der Frust sitzt!!!!

  • Nunja...

    Oliver am 28.03.2019 um 12.26 Uhr

    'Wir' sind mit Schuld.
    Ich erlebe seit 20Jahren in Großunternehmen nicht 'Rechtsunsicherheit' als Problem weil die Rechtsgrundlage wackelig ist, sondern weil Projektleiter, Sponsoren , Berater mit dem 'Legal' Thema nicht sinnvoll umgegangen wird.
    Partiell der deutschen Konzernkultur geschuldet sind Anwälte und gar externe Rechtsberater plötzlich Key Player denen man Blindkings vertraut und ganze IT Projekte an eine "Ausarbeitung" des 60jährigen Anwalts X hängt, der diese nicht Mal per E-Mail schicken kann.
    Als Business Analyst stehe ich da, argumentieren, belege dass andere Firmen einfache Wege für das Problem gefunden haben, zeige Alternativen auf etc.
    Aber Nein, es werden Ideen getötet oder overengineerte Monster gebaut weil "Herr Doktor Schickelhuber aus Legal" das gesagt hat.
    Managementversagen im Sinne des Verlusts von zielorientierter und angemessener Steuerung und Planung ist das Problem. Die Themen wie "Recht", nur der Auslöser. Je abstrakter das Thema umso schneller tendiert das Projekt dann gegen Katastrophe und da sind Legal Themen halt vor

  • Wie sich die Meinungen wandeln

    Alfred Münch am 28.03.2019 um 11.44 Uhr

    Ich kann mich nach Jahrzehnten auf allen Seiten der IT (Hersteller, Auftraggeber, Unternehmer für IT-Dienstleistungen, selbständiger IT-Dienstleister) nur über das Politikbashing wundern. Die Politik behindert niemanden, der sich selbst verdingen will, seine Arbeit und seine Kenntnisse so gut wie möglich zu vermarkten. Die Anbieterwelt der IT-Freelancer ist so heterogen wie die Auftraggeberwelt.
    Und es gibt nach der Internationalisierung der Märkte schon seit vielen Jahren auch eine zunehmende internationale Konkurrenz der IT-Dienstleistungen. In guten Zeiten, und das waren doch die vergangenen Jahre angeblich, haben alle ihre Freude und den Erfolg natürlich nur ihrer Leistung zu verdanken. In schwieriger werdenden Zeiten , wenn die Effekte des Markets andersrum wirken, kann es doch nicht sein, dass die eigene Klasse plötzlich niemand mehr sehen und haben will?
    Ich habe mehrere dieser Zyklen erlebt, den Crash zu Beginn des Jahrtausends, dann die Delle mit Beginn der Finanzkrise. Da haben bei Gott nur teilweise die Politiker die Finger am Abzug gehabt. Oft waren es die Zocker in der Wirtschaft, die erst Boom und dann Delle oder Einbruch provozierten. Und gelitten haben dann immer die Dienstleistungsfirmen, die Freelancer und die Mitarbeiter, denen teils von heute auf morgen die Aufträge oder die Jobs wegbrachen.
    Ist das vielleicht der Grund für manche heutigen Klagen? Wenn ich mir die Betrügereien und die Müher der Sanierung der Finanzwirtschaft oder die Kapriolen der Fahrzeugindustrie ansehe, sehe ich nur, dass hier statt Innovation das scheire Gegenteil stattfindet. Denen hat keine Politik vorgeschrieben, dass sie unfähig sein sollen.

  • Regulierungswut killt die ganze Branche

    Frank Plonus am 28.03.2019 um 11.22 Uhr

    Kann ich alles nur bestätigen. Schon seit der Ankündigung der neuen AnÜ Gesetze gab es nur noch Stornierungen, und fast nichts Neues mehr. Die sozialistische Politik, in diesem Fall die Aktivitäten von A.Nahles, töten wieder einmal eine ganze Branche ab.

  • Innovationsforschung seitens Auftraggeber

    Jürgen am 28.03.2019 um 11.20 Uhr

    die Auftraggeber sitzen wie das Kaninchen vor der Schlange. Von dort kommt die Innovationslosigkeit.
    Mit einer werkvertraglichen Gestaltung sind alle Probleme behoben. Es muss keiner auswandern.
    Eine Scheinselbstständigkeit ist dann komplett vom Tisch. Wenn ich mir ansehe, welche Lösungswege die Auftraggeber teils machen, dann gute Nacht.

  • Man hört davon

    Marc am 23.03.2019 um 12.48 Uhr

    Ich höre immer wieder von großen Unternehmen, die teils die Zusammenarbeit mit Freiberuflern ganz eingestellt haben. Vermittler versuchen aber auch immer wieder diese Geschichten als Werkzeug zu benutzen, um Freiberufler in die AÜ zu drängen - glauben darf man den Vermittlern da nicht alles, ich vermute die Wahrheit liegt in der Mitte. Ansonsten sehe ich in meinen Projekten, dass man versucht, Freie raumtechnisch zu isolieren, organisatorisch weniger einzubinden, Schilder mit Firmennamen aufzustellen und allerlei solche Dinge - in Projekte die es wegen der Rechtsunsicherheit nicht mehr (in Deutschland) gibt, komme ich ja erst gar nicht.

    Es ist insgesamt eine traurige Entwicklung. Eine Politik die scheinselbständige Fleischer oder Paketfahrer im Blick hat, schadet denen, die keinen Schutz brauchen - genausowenig wie es schutzbedürftige Anwälte, Steuerberater oder Mediziner gibt. Wir alle wissen, dass man den Nutzen der IT genausowenig messen kann, wie man den Nutzen eines Handys messen kann (nur die Kosten hat man auf bis zur dritten Nachkommstelle in zahllosen Excel-Sheets). Genauso würde das Sterben von rund 100.000-200.000 IT-Freiberuflern in Deutschland keine Zahlen erzeugen, die man unfähigen Politikern, die daran Schuld haben, vor die Nase halten kann. Diese Politikerschmarotzer lassen sich nicht nur vom Steuerzahler aushalten sondern schaden auch noch der Wertschöfpung in diesem Lande insgesamt. Auch ich schließe nicht aus, auszuwandern. Gottseidank dürfen deutsche Politiker nur in Deutschland pfuschen ! Ich habe jetzt über rund 20 Jahren meinen Kunden ordentlich Mehrwert gebracht - frei ! In der Wirtschaft ! Ohne Schutz ! In voller Eigenverantwortung ! Und dabei einen guten Teil dieser Wertschöpfung zurückerhalten - das hat sich für beide Seiten hervorragend gerechnet. Ich habe Dinge erreicht, die ich als Angestellter niemals erreicht hätte und ich lasse mich davon nicht von diesem Bundestag-Pöbel, von unfähigen Schmarotzern ohne jede Erfahrung in der freien Wirtschaft mit abgebrochenem Germanistikstudium oder Realschullehrern ohne Lust zum Unterrichten abhalten ! Unternehmen, die meine Leistungen schätzen gibt es gottseidank auf der ganzen Welt ! Sollte es 30 Jahre nach der DDR wieder mal Zeit für eine Abstimmung mit den Füßen sein, weil Deutschland scheinbar einfach anders nicht funktionieren kann, bin ich dabei !

  • Innovationsstandort Deutschland?

    Andre am 22.03.2019 um 11.15 Uhr

    Ich kann als Freiberufler die äußerst negative Auswirkung der neuen Gesetzgebung leider nur bestätigen. Das Wegbrechen der Nachfrage nach freiberuflicher Unterstützung, das Aufkommen neuer Modelle der Arbeitnehmerüberlassung mit denen man Freiberufler in nachteilige Beschäftigungsverhältnisse bringen will, sprechen eine eindeutige Sprache. Nach vielen Versuchen IT-Freiberufler zu Scheinselbständigen zu machen ist der letzte Versuch des Gesetzgebers dies zu erreichen leider sehr effektiv. Das liegt insbesondere an der Verschärfung durch strafrechtliche Bedrohung der Auftraggeber und Vermittler. Es scheint, dass der großen Koalition die Tätigkeit u.a. von IT-Soloselbständigen ein Dorn im Auge war. Dieses Problem hat man nun effektiv gelöst. Koste es, was es wolle und seien es die Existenzen der betroffenen Freiberufler. Was ist an einem solchen Gesetz sozial und gerecht, fragt man sich? Die Regierung tut wohl dann wieder etwas für mich (als dann ehemaligen Freiberufler), wenn ich einem 0815-Job nachgehe und dann auch weniger Steuern zahle. Innovationsstandort Deutschland?

  • Ich kann alle verstehen die aufgeben, aber ich bleibe frei(beruflich)!

    Armin am 22.03.2019 um 09.20 Uhr

    Als Freiberufler in der Informationssischerheit (IT Security, Datenschutz, Compliance) macht mir "die Regierung" ständig größere Sorgen.
    Ich hatte Projektverlust und Akquiseschwierigkeiten (!) Die GroKo greift in berufliche und damit auch familiäre Existenzweisen ein die Menschen sich aufgebaut haben. Sie können mit Eigenständigkleit (als kleine Vorstufe der Freiheit) einfach nicht umgehen, und zwar immer weniger wie ich finde. Das Prinzip der Ein-Personen-Beriebe wird immer unmöglicher gemacht, aufgrund vieler Regularien. Dabei ist es die älteste Erwebsform der Menschheit. Wenn wir Landwirte wären, hätten wir statt dessen eher noch Subventionen oben drauf bekommen. Ich kann diesen "Regierenden" nicht vertrauen.

    Übrigens: Nein, ich bin kein FDP-Freund, auch wenn diese Partei hier die einzige mit einer hilfreichen Position ist (das machen sie immerhin mal richtig). Wer aber Digitalisierung krampfhaft zuerst haben will und Bedenken ganz stolz hinten anstellt, und ansonsten nichts als eine Marketingkampagne ist, handelt einfach nur dumm und dümmer.

  • Genauso innovativ sind die Reaktionen großer Firmen

    Gregor Arz am 22.03.2019 um 06.33 Uhr

    Für die Selbständigen ist die Situation frustrierend. Was mich aber wundert ist, dass anscheinend keine der größeren Firmen dem Mut aufbringt gegen diesen Zustand vorzugehen. Alle geben klein bei und fügen sich. Wie so oft wird der Weg des geringsten Widerstands gegangen.

  • Muss ich leider voll bestätigen

    R am 22.03.2019 um 05.46 Uhr

    Ich war von 2004-2016 hauptsächlich IT Freelancer und auch sehr gerne und erfolgreich. Die beschriebene Problematik habe ich auch zunehmend beobachtet. In Kombination mit weiterer unerträglicher staatlicher Gängelei (z.B. Krankenversicherung für eine Familie als selbständiger Alleinverdiener - absoluter Horror) habe ich 2016 die Konsequenzen gezogen und führe seitdem ein bequemes Leben als Beamter, IT nur noch nebenbei. Das will Deutschland offensichtlich. Bringt unser Land bestimmt voran, wenn hochqualifizierte IT Ingenieure mit umfangreicher internationaler Projekterfahrung Akten wälzen.

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