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SAP-Index 2. Quartal 2015: Potenzial nach oben

Stundensätze gut – aber wenigste Anfragen seit fünf Jahren

29.07.2015
GULP Redaktion – Bernhard Krebs
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Nein, es wird nicht langweilig. Abermals meldet der GULP IT-Projektmarktindex einen neuen Rekord und kann für das erste Halbjahr 2015 das beste Ergebnis seit 1996 verzeichnen: Insgesamt 93.490 Projektanfragen wurden von Anfang Januar bis Ende Juni über www.gulp.de und www.gulp.ch an IT-/Engineering-Freiberufler versandt – im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreshalbjahr mit 86.400 Projektanfragen bedeutet dies eine Steigerung um satte 8,2 Prozent.

Aber: Die Nachfrage nach externen SAP-Spezialisten verlief völlig dem Allgemeintrend entgegen. Mit 14.381 Anfragen verzeichnete man hier das schlechteste Halbjahresergebnis seit 2010 (1. Halbjahr mit 11.717 Anfragen).

Rekordhalbjahr trotz saisonaler Flaute

Verengt man den Fokus und betrachtet nur die Quartale, dann liegt das zweite Vierteljahr mit 45.582 Projektanfragen zwar hinter dem ersten Quartal mit dem Rekord von 47.908 deutlich zurück, es ist aber erheblich besser als das Vorjahresquartal mit 40.720 Projektanfragen. Unverkennbar: Die saisonale Flaute nach dem Winterhoch setzte also wie in den Vorjahren auch 2015 ein.

SAP-Nachfrage entgegen dem allgemeinen Trend

Was ist los bei den externen SAP-Experten bzw. mit den SAP-Projekten? Hatte die Zahl der Projektanfragen nach einem etwas schwierigeren 2014 im ersten Quartal 2015 mit durchschnittlich 2.438 Anfragen im Monat endlich wieder nach oben gezeigt, bedeuten 1.826 Anfragen im Monatsschnitt einen eklatanten Einbruch im zweiten Quartal.

Oder in absoluten Zahlen: 7.314 Anfragen im ersten Quartal stehen 5.479 in den folgenden drei Monaten gegenüber. Dieser Sturz wirkt besonders drastisch im Vergleich zur Summe aller Projektanfragen. Hier sank der SAP-Anteil um 20,8 Prozent von 15,3 auf 12,1 Prozent. Das heißt, dass nur noch 12 von 100 Projektanfragen an SAP-Experten gehen.

Stundensätze bleiben auf hohem Niveau stabil

Ungeachtet der Schwankungen in der Nachfrage steht weiterhin fest: SAP-Kenntnisse haben ihren Preis. Und der ist im Vergleich höher als der Durchschnitt bei allen freiberuflichen IT-/Engineering-Experten. Dabei hat sich der SAP-Stundensatz in diesem Jahr aktuell bei 90 Euro eingependelt – wenn aber die bisherige Entwicklung so weiter geht, dann werden wir in diesem Jahr noch von 91 Euro berichten können. Denn: Seit Januar 2011 steigen die Stundensatzforderungen selbstständiger SAP-Profis pro Halbjahr (mit zwei kleinen Pausen) um einen Euro.

Noch besser in der Tendenz zeigt sich der Durchschnitt aller Freelancer. Hier stieg die Stundensatzforderung in viereinhalb Jahren um sieben auf 79 Euro – das sind aber immer noch elf Euro weniger, als die SAP-Selbstständigen pro Stunde fordern.

Fazit

Natürlich bedeutet der Einbruch der SAP-Projektanfragen keine Götterdämmerung für die Systeme aus Walldorf. Gerade der stabil hohe Stundensatz beweist, dass entsprechende Kenntnisse nach wie vor begehrt sind und ihren hohen Preis haben. Deshalb sind SAP-Freelancer selbst bei Projektflaute gut beraten, kühlen Kopf zu bewahren – und eventuell in die Fortbildung bzw. in ergänzende Skills zu investieren. Gerade agiles bzw. hybrides Projektmanagement scheint hier ein zukunftsträchtiges Feld.