Management von IT-/Engineering-Projekten: Die Zukunft ist hybrid

Ergebnis einer GULP Online-Umfrage unter Freelancern und Projektanbietern

27.08.2013
GULP Redaktion

Derzeit werden die meisten IT-/Engineering-Projekte noch nach der klassischen Projektmanagement-Methode durchgeführt, so das Ergebnis unserer Online-Befragung. Doch wie wird es weitergehen? Projektanbieter und Freelancer haben eine genaue (und einheitliche) Vorstellung von den zukünftigen Entwicklungen beim Projektmanagement: Die Zukunft ist hybrid. Vielleicht auch ein wenig agil. Aber klassisch – sicherlich nicht.

IT-/Engineering-Projekte: Bisher meist klassisches Projektmanagement

Wir haben in unserer Umfrage 223 Freelancern und Projektanbietern verschiedene Fragen zum Themenbereich „Projektmanagement-Methoden“ gestellt. Von den Teilnehmern gaben insgesamt 29 Prozent an, dass ihr letztes Projekt nach der klassischen Projektmanagement-Methode durchgeführt wurde. Doch bereits heute werden 24,2 Prozent der Projekte agil geleitet – und 22,4 Prozent hybrid, d.h. sowohl mit Elementen des klassischen als auch des agilen Projektmanagements.

Nach welcher Projektmanagement-Methode wurde das letzte Projekt, in dem Sie gearbeitet haben, durchgeführt?

Ein kurzer Exkurs: Was ist der Unterschied zwischen agilem und klassischem Projektmanagement?

Die Basis beim klassischen Projektmanagement bilden klar formulierte Ziele (SMART). Diese werden in einzelne, voneinander abgegrenzte Projektphasen, sogenannte Meilensteine eingeteilt, wodurch festgelegt werden kann, wann eine Projektphase abgeschlossen ist. Falls eine Änderung nötig ist, muss diese über vorher speziell festgelegte Änderungsprozesse abgewickelt werden. Sowohl von Freelancern als auch von Projektmanagern (insgesamt von 42 Prozent) wird die genaue Budgetvorgabe, die bereits von Anfang an festgesetzt ist, als Vorteil dieser Methode angesehen. Angelehnt ist das klassische Modell an bestehende, standardisierte Projektmanagement-Methoden wie etwa PMA, PMI oder PRINCE 2. Demnach ist es nicht verwunderlich, dass laut einer früheren GULP Umfrage im September 2011 die Skills PMI (41 Prozent), PRINCE 2 (40 Prozent) und GPM (25 Prozent) die gefragtesten Projektmanagement-Zertifizierungen waren.

Die agile Projektmanagement-Methode hingegen verhält sich vollkommen gegensätzlich zur klassischen Methode. Das Team ist selbstständig für die zeitliche Planung zuständig, die Entwickler organisieren ihre Arbeit selbst und der Projektmanager agiert nur als Moderator. Ziel ist es, dass sowohl das Management als auch die Steuerung mit so wenig Regeln und geringem bürokratischen Aufwand wie möglich auskommen. Regelmäßige Planungssitzungen dienen zur Überwachung der Entwicklungsfortschritte. Hauptziel des agilen Projektmanagements ist es den Softwareentwicklungsprozess flexibler gestalten zu können.

Agiles Projektmanagement ist der Favorit der Freelancer und Projektanbieter

Fokus IT-Projekte: Welche Projektmanagement-Methode schneidet in Ihren Augen bei welchem Aspekt besser ab?

Genau diese Flexibilität ist es, die sowohl Freelancern als auch Projektanbietern zu gefallen scheint: So schneidet das agile Projektmanagement in der GULP Umfrage in vielen Punkten wesentlich besser ab als das klassische. Vorteile werden vor allem bei der Kommunikation im Team (64 Prozent), dem frühzeitigen Erkennen von Fehlern (62 Prozent) und der Motivation der Teammitglieder (58 Prozent) gesehen. Nur bei der Einhaltung der Budget- (42 Prozent) und Terminvorgaben (33 Prozent) sehen die Teilnehmer einen Vorteil in der klassischen Methode.

Betrachtet man Freelancer und Projektanbieter getrennt voneinander, so fällt auf, dass 66 Prozent der Freelancer der Meinung sind, dass die Kommunikation innerhalb eines Projekts besser ist, wenn es agil geführt wird. Bei den Projektanbietern ist dies nur bei 54 Prozent der Fall, 34 Prozent von ihnen sehen keinerlei Unterschied zwischen den beiden Methoden, was die Kommunikation im Projekt betrifft.

Was am Ende des Tages zählt, ist die Qualität der Projektergebnisse, und hier sind sich Freelancer und Projektanbieter wieder einig. Insgesamt 33 Prozent aller Teilnehmer sehen hier keinen Unterschied zwischen der klassischen und der agilen Methode.

Trend: Hybrides Projektmanagement

Wo geht der Trend hin? In naher Zukunft immer mehr IT-/Engineering-Projekte...

Nun zu den Trends und somit zum Ausblick in die Zukunft:

Insgesamt sind 56 Prozent der Umfrage-Teilnehmer der Meinung, dass zukünftig immer mehr IT-/Engineering-Projekte nach hybriden Modellen durchgeführt werden. Noch immerhin ein gutes Fünftel der Umfrage-Teilnehmer (28 Prozent) geht davon aus, dass sich vor allem agile Projektmanagement-Methoden durchsetzen werden. Weit abgeschlagen ist die bisher noch dominierende klassische Methode, nur fünf Prozent sehen in ihr weiterhin das Modell der Zukunft.

Zum Abschluss ein kurzer Blick auf die Statistik: An unserer Umfrage haben insgesamt 223 User teilgenommen, 177 von ihnen waren Freelancer. 57 Prozent aller Teilnehmer – egal ob Freelancer oder Projektanbieter – sind im Projektmanagement tätig.

Statistik Umfrage-Teilnehmer: Was sind Sie?

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