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Marktstudie: Agiles Projektmanagement – Hochburgen & weiße Flecken

05.08.2015
GULP Redaktion – Bernhard Krebs
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2015 scheint ein Jahr der agilen Projektmanagement-Methoden zu werden: Die Anzahl der entsprechenden Projektanfragen stieg im ersten Halbjahr sprunghaft an. Dies spiegelt sich jedoch noch nicht in der Stundensatzforderung der Freiberufler wider. Wer profitieren will, muss sich in der richtigen Region umsehen: Die Nachfrage ist regional stark unterschiedlich, der sonstige Projektanfragen-Primus PLZ Gebiet 6 besitzt hier nicht die höchste Burg.

Auf der Projektmarkt-Höhe der Zeit. Nicht zuletzt die von GULP organisierten ProMaDays 2015 richten einen besonderen Fokus auf agile Projektmanagement-Methoden – aus gutem Grund, denn alle Zeichen stehen dafür, dass in den Unternehmen und IT-Projekten „agil“ bzw. „hybrid“ zunehmend den klassischen Projektmanagementmethoden den Rang ablaufen.

Wie „agil“ ist die Projektmanagement-Kompetenz der Freelancer in der GULP Profiledatenbank – Auskunft darüber gibt folgende Marktstudie mit umfassenden Daten aus GULP Trend Analyzer und GULP Stundensatz Kalkulator. Berücksichtigt wurden dabei agile Software Development Ansätze wie

  • Scrum
  • Test Driven Development (TDD)
  • Feature Driven Development (FDD)
  • Behavior Driven Development (BDD)
  • Dynamic Systems Development Method (DSDM)
  • Lean Software und
  • Kanban.

Zahl der Projektanfragen steigt

2015 scheint ein Jahr der agilen Projektmanagement-Methoden zu werden. Und zwar in doppelter Hinsicht, was die Zahl der Projektanfragen betrifft. In einem Umfeld, das anhaltend steigende Werte aufweist, wie wieder der jüngste GULP Projektmarktindex eindrucksvoll belegt, nimmt der Anteil der untersuchten Skills nochmals zu.

Konkret bedeutet dies: Nach 5,4 Prozent im Jahre 2013 und einem leichten Anstieg auf 5,9 Prozent im Vorjahr verlangen in den ersten sechs Monaten 10,4 Prozent aller Projektanfragen nach Freiberuflern, die auch Kenntnisse in mindestens einer agilen Projektmanagement-Methode vorweisen können. Wie bereits die aktuelle GULP Umfrage zeigte: Ob in Reinform oder hybrid: „agil“ ist gerade dabei, in den Unternehmen anzukommen.

Hochburgen und weiße Flecken

Knapp jede vierte (22,4 %) Projektanfrage nach agiler Projektmanagement-Expertise kommt aus dem Postleitzahlengebiet D8 mit dem Job- und Innovationstreiber München im Mittelpunkt. Zusammen mit der Automotive-Hochburg Ingolstadt und den Hochschulstandorten Augsburg und Passau hängt die bayerische Hauptstadt in dieser Betrachtung mit knapp sieben Prozentpunkten deutlich das Postleitzahlengebiet D6 (15,6 %) mit dem Bankenzentrum rund um Frankfurt am Main ab. Das ist eine durchaus ungewohnte Situation für den Projektanfragen-Primus vieler anderer Marktstudien.

Ebenfalls gefragt sind freiberufliche Experten von agilen Projektmanagement-Methoden in D1 (Berlin) mit 10,9 % der Anfragen, in D7 (Baden-Württemberg mit Stuttgart) mit 10,4 % und D2 (Hamburg) mit 9,2 % - letztlich folgt die Verteilung hier und auf den weiteren Plätzen den Ranking, wie sie Wirtschafts- und Innovationskraft sowie Arbeitsplätze vorgeben. Fast ein weißer Fleck auch in dieser Auswertung: Das Postleitzahlengebiet D0.

Im Fokus: Stundensätze

Der durchschnittliche Stundensatz der bei GULP eingetragenen Freelancer mit agilen Projektmanagement-Skills beträgt in Deutschland 72,1 Euro. Auffällig: Mit Ausnahme von D0 und D1, wo der Stundensatzdurchschnitt die 68 Euro-Marke nicht erreicht, befindet man sich bundesweit auf einem ähnlich hohen Niveau (72,9 bis 73,8 Euro). Monetär bleibt es also ohne Folgen, ob das Projekt in München, Frankfurt am Main oder Köln ist.

Signifikant ist zudem, dass man mit 72,1 Euro rund 4 Euro unter dem Stundensatz-Durchschnitt aller in der GULP Datenbank gelisteten IT-/Engineering-Freelancer bleibt. Eine Vermutung nach dem Grund führt in die Richtung, dass hier der Anteil von SAP-Experten mit aktuell durchschnittlich 90 Euro Stundensatz geringer ist.

Altersverteilung

Der demographische Wandel lässt grüßen: Der Altersdurchschnitt von IT-/Engineering-Freiberuflern nimmt generell immer weiter zu. Die hier zu beobachtende Alterspyramide trifft man mit kaum nennenswerten Abweichungen auch bei den Freelancern mit agilen Projektmanagement-Skills an. Und die besagt:

  • Fast die Hälfte (44 %) der erfassten Profile gibt ein Alter zwischen 40 und 50 Jahren an.
  • Deutlich über einem Viertel (31 %) ist 50 Jahre und älter.

Fazit

Kurz und bündig: Die steigende Nachfrage lässt keinen Zweifel daran, dass vorausschauende IT-Freelancer mit entsprechendem Fokus gut daran tun, sich zusätzlich agiles Projektmanagement-Know-how anzueignen und als Mehrwert-Skill ihrem GULP Profil hinzuzufügen. Sofern nicht bereits geschehen.